
Precht bricht sein Schweigen: Der Impf-Zusammenbruch seines Vaters

Richard David Precht, Philosoph und ZDF-Gesicht, hat im Podcast von Paul Ronzheimer erzählt, was seinem Vater nach der Corona-Impfung passiert sein soll. Precht spricht von einem „kompletten Zusammenbruch“ nach der zweiten Dosis. Die Klinik habe sich aber geweigert, den Fall als Verdacht zu melden. Für Precht steht deshalb fest: Den offiziellen Statistiken könne er nicht mehr trauen.
„Mach das trotzdem“: Ein Sohn, der überredete
Der Vater war damals 88 Jahre alt und wollte sich eigentlich nicht impfen lassen. Er habe seit 35 Jahren keinen Schnupfen gehabt, soll er gesagt haben. Precht schwärmt im Podcast von einer „irrsinnigen Genetik“.
Doch der Sohn ließ nicht locker. „Mach das trotzdem, sonst kann ich dich nicht mehr besuchen“, habe er zu seinem Vater gesagt. Ein Satz, wie ihn in jener Zeit in Millionen Familien jemand gesagt haben dürfte. Damals galt so etwas als Ausdruck von Verantwortung.
Nach der zweiten Spritze folgte laut Precht der Absturz. Sein Vater sei vorher wohl nur zweimal im Leben im Krankenhaus gewesen, jeweils für einen Tag. Danach habe er einen „Herzfehler“ gehabt, dazu eine „sofort einsetzende, schwere Kurzzeitdemenz“.
Die Klinik winkt ab
Laut Precht hat er sich danach an das Krankenhaus gewandt. Die Ärzte sollten den Fall dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) melden, also der Bundesbehörde, die in Deutschland die Sicherheit von Impfstoffen überwacht. Die Klinik habe abgelehnt. Bei einem 88-Jährigen seien Herzprobleme oder ein Zusammenbruch eben nichts Ungewöhnliches.
„Ok, ich kann den offiziellen Statistiken nicht glauben.“
So beschreibt Precht seine Schlussfolgerung von damals. Er habe sich vorher ganz normal impfen lassen, „wie alle anderen auch“. Absichtliche Manipulation wirft er niemandem vor. Er vermutet etwas anderes, das man vielleicht sogar unbequemer finden kann: Ohne „lupenreine Evidenz“ habe man sich gesagt, man wolle „nicht die Pferde scheu“ machen. Würde man jeden älteren Menschen mit einem Zusammenbruch nach der Impfung erfassen, kämen „relativ hohe Zahlen“ zustande, und dann lasse sich am Ende niemand mehr impfen.
Was die offiziellen Zahlen sagen
Zur Einordnung: Nach eigenen Angaben hat das PEI vom 27. Dezember 2020 bis Ende 2024 bundesweit 350.868 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen erfasst, bei mehr als 197 Millionen Impfungen. 63.909 dieser Meldungen stufte die Behörde als schwerwiegend ein. Neue Risikosignale habe sie zuletzt nicht festgestellt.
Das PEI schreibt allerdings selbst, dass solche Spontanmeldungen meist nichts über Ursache oder tatsächliche Häufigkeit aussagen. Das System funktioniert nur, wenn auch gemeldet wird. Wenn eine Klinik abwinkt, taucht der Fall nirgends auf. Wichtig zu wissen: Betroffene und Angehörige können Verdachtsfälle auch selbst beim PEI melden.
Kinder, Kritik und ein hoher Preis
Precht nutzte das Gespräch auch für eine grundsätzliche Abrechnung. Gegen das Impfen an sich habe er nichts. Ein Problem habe er aber mit Impfstoffen, die an Kindern nicht getestet worden seien. Kinder seien nicht zu ihrem eigenen Schutz geimpft worden, sondern um andere zu schützen.
Für solche Positionen sei er damals in Medien wie dem „Spiegel“ oder der „Frankfurter Rundschau“ an den Pranger gestellt worden, sagt Precht. Dort habe er lesen müssen, an seinen Händen klebe „das Blut von Millionen Menschen“. Sein bitteres Fazit: „Also, wenn das mal keine hohen sozialen Kosten sind.“
Bemerkenswert ist, wer das sagt. Precht gehört fest zum Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dass sich so jemand öffentlich so deutlich äußert, zeigt, wie weit die Aufarbeitung der Corona-Jahre noch zurückliegt. Aus Sicht unserer Redaktion gehören Melde-Lücken, unsaubere Statistiken und die Ausgrenzung von Kritikern endlich ehrlich auf den Tisch, auch in Berlin. Wer Vertrauen zurückhaben will, muss erst einmal zuhören.
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