
Paris brennt, Pride tanzt: Palästina-Fahnen statt Sorge um Schulen
In Frankreich brennen die Schulen, und Paris feiert. Am Samstag zogen Zehntausende beim Pride-Umzug durch die Hauptstadt. Das Motto lautete „gegen die extreme Rechte“, und auffällig viele Teilnehmer schwenkten Palästinenser-Fahnen. Die Gewalt an den Gymnasien des Landes spielte auf der Parade kaum eine Rolle. Vielen Teilnehmern ging es vor allem darum, einen Wahlsieg des Rassemblement National zu verhindern.
Ein Land im Ausnahmezustand
Angefangen hat alles mit Protesten gegen überfüllte Klassen und fehlende Lehrer. Daraus sind Krawalle geworden, die mit dem ursprünglichen Anliegen nichts mehr zu tun haben. Nach Angaben der Regierung wurden seit Wochenbeginn mehr als 5.000 Menschen festgenommen.
Medienberichten zufolge sieht die Zwischenbilanz bis zum Wochenende so aus:
- rund 1.200 Gymnasien blockiert oder beschädigt, zahlreiche davon angezündet
- etwa 600 verletzte Polizisten
- mindestens 40 verletzte Schulleiter
- knapp 80 verwundete Beschäftigte aus dem Bildungswesen
Am heftigsten sollen die Ausschreitungen laut den Berichten in Vierteln mit hohem Migrantenanteil gewesen sein. In Videos aus sozialen Netzwerken posieren Jugendliche teils mit palästinensischen oder algerischen Fahnen.
Flammenwerfer an der Bushaltestelle
Einzelne Fälle zeigen, wie brutal die Lage geworden ist. In Paris soll eine junge Polizeianwärterin von einer Gruppe verfolgt, zu Boden gerissen, getreten und mit dem Tod bedroht worden sein.
Am Freitag soll ein 15-Jähriger an einer Bushaltestelle eine Frau angegriffen haben. Er habe dafür eine Spraydose und ein Feuerzeug als eine Art selbst gebauten Flammenwerfer benutzt. Laut der Zeitung Le Parisien erlitt die Frau Verbrennungen ersten Grades im Gesicht. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.
Party mit politischem Auftrag
Davon unbeeindruckt zog die Marche des Fiertés am 3. Oktober von der Place d’Italie bis zur Bastille. Eigentlich war sie für den 27. Juni geplant, wurde dann aber wegen der Hitzewelle abgesagt. Wie viele Menschen kamen, ist umstritten. Der Veranstalter Inter-LGBT spricht von einer halben Million Teilnehmern, die Pariser Polizeipräfektur zählte 74.000. Das ist fast ein Siebtel. Da hat offenbar jemand großzügig gerechnet.
Politisch war die Botschaft klar. Auf Plakaten stand „Fuck RN“ oder derbe Sprüche gegen „Faschos“. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire trug Berichten zufolge ein Transparent mit der Aufschrift „2027: solidarité, diversité, lgbt+“. Der Co-Präsident der Inter-LGBT, Alexandre Schon, sagte im Radio, die extreme Rechte und ihre „objektiven Verbündeten“ seien auf der Parade nicht willkommen.
Regenbogen und Palästina: eine seltsame Allianz
Videos, die schnell auf X die Runde machten, zeigen Teilnehmer mit Palästinenser-Fahnen. Von den Umzugswagen hängen große Flaggen herab, aus den Lautsprechern kommt arabische Musik.
Das ist mehr als nur widersprüchlich. Im Gazastreifen hat die islamistische Hamas jahrelang regiert. Menschenrechtsorganisationen berichten seit Langem, dass homosexuelle Menschen dort verfolgt und unterdrückt werden. Ausgerechnet auf einer Parade für die Rechte sexueller Minderheiten wird diese Realität einfach ausgeblendet. Wie passt das zusammen?
Ein Warnsignal, auch für Deutschland
Für viele Beobachter zeigt Paris, wie weit politische Inszenierung und Wirklichkeit auseinanderliegen können. Lehrer werden verletzt, Polizisten angegriffen und Schulen zerstört. Auf der größten Bühne der Hauptstadt richtete sich die Wut trotzdem vor allem gegen eine Oppositionspartei, die das Land bisher nicht regiert hat.
Frankreich wählt im Mai 2027 einen neuen Präsidenten. Bis dahin müssen die Verantwortlichen erklären, wie Schüler, Lehrer und Einsatzkräfte geschützt werden sollen. Dieses Muster ist auch in Deutschland bekannt. Für Demonstrationen „gegen rechts“ kommen schnell viele Menschen zusammen. Bei der Frage nach der inneren Sicherheit wird es dagegen oft auffällig still, obwohl die Polizeiliche Kriminalstatistik hierzulande Rekordwerte ausweist.
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