
Neue Strom-Umlage ab 2031: Bürger zahlen für Reserve-Gaskraftwerke!

Die Bundesnetzagentur hat am 3. November 2026 die ersten Zuschläge für neue Reserve-Gaskraftwerke vergeben. Elf Projekte mit zusammen rund 5.160 Megawatt sollen ab 2031 einspringen, wenn Wind und Sonne schwächeln. Die Rechnung landet bei allen Stromkunden, über eine neue Umlage. Wie stark der Strompreis dadurch steigt, kann bislang niemand sagen.
Geld fürs Bereitstehen, nicht fürs Liefern
Das Prinzip klingt erst einmal harmlos. Die Betreiber bekommen 15 Jahre lang eine feste Vergütung dafür, dass ihre Anlagen bereitstehen. Ob sie laufen, spielt dabei keine Rolle. Medienberichten zufolge kann es sein, dass die Kraftwerke nur wenige Stunden im Jahr Strom erzeugen.
Nach Angaben der Netzagentur erhalten die Betreiber im Schnitt 155.296 Euro je Megawatt und Jahr. Erlaubt waren bis zu 244.000 Euro. Rechnet man das hoch, kommt man auf gut 800 Millionen Euro pro Jahr und rund zwölf Milliarden Euro über die gesamte Laufzeit. Und das gilt nur für diese erste Runde. Die zweite Ausschreibung will die Behörde am 10. November bekannt machen, Gebote sollen Berichten zufolge bis zum 29. Dezember möglich sein.
RWE und Leag räumen fast alles ab
Abgegeben wurden 41 Gebote über knapp 12.000 Megawatt, ausgeschrieben waren nur 4.500. Zehn der elf Zuschläge gingen an RWE und an Leag samt der Tochter Gaskraftwerk Leipheim. Dazu kommen die Stadtwerke Karlsruhe. Die Standorte im Überblick:
- Brandenburg: vier Zuschläge für Jänschwalde (Leag)
- Nordrhein-Westfalen: drei Zuschläge für Voerde, Weisweiler und Werne (RWE)
- Sachsen: zwei Zuschläge für Boxberg (Leag)
- Bayern und Baden-Württemberg: je ein Zuschlag in Leipheim und Karlsruhe
Fast alle Anlagen entstehen an alten oder noch laufenden Kohlestandorten. Die Kraftwerke sollen erst mit Erdgas betrieben werden und spätestens 2045 auf Wasserstoff umsteigen. Woher dieser Wasserstoff in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Preisen kommen soll, ist bis heute offen.
Reiche jubelt, Kritiker schäumen
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) spricht von einem großen Erfolg. Der starke Wettbewerb habe die Kosten gedrückt, und davon profitierten auch die Stromkunden. Ihre Kernbotschaft lautet:
„Wir bringen die Kraftwerksstrategie aus der Planung in die Umsetzung und schaffen damit die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung."
Umweltverbände sehen das ganz anders. Die Deutsche Umwelthilfe werfe der Regierung vor, die Bürger für fossile Kraftwerke zahlen zu lassen. Greenpeace bezeichne es als „absurd", eine neue Umlage einzuführen und zugleich über sinkende Strompreise zu reden. Batteriespeicher hatten mitgeboten, bekamen aber keinen einzigen Zuschlag.
Die Quittung für eine überhastete Energiewende
Man muss die Kritik der Umweltlobby nicht teilen, um den eigentlichen Punkt zu sehen. Deutschland zahlt jetzt doppelt. Zuerst wurden funktionierende Kernkraftwerke abgeschaltet und der Kohleausstieg bis 2038 beschlossen. Nun müssen teure Ersatzkraftwerke mit Subventionen in den Markt gelockt werden, weil sie sich sonst offenbar nicht rechnen. Schon die Ampel hatte jahrelang an einer Kraftwerksstrategie gearbeitet, beschlossen wurde sie bis zum Bruch der Koalition nicht.
Dabei hatte die schwarz-rote Koalition versprochen, Strom spürbar billiger zu machen. Jetzt kommt eine weitere Umlage dazu, in einem Land, das ohnehin schon mit die höchsten Strompreise der Industriestaaten hat. Wie teuer es werden kann, zeigt eine ältere Schätzung: Eine Kurzanalyse im Auftrag des BUND kam im Frühjahr 2025 zu dem Ergebnis, dass eine solche Umlage bei einem erweiterten Kraftwerksprogramm bis zu 1,6 Cent pro Kilowattstunde betragen könnte.
Für Familien, Handwerker und Mittelständler, die ohnehin unter hohen Energiepreisen leiden, ist das keine gute Nachricht. Wer sich dauerhaft auf steigende staatlich verursachte Kosten einstellt, fragt sich zu Recht, wie viel sein Geld in einigen Jahren noch wert ist. Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, Kaufkraft abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie investieren. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
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