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Kettner Edelmetalle
02.03.2026
07:23 Uhr

Ölpreis-Schock: Nahost-Eskalation treibt Rohölnotierungen in die Höhe – droht die 100-Dollar-Marke?

Ölpreis-Schock: Nahost-Eskalation treibt Rohölnotierungen in die Höhe – droht die 100-Dollar-Marke?

Die Welt hält den Atem an. Nach den verheerenden Angriffen Israels und der USA auf den Iran – bei denen unter anderem das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde – reagieren die globalen Energiemärkte mit panikartigem Preisanstieg. In den ersten Handelsminuten der Nacht zum Montag schossen die Notierungen für Brent-Öl und US-Rohöl um jeweils mehr als zehn Prozent nach oben. Ein Szenario, das Erinnerungen an die Ölkrisen vergangener Jahrzehnte wachruft.

Straße von Hormus: Die Achillesferse der Weltwirtschaft

Der Iran reagierte auf die Angriffe nicht nur mit militärischen Gegenschlägen, sondern griff zu einer Waffe, die möglicherweise noch verheerender wirkt als jede Rakete: Er schränkte den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein. Diese schmale Meerenge am Persischen Golf ist nichts weniger als die Hauptschlagader des globalen Energiehandels. Rund ein Fünftel aller weltweiten Öltransporte passiert täglich diesen Nadelöhr-Korridor. Jede noch so kleine Störung kann Schockwellen durch die internationalen Märkte senden – und genau das geschieht nun.

Brent-Öl erreichte in der Spitze 82,37 US-Dollar je Barrel und damit den höchsten Stand seit Juli 2024. US-Öl der Sorte West Texas Intermediate kletterte auf 75,33 Dollar – ein Niveau, das seit Juni 2025 nicht mehr gesehen wurde. Zwar beruhigten sich die Notierungen im weiteren Handelsverlauf etwas, doch die Nervosität bleibt greifbar. Brent notierte zuletzt immer noch rund 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar, WTI legte um mehr als vier Dollar auf 71,52 Dollar zu.

OPEC+ reagiert – aber schweigt zum Krieg

Bemerkenswert ist die Reaktion des Ölkartells OPEC+. Auf einem planmäßigen Treffen am Sonntag beschlossen die Mitgliedsstaaten, die Tagesproduktion um 206.000 Barrel zu erhöhen, um drohenden Engpässen und unkontrollierbaren Preissprüngen entgegenzuwirken. Was dabei auffällt: Den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten erwähnte die Gruppe mit keinem einzigen Wort. Stattdessen wurde die Produktionserhöhung lapidar mit einem „stabilen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung" und niedrigen Ölvorräten begründet. Man könnte meinen, die Welt stünde nicht am Rande eines Flächenbrandes.

Diese diplomatische Blindheit hat freilich System. In einem Verbund, in dem sowohl Golfstaaten als auch Russland organisiert sind, möchte niemand Partei ergreifen – zumindest nicht öffentlich. Die Produktionserhöhung dürfte allerdings kaum ausreichen, um die Märkte nachhaltig zu beruhigen, sollte die Straße von Hormus über einen längeren Zeitraum blockiert bleiben.

Droht der Ölpreis auf 100 Dollar zu steigen?

Genau dieses Szenario zeichnet der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, in düsteren Farben. Bei einer längeren Schließung der Straße von Hormus könnte der Brent-Preis in Richtung der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke klettern, so seine Einschätzung. Die Konsequenzen wären dramatisch: „Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken", warnte Krämer.

Für Deutschland, dessen Wirtschaft ohnehin seit Jahren unter strukturellen Problemen ächzt, wäre ein solcher Preisschub Gift. Die Industrie, die bereits unter hohen Energiekosten leidet, würde weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Verbraucher müssten sich auf steigende Spritpreise, teureres Heizöl und höhere Lebensmittelkosten einstellen. Und das alles in einer Phase, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz gerade erst ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg gebracht hat, das die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt und kommende Generationen mit Zins- und Tilgungslasten belastet.

Hisbollah eröffnet zweite Front

Als wäre die Lage nicht bereits explosiv genug, hat die libanesische Hisbollah-Miliz in der Nacht zu Montag als Reaktion auf die Tötung Chameneis einen Raketenangriff auf Israel gestartet. Israel reagierte mit Bombardements im Libanon und attackierte dabei nach eigenen Angaben auch ranghohe Hisbollah-Mitglieder. Im Irak meldeten pro-iranische Milizen Angriffe auf US-Truppen in Bagdad. Der Konflikt weitet sich aus – und mit ihm die Unsicherheit an den Märkten.

Analysten der Deutschen Bank sehen das Ausmaß und Tempo der Eskalation in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Interessanterweise könnten ausgerechnet die steigenden Ölpreise selbst eine „Deeskalationsdynamik auslösen" – denn kein Staat, auch nicht die Kriegsparteien, hat ein Interesse an einer globalen Wirtschaftskrise.

Gold und Edelmetalle als sicherer Hafen in Krisenzeiten

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als unverzichtbarer Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios gelten. Während Aktienmärkte bei geopolitischen Schocks regelmäßig einbrechen und Währungen durch Inflation entwertet werden, haben sich Edelmetalle über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt. Wer angesichts der aktuellen Weltlage – steigende Energiepreise, explodierende Staatsverschuldung, geopolitische Unsicherheit – sein Vermögen schützen möchte, sollte die Beimischung physischer Edelmetalle ernsthaft in Betracht ziehen.

Rund 30.000 deutsche Reisende sitzen derweil in der Golfregion fest, können nicht an Flughafen-Drehkreuzen umsteigen oder ihre Urlaubsorte nicht verlassen. Ein bitterer Vorgeschmack auf das, was passiert, wenn sich die Welt in einer Region entzündet, von der unsere gesamte Energieversorgung abhängt. Die Frage ist nicht mehr, ob dieser Konflikt Auswirkungen auf den Alltag der Deutschen haben wird – sondern nur noch, wie gravierend sie ausfallen werden.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Handlungen auf Grundlage dieses Artikels entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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