
Netanjahu stoppt Trumps Gaza-Plan: „Keine vorgetäuschte Entwaffnung!“

Israel hat am Sonntagnachmittag den 15-Punkte-Plan des sogenannten „Friedensrats“ für den Gazastreifen zurückgewiesen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte deutlich: Ohne eine vollständige Entwaffnung der Hamas werde sich die israelische Armee nicht zurückziehen. Über die Absage berichteten mehrere Medien, darunter die „Jerusalem Post“.
Der Streitpunkt: Wer kontrolliert die Waffen?
Im Zentrum der Ablehnung steht ein einziger, aber entscheidender Punkt. Der Plan sieht vor, dass die Waffen der Hamas unter palästinensische Kontrolle gestellt werden – konkret unter das Nationale Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens, kurz NCAG.
Für Netanjahu offenbar zu wenig. Israelischen Angaben zufolge befinde er sich dazu im Gespräch mit den Vereinigten Staaten. Er verlangt eine – wie er es formuliert – echte statt einer vorgetäuschten Entwaffnung.
„Die israelischen Streitkräfte werden keinen Abzug durchführen, bis die Hamas tatsächlich entwaffnet ist.“
Und weiter: „Wenn ich sage, die Hamas sei entwaffnet, dann meine ich die schweren Waffen, die leichteren Waffen, alle Waffen.“
Was der 15-Punkte-Plan überhaupt vorsieht
Der Friedensrat wurde nach den vorliegenden Informationen im Januar 2026 von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufen. Sein in der vergangenen Woche vorgestelltes Papier umfasst im Kern folgende Elemente:
- Einstellung sämtlicher Kämpfe zwischen Israel und der Hamas
- Übergabe der Hamas-Waffen an das palästinensische Komitee NCAG
- Schrittweiser Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen
- Verwaltung des Gebiets durch eine Übergangsadministration, flankiert von einer internationalen Stabilisierungstruppe
Klingt nach einem geordneten Ausstieg aus einem Krieg, der die Region seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 erschüttert. Doch Jerusalem misstraut der Konstruktion – nicht ohne historische Erfahrung, wie Beobachter anmerken.
Keine Staatsgründung – klare Ansage aus Jerusalem
Auch beim zweiten Dauerbrenner der Nahost-Diplomatie bleibt Netanjahu hart. Einen palästinensischen Staat werde es unter seiner Amtsführung nicht geben, erklärte er – weder in Gaza noch in Judäa und Samaria. Weder „Fatahstan“ noch „Hamastan“, so seine Formulierung.
Rückendeckung erhält er aus dem eigenen Kabinett. Finanzminister Bezalel Smotrich stellte sich hinter die Entscheidung und betonte, man sei mit einem zentralen Ziel in den Krieg gezogen: der militärischen, zivilen und staatlichen Zerstörung der Hamas.
„Das bedeutet, dass es am Tag nach dem Krieg keine Hamas mehr im Gazastreifen geben darf und dass der Gazastreifen für israelische Bürger und die Bewohner des Südens auf Jahre hinaus keine Bedrohung darstellen darf.“
Warum das auch Deutschland betrifft
Die Blockade des Friedensplans ist mehr als eine regionale Randnotiz. Sie zeigt, wie brüchig internationale Vermittlungsarchitekturen sind, wenn Sicherheitsinteressen und diplomatische Wunschbilder kollidieren.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Vorgang zugleich die begrenzte Rolle europäischer Außenpolitik: Während Washington Pläne entwirft und Jerusalem sie zurückweist, spielt Berlin bestenfalls die Rolle des kommentierenden Zuschauers.
Für die Märkte ist die Botschaft eindeutig. Solange der Nahost-Konflikt ungelöst schwelt, bleibt geopolitische Unsicherheit ein Dauerzustand – und mit ihr die Nervosität an Rohstoff- und Energiemärkten. Historisch haben Anleger in solchen Phasen den Wert physischer Substanz wiederentdeckt: Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Anker in Zeiten, in denen Verträge schneller zerfallen, als sie geschrieben werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist gehalten, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Die Einordnungen geben die Auffassung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder.
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