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Ökostrom-Falle: Klingbeils Haushalt fehlt schon jetzt eine Milliarde!

Ökostrom-Falle: Klingbeils Haushalt fehlt schon jetzt eine Milliarde!
Symbolbild: KI-generiert

Die Förderung von Wind- und Solarstrom kostet den Bund 2027 voraussichtlich gut eine Milliarde Euro mehr als geplant. Laut der aktuellen Prognose der vier Übertragungsnetzbetreiber liegt der Finanzbedarf bei 17,52 Milliarden Euro. Im Haushaltsentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) stehen dafür nur 16,5 Milliarden.

Das Haushaltsjahr hat noch nicht einmal begonnen, und die Planung liegt schon gut sechs Prozent daneben. Das Besondere daran: Die Lücke entsteht, obwohl für 2027 mit hohen Strompreisen gerechnet wird.

Kein Unfall, sondern Folge des Systems

Eine Naturkatastrophe oder einen plötzlichen Marktschock gibt es nicht. Die Mehrkosten folgen aus Förderzusagen, die längst gemacht sind, und aus der erwarteten Stromerzeugung. Das Geld ist also im Grunde schon ausgegeben, bevor überhaupt jemand abstimmt.

Ob das Finanzministerium den Ansatz erhöht, ist bisher offen. Rechnerisch gibt es einen Puffer: Für 2026 erwarten die Netzbetreiber einen positiven Saldo von rund zwei Milliarden Euro. Am 12. November soll der Haushaltsausschuss den Etat abschließend beraten. Bis dahin muss die Koalition eine Antwort finden.

Zur Einordnung: Seit Juli 2022 zahlen Stromkunden keine EEG-Umlage mehr. Die Kosten trägt seitdem der Bundeshaushalt. Für Kritiker hat sich die Last damit nur verschoben, denn bezahlt wird sie weiterhin von den Bürgern, jetzt eben als Steuerzahler.

Teurer Strom, wertloser Solarstrom?

Am 23. Oktober lag der Terminpreis für Strom mit Lieferung 2027 bei rund 154 Euro je Megawattstunde. Eigentlich müssten hohe Erlöse an der Börse die Subventionen senken. Doch für die Förderkosten zählt der Preis in den Stunden, in denen eine Anlage tatsächlich einspeist.

Die Netzbetreiber rechnen mit einem Referenzpreis von 106,47 Euro je Megawattstunde. Solarstrom erreicht davon nur 41 Prozent, also gerade einmal 43,65 Euro. Windstrom an Land kommt immerhin auf 80 Prozent.

Der Kannibalen-Effekt

Fachleute nennen das Problem Kannibalisierung. Scheint die Sonne, liefern Hunderttausende Solaranlagen gleichzeitig Strom. Die Börsenpreise brechen ein und rutschen bei schwacher Nachfrage sogar ins Minus. Die Betreiber bekommen ihre gesetzlich garantierte Vergütung trotzdem. Die Differenz zahlt der Staat.

So verteilen sich die Kosten laut Prognose für 2027:

  • Photovoltaik: rund 9,64 Milliarden Euro
  • Biomasse: etwa 3,43 Milliarden Euro
  • Windenergie an Land und auf See: zusammen rund 2,52 Milliarden Euro

Mehr Ausbau, mehr Kosten

Bis Ende 2027 könnten in Deutschland Solaranlagen mit rund 145 Gigawatt Leistung installiert sein. Ohne genug Speicher und flexible Verbraucher sinkt der Marktwert des Mittagsstroms damit weiter. Abends, bei Flaute und im Winter braucht das Land trotzdem steuerbare Kraftwerke und leistungsfähige Netze. Diese Systemkosten tauchen in der EEG-Rechnung größtenteils gar nicht auf.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die Förderung deshalb begrenzen und stärker am Netzausbau ausrichten. Der Bundesverband Erneuerbare Energie warnt dagegen vor schlechteren Bedingungen für Investoren. Verbandspräsidentin Ursula Heinen-Esser setzt auf Batteriespeicher, flexible Stromnutzung und neuere Anlagen, die weniger Förderung beanspruchen. An den Zusagen, die schon bestehen, ändert das nichts.

Wunschzahlen statt solider Planung

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall ein Grundproblem der Haushaltspolitik in Berlin. Der Haushalt arbeitet mit festen Summen, die tatsächlichen Kosten hängen aber von Strompreisen, Wetter und garantierten Vergütungen ab. Gleichzeitig nimmt die Merz-Regierung neue Schulden in Rekordhöhe auf. Für zu optimistische Annahmen bleibt da kaum noch Spielraum.

Wer seine Ersparnisse vor einem Staat schützen will, der immer mehr Verpflichtungen eingeht, für den können physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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