
Ölpreis explodiert: Wie die Straße von Hormus die Weltwirtschaft am Nasenring durch die Manege führt

Es sind Nachrichten, die man in Berlin am liebsten verdrängen würde: Der Ölpreis zieht erneut kräftig an, während im Nahen Osten die Waffen sprechen. Nach frischen US-Militärschlägen gegen den Iran keimte an den internationalen Rohstoffmärkten die alte Angst wieder auf – jene Angst vor Lieferengpässen, die den globalen Energiehandel binnen Stunden ins Wanken bringen kann. Und Deutschland? Steht mal wieder mit heruntergelassenen Hosen da, energiepolitisch entblößt wie kaum ein anderes Industrieland dieser Welt.
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache
Die Terminkontrakte für die internationale Referenzsorte Brent mit Liefertermin September legten um gut ein Prozent auf 78,82 US-Dollar je Barrel zu. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate mit Liefertermin August kletterte parallel um 1,06 Prozent auf 74,29 US-Dollar. Doch das ist erst der Auftakt: Bereits am Mittwoch waren die Notierungen um mehr als vier Prozent nach oben geschossen. Ein Feuerwerk an den Märkten – nur eben eines, das dem deutschen Verbraucher an der Zapfsäule teuer zu stehen kommen dürfte.
Der Funke im Pulverfass
Das US-Zentralkommando erklärte, die erneuten Angriffe auf den Iran seien eine direkte Antwort auf Teherans Attacken gegen die kommerzielle Schifffahrt in und um die Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump machte gleichzeitig unmissverständlich klar, dass er an einer diplomatischen Einigung mit dem Iran kein Interesse mehr habe. Zuvor hatte er den Waffenstillstand kurzerhand für beendet erklärt. Wer geglaubt hatte, die Lage im Nahen Osten würde sich beruhigen, sieht sich einmal mehr eines Besseren belehrt.
Ein Nadelöhr, das die Welt in Atem hält
Die Straße von Hormus zählt zu den bedeutendsten Energie-Nadelöhren des Planeten. Analysten des Brokerhauses Saxo brachten es auf den Punkt:
Der Markt sei erneut gezwungen, das Risiko einzupreisen, dass neue Angriffe auf die Schifffahrt oder ein umfassenderer Bruch der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran die Normalisierung der Warenströme durch die Straße von Hormus verzögern könnten.
Und weiter hieß es, selbst eine begrenzte Störung könne eine überproportionale Wirkung auf die kurzfristige Preisbildung, die Frachtkosten und die allgemeine Marktstimmung entfalten. Man stelle sich das plastisch vor: Ein einziger schmaler Wasserweg, durch den ein gewaltiger Anteil des globalen Öltransports gepresst wird – und die halbe Welt hält den Atem an.
Und Deutschland? Sehenden Auges in die Abhängigkeit
Während andere Nationen auf robuste Energiestrategien setzen, hat sich die deutsche Politik über Jahre hinweg in eine Sackgasse manövriert. Der Ausstieg aus der Kernkraft, die romantisierende Verklärung volatiler Wind- und Sonnenenergie, das Beharren auf ideologisch getriebener Klimapolitik – all das rächt sich nun. Jeder Dollar, den der Ölpreis nach oben schnellt, trifft ein Land, das seine Verwundbarkeit selbst herbeigeführt hat. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen: Steigende Energiepreise werden die ohnehin hartnäckige Inflation weiter befeuern und den Bürger noch stärker belasten.
Es ist die bittere Ironie deutscher Wirtschaftspolitik, dass ein Konflikt Tausende Kilometer entfernt binnen Stunden auf die Heizkostenabrechnung und den Tankquittungsbetrag der Familien durchschlägt. Wer sich derart abhängig macht von den Launen ferner Geopolitik, der darf sich über die Folgen nicht wundern.
Was das für Ihr Vermögen bedeutet
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, explodierender Rohstoffpreise und schwelender Inflation zeigt sich einmal mehr, warum kluge Anleger auf krisenerprobte Werte setzen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren, wenn Papierwährungen an Kaufkraft verlieren und die Nervosität an den Märkten steigt. Als solide Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportefeuille bieten Edelmetalle jenen Schutz, den kein noch so schön geredetes Finanzprodukt und keine ideologiegetriebene Energiepolitik zu leisten vermag.
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