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Kettner Edelmetalle
23.02.2026
06:48 Uhr

Otto zerlegt sich selbst: Fast 1.000 Stellen in nur einem Jahr vernichtet

Was einst als stolzes Hamburger Handelsimperium galt, gleicht zunehmend einem Unternehmen im freien Fall. Der Onlinehändler Otto streicht erneut massiv Arbeitsplätze – diesmal rund 460 Vollzeitstellen, vorwiegend am Hauptstandort Hamburg. Und das ist erst die zweite Welle. Bereits 2025 fielen etwa 480 Jobs im Kundenservice dem Rotstift zum Opfer. In Summe: knapp 1.000 Stellen in nicht einmal zwölf Monaten. Ein Kahlschlag, der seinesgleichen sucht.

Vom Kundenservice bis ins Herz des Konzerns

Während die erste Sparrunde noch vornehmlich die Callcenter-Strukturen traf – also jene Bereiche, die ohnehin als erste unter die Räder kommen, wenn Konzerne den Gürtel enger schnallen –, geht es nun ans Eingemachte. Marketing, Controlling, Technologie: Das sind keine Randbereiche, das sind die Nervenzentren eines jeden modernen Handelsunternehmens. Wer hier den Hebel ansetzt, der betreibt keine kosmetische Korrektur mehr. Der operiert am offenen Herzen.

Die neue Vorstandsvorsitzende Petra Scharner-Wolff, seit März 2025 an der Spitze der Otto Group, habe intern erklärt, man müsse die Strukturen vereinfachen und effizienter werden. Klingt nach Management-Lehrbuch, Kapitel eins. Doch hinter den geschliffenen Formulierungen verbirgt sich eine brutale Realität für Hunderte von Beschäftigten, die nun um ihre berufliche Existenz bangen.

Das schwache Konsumumfeld als bequeme Ausrede?

Natürlich verweist der Konzern auf den massiven Margendruck im Onlinehandel und die anhaltende Kaufzurückhaltung der deutschen Verbraucher. Und ja – beides ist real. Die Deutschen halten ihr Geld zusammen, und wer könnte es ihnen verdenken? Bei einer Inflation, die das Ersparte auffrisst, bei explodierenden Energiekosten und einer Wirtschaftspolitik, die seit Jahren mehr Belastungen als Entlastungen produziert, ist Konsumzurückhaltung keine Überraschung, sondern die logische Konsequenz einer verfehlten Politik.

Doch die Frage drängt sich auf: Hat Otto nicht auch eigene strategische Fehler gemacht? Während internationale Plattformen wie Amazon oder Temu den deutschen Markt mit aggressiven Preisstrategien überrollen, scheint der Hamburger Traditionskonzern erst jetzt aufzuwachen. Die Boomjahre des E-Commerce, befeuert durch die Pandemie, haben offenbar den Blick für die strukturellen Schwächen vernebelt. Jetzt, wo die Party vorbei ist, wird der Kater umso schmerzhafter.

Generationswechsel als strategischer Neuanfang – oder Flucht nach vorn?

Pikant ist das Timing des Kahlschlags. Parallel zum radikalen Sparkurs bereitet die Eigentümerfamilie einen Generationswechsel vor. Benjamin Otto soll 2026 eine zentrale Rolle im Stiftungsrat übernehmen. Ein Generationenschnitt also, der in eine Phase wirtschaftlicher Neuordnung fällt. Man könnte wohlwollend von einem strategischen Neustart sprechen. Man könnte aber auch fragen, ob hier die alte Garde noch schnell reinen Tisch macht, bevor die nächste Generation die Verantwortung übernimmt.

Das erklärte Ziel klingt ambitioniert: Die jährliche Kostenbasis soll perspektivisch auf rund 500 Millionen Euro sinken. Dafür greift das Management tiefer in die Organisation ein als je zuvor. Marketingbudgets stehen auf dem Prüfstand, technologische Entwicklungsprojekte werden hinterfragt, Doppelstrukturen sollen abgebaut werden. Was auf dem Papier nach schlanker Effizienz klingt, bedeutet in der Praxis: Hunderte Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Ein Symptom einer kranken Wirtschaft

Der Fall Otto ist kein Einzelfall – er ist ein Symptom. DB Cargo streicht fast die Hälfte aller Vollzeitstellen, die deutsche Stahlindustrie legt ihre grüne Transformation auf Eis, Hermes kämpft ums Überleben. Deutschland, einst Wirtschaftslokomotive Europas, stottert an allen Ecken und Enden. Und während in Berlin über ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen debattiert wird – das letztlich nichts anderes ist als ein gigantischer Schuldenberg, den kommende Generationen abtragen müssen –, gehen in Hamburg, Duisburg und anderswo die Lichter aus.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat versprochen, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Doch bislang sehen die Beschäftigten bei Otto und in zahllosen anderen Unternehmen davon herzlich wenig. Was sie sehen, sind Kündigungsschreiben und Abfindungsverhandlungen. Was sie brauchen, wären niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie und eine Wirtschaftspolitik, die den Standort Deutschland wieder attraktiv macht – statt ihn mit immer neuen Regulierungen und ideologischen Experimenten zu ersticken.

Effizienz statt Wachstum – das Ende einer Ära

Otto verlässt damit sichtbar die lange gepflegte Linie des sozial abgefederten Wandels. Der Konzern, der sich stets als besonders verantwortungsvoller Arbeitgeber inszenierte, priorisiert nun knallhart die wirtschaftliche Stabilität. Das mag betriebswirtschaftlich nachvollziehbar sein. Menschlich ist es für die Betroffenen eine Katastrophe.

Ob der radikale Umbau Otto tatsächlich schneller und wettbewerbsfähiger macht, wird sich erst in den kommenden Geschäftsjahren zeigen. Eines steht jedoch bereits fest: Der deutsche Einzelhandel befindet sich in einer existenziellen Krise, und die politischen Rahmenbedingungen tragen dazu bei, diese Krise zu verschärfen statt sie zu lindern. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen möchte, tut gut daran, auf bewährte Werte zu setzen – etwa auf physische Edelmetalle wie Gold und Silber, die seit Jahrtausenden als Krisenwährung dienen und keinem Vorstandsbeschluss zum Opfer fallen können.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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