
Moldawien in Aufruhr: Regierungschef Munteanu wirft hin – EU-Musterschülerin Sandu unter Druck

Es ist ein politisches Erdbeben in einem Land, das Brüssel so gerne als leuchtendes Vorbild für den europäischen Traum präsentiert: Alexandru Munteanu, Ministerpräsident der Republik Moldau, hat überraschend das Handtuch geworfen. Und mit ihm stürzt die gesamte Regierung – denn nach moldawischem Recht reißt der Rücktritt des Regierungschefs automatisch das komplette Kabinett mit in den Abgrund.
Ein Rücktritt mit vielsagenden Worten
Munteanu begründete seinen Schritt am Freitag mit bemerkenswert deutlichen Worten. Er könne sein Mandat, so ließ er verlauten, „nicht mehr im Einklang mit seinen Prinzipien und Überzeugungen ausüben“. Man muss kein politischer Hellseher sein, um zwischen diesen Zeilen einiges herauszulesen. Wer so spricht, hat in aller Regel etwas gesehen oder erlebt, das er nicht mehr mittragen wollte.
Ein Regierungschef, der öffentlich erklärt, seine Prinzipien seien mit dem Amt nicht mehr vereinbar – das ist kein Rücktritt aus Altersgründen. Das ist ein politisches Fanal.
Präsidentin Sandu in Erklärungsnot
Für Staatspräsidentin Maia Sandu und ihre pro-europäische Partei „Aktion und Solidarität“ (PAS) kommt dieser Paukenschlag zur denkbar ungünstigsten Zeit. Erst bei der jüngsten Parlamentswahl hatte man einen deutlichen Sieg eingefahren, und nun bröckelt das Fundament. Sandu teilte mit, Munteanu werde die Amtsgeschäfte kommissarisch bis zur Ernennung eines Nachfolgers weiterführen. In der kommenden Woche wolle man mit den Parlamentsfraktionen sprechen, um rasch einen neuen Kandidaten zu präsentieren.
Skandale, Filz und pikante Verwandtschaftsverhältnisse
Besonders brisant wird die Angelegenheit durch das, was in den Medien über die Hintergründe spekuliert wird. Da wären zunächst gefälschte Zeugnisse des Chefs der Flugsicherheitsbehörde MoldATSA – ein Vorgang, der Fragen über Vetternwirtschaft und Kontrollversagen aufwirft. Hinzu kommen Vorwürfe über Bestechungsgelder bei Staatsbediensteten. Und als wäre das nicht genug, soll ausgerechnet eine Cousine der Präsidentin hochbezahlte Posten ergattert haben.
Sandu bemühte sich sichtlich, den Verdacht der persönlichen Einflussnahme zu zerstreuen. Munteanu, so betonte sie, habe die volle Freiheit gehabt, die Regierung nach eigenen Vorstellungen zu führen. Ob diese Beteuerungen ausreichen, um das erschütterte Vertrauen wiederherzustellen, darf bezweifelt werden.
Die unbequeme Wahrheit über den EU-Musterschüler
Interessant ist, wie wenig von alldem in den großen westlichen Redaktionsstuben verhandelt wird. Moldawien gilt in Brüssel als aufstrebender Beitrittskandidat, als geopolitisches Bollwerk gegen den Osten. Da passen Korruptionsvorwürfe, gefälschte Zeugnisse und Verwandtenversorgung nicht so recht ins schöne Bild. Wer laut über EU-Werte und Rechtsstaatlichkeit doziert, sollte sich fragen lassen, warum ausgerechnet die geförderten Partnerregierungen so häufig in genau jenen Sümpfen versinken, die man andernorts geißelt.
Es bleibt abzuwarten, ob Sandu die politische Krise meistern oder ob dieser Rücktritt der Auftakt zu einem tieferen Zerfall ihrer Regierungsmehrheit sein wird. Fest steht: In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und wackelnder Institutionen suchen kluge Anleger nach Beständigkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Machtwechseln und Korruptionsskandalen ihren Wert bewahren – ein zeitloser Anker in einer Welt, in der Regierungen kommen und gehen.
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