
Öl-Schock am Golf: Trumps Blockade der Straße von Hormus lässt die Rohölpreise explodieren
Es geschieht wieder einmal am Nadelöhr der Weltwirtschaft. Die Straße von Hormus, jene schmale Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, wird erneut zum Brennpunkt globaler Machtpolitik. Und die Märkte reagieren prompt – mit deutlichen Preissprüngen, die jeden Autofahrer, jeden Häuslebauer und jeden Industriebetrieb in Deutschland spüren dürfte.
Zwei Prozent Aufschlag über Nacht
Am Dienstag kletterten die Ölpreise spürbar in die Höhe, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Schiffsgebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus einzuführen und eine Blockade iranischer Häfen zu reaktivieren. Die US-Sorte West Texas Intermediate für Auslieferung im August legte um zwei Prozent auf 79,78 Dollar je Barrel zu. Die internationale Referenzsorte Brent stieg um 1,85 Prozent auf 84,84 Dollar – und das nach einem ohnehin schon atemberaubenden Sprung von 9,6 Prozent in der vorangegangenen Sitzung.
Trump ließ verlauten, die Vereinigten Staaten würden Gebühren auf Schiffe erheben, die die strategisch bedeutsame Meerenge passieren – konkret sei von einem Satz von 20 Prozent auf sämtliche verschiffte Fracht die Rede. Zugleich bezeichnete er die USA als "Wächter" dieser lebenswichtigen Öltransitroute. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte er überdies an, Washington werde die Blockade iranischer Häfen in der Nähe der Meerenge wieder in Kraft setzen. Das US-Zentralkommando präzisierte später, die Blockade solle am Dienstag um 16 Uhr Ortszeit greifen.
Ein Fünftel der Weltölversorgung als Faustpfand
Man muss sich die Dimension vor Augen führen. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung passierte die Straße von Hormus, bevor die USA und Israel Ende Februar ihre Angriffe auf den Iran begannen. Der Schiffsverkehr brach zusammen, nachdem Teheran Anfang März begonnen hatte, Schiffe in der Wasserstraße ins Visier zu nehmen. Erst ein vorläufiges Abkommen zwischen Washington und Teheran hatte den Verkehr wieder anlaufen lassen. Und nun? Droht die nächste Eskalationsstufe.
Die Möglichkeit, dass das iranische Regime bis nach den US-Zwischenwahlen von der Vereinbarung Abstand nehme, sei gestiegen – ein Szenario, das höchstwahrscheinlich zu länger anhaltend hohen Ölpreisen führen dürfte.
So jedenfalls warnte die Großbank Citi in einem frühen Dienstagsbericht. Trumps Vorstoß, Schiffsgebühren in der Straße von Hormus zu erheben, erhöhe das Risiko einer weiteren militärischen Eskalation ganz erheblich. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, wohin diese Reise gehen könnte.
Was das für Deutschland bedeutet
Und hier beginnt die eigentliche Tragik für den deutschen Bürger. Während sich die Weltmächte am Golf einen geopolitischen Schlagabtausch liefern, sitzt Deutschland auf einem energiepolitischen Kartenhaus, das man in Berlin über Jahre mit ideologischer Verbissenheit selbst errichtet hat. Kernkraftwerke abgeschaltet, verlässliche Energieträger verteufelt, die Abhängigkeit von Importen zementiert. Wer sich derart an internationale Lieferketten fesselt, der darf sich nicht wundern, wenn jeder Konflikt am anderen Ende der Welt unmittelbar an der heimischen Zapfsäule ankommt.
Steigende Ölpreise bedeuten steigende Transportkosten, steigende Produktionskosten und am Ende – wie immer – steigende Preise für den Verbraucher. Die Inflation, die uns die politisch Verantwortlichen so gerne als überwunden verkaufen wollen, bekommt hier neuen Zündstoff. Wer glaubt, ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket und im Grundgesetz verankerte Klimaziele würden diese Verwundbarkeit heilen, der irrt gewaltig.
Warum Sachwerte in unsicheren Zeiten Gold wert sind
Geopolitische Krisen wie diese führen dem aufmerksamen Anleger vor Augen, wie fragil das gesamte Finanzsystem in Wahrheit ist. Wenn ein einziger Beitrag auf einer Social-Media-Plattform die Rohölpreise binnen Stunden zweistellig nach oben treibt, dann zeigt das die nervöse Anspannung der Märkte. In solchen Zeiten haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung bewährt. Sie kennen kein Gegenparteirisiko, keine Notenbank kann sie beliebig vermehren, und kein politischer Federstrich kann sie über Nacht entwerten. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie ein sinnvoller Baustein sein, um sich gegen die Stürme geopolitischer Unwägbarkeiten zu wappnen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie uns vorliegende Informationen wieder. Die Entwicklung von Rohstoff- und Edelmetallpreisen unterliegt Schwankungen und lässt keine sicheren Rückschlüsse auf künftige Wertentwicklungen zu. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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