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Kettner Edelmetalle
27.02.2026
07:23 Uhr

Private Equity vor dem Abgrund: Massensterben in der Branche droht

Was jahrelang als Goldgrube für institutionelle Investoren galt, entpuppt sich zunehmend als Fass ohne Boden. Die Private-Equity-Branche steckt in ihrer schwersten Krise seit dem Zusammenbruch der Finanzmärkte 2008/09 – und diesmal könnte es für viele Fonds kein Zurück mehr geben. Ein aktueller Bericht der Unternehmensberatung Bain & Co. zeichnet ein Bild, das selbst hartgesottene Finanzprofis erschaudern lassen dürfte.

Rückzahlungen auf historischem Tiefstand

Zum vierten Mal in Folge haben Private-Equity-Fonds ihren Investoren nur kümmerliche Ausschüttungen beschert. Gerade einmal 14 Prozent des verwalteten Kapitals flossen 2025 an die Geldgeber zurück – ein Niveau, das man zuletzt während der globalen Finanzkrise erlebte. Wer sein Geld in diese vermeintlich exklusive Anlageklasse gesteckt hat, wartet also seit Jahren auf nennenswerte Rückflüsse. Und ein Ende der Durststrecke ist nicht in Sicht.

Der Grund für die Misere liegt auf der Hand: Rund 32.000 unverkaufte Unternehmen im geschätzten Gesamtwert von etwa 3,8 Billionen Dollar lasten wie Bleigewichte auf den Portfolios der Fonds. Die durchschnittliche Haltedauer dieser Beteiligungen ist auf mittlerweile sieben Jahre angestiegen – gegenüber fünf bis sechs Jahren im Zeitraum von 2010 bis 2021. Die Exit-Volumina sanken im vergangenen Jahr um weitere zwei Prozent. Kurz gesagt: Die Branche sitzt auf einem Berg von Vermögenswerten, die sie schlicht nicht loswird.

Darwin lässt grüßen: Nur die Stärksten überleben

Romain Bégramian, geschäftsführender Partner bei GP Score, einem Unternehmen, das die Wertschöpfungsfähigkeiten von Private-Equity-Firmen bewertet, bringt es auf den Punkt: Es sei derzeit ein äußerst holpriger Weg für PE-Firmen. Die längst überfällige darwinistische Selektion finde nun endlich statt. Und er fügt hinzu, was viele in der Branche nur hinter vorgehaltener Hand aussprechen: Für einige der kleineren Fonds werde das Aussterben definitiv Realität werden.

„Viele Manager haben ihren letzten Fonds aufgelegt – sie wissen es nur noch nicht."

Diese düstere Einschätzung stammt von Kyle Walters, Senior-Analyst beim Datenanbieter PitchBook. Die betroffenen Fondsmanager würden sich wohl still und leise zurückziehen, so Walters weiter. Kein großes Drama, kein spektakulärer Zusammenbruch – einfach ein lautloses Verschwinden vom Markt.

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache

Die Daten von Bain untermauern das Bild einer Branche im freien Fall. Das Fundraising für Buyout-Fonds – also jene Vehikel, die mit Fremdkapitalhebel Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen erwerben – brach 2025 um 16 Prozent auf 395 Milliarden Dollar ein. Die Zahl der erfolgreich geschlossenen Buyout-Fonds, die ihre Zielgröße erreichten, sank sogar um 23 Prozent. Es war der vierte jährliche Rückgang in Folge.

Besonders aufschlussreich ist die Verteilung der verbliebenen Aktivität. Zwar stieg das globale Buyout-Dealvolumen um beeindruckende 44 Prozent auf 904 Milliarden Dollar. Doch dieser Anstieg ist eine Fata Morgana: Lediglich 13 Mega-Deals mit einem Volumen von jeweils über 10 Milliarden Dollar machten rund 30 Prozent des Gesamtvolumens aus – konzentriert vor allem in den USA. Die Gesamtzahl der Transaktionen ging hingegen um sechs Prozent zurück. Die Großen fressen die Kleinen, während der Mittelstand der Branche langsam erstickt.

Mittelständische Manager unter besonderem Druck

Die Belastung trifft keineswegs alle gleichermaßen. Große Buyout-Häuser mit ihren diversifizierten Strategien und gewaltigen Kapitalpolstern können Durststrecken bei Exits und Dealmaking besser überbrücken. Für mittelständische und aufstrebende Manager hingegen wird die Luft immer dünner. Sie müssen sich von ihren Wettbewerbern abheben – und das in einem Umfeld, in dem viele noch auf Portfoliounternehmen sitzen, die sie während des billigen Geldrausches der Jahre 2021 und 2022 zu Höchstbewertungen eingekauft haben.

Das Ende der finanztechnischen Trickkiste

Was die Krise besonders brisant macht: Das alte Erfolgsrezept der Branche funktioniert schlicht nicht mehr. Jahrelang konnten Private-Equity-Firmen mit einer simplen Formel Geld verdienen – billige Schulden aufnehmen, Unternehmen kaufen, von steigenden Bewertungsmultiplikatoren profitieren und mit sattem Gewinn wieder verkaufen. Operatives Know-how war dabei oft nur Beiwerk. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Bain beschreibt den Paradigmenwechsel mit der Formel „12 ist das neue 5". Wo früher ein jährliches EBITDA-Wachstum von rund fünf Prozent ausreichte, um das 2,5-Fache des eingesetzten Kapitals zurückzuerwirtschaften, müssen Portfoliounternehmen heute fast 12 Prozent Gewinnwachstum pro Jahr liefern – bei Fremdkapitalkosten von acht bis neun Prozent und stagnierenden Bewertungen. Das ist eine völlig andere Welt, in der nur noch jene Manager bestehen können, die tatsächlich operativen Mehrwert schaffen: durch Preisdisziplin, Optimierung des Betriebskapitals und echte Managementverbesserungen.

Zombie-Fonds und die Illusion der Continuation Vehicles

Statt Verluste zu realisieren und Unternehmen zu niedrigeren Bewertungen abzustoßen, greifen immer mehr Fondsmanager zu einem fragwürdigen Instrument: sogenannten Continuation Vehicles. Diese Konstrukte erlauben es, Investoren zwar eine gewisse Liquidität anzubieten, die Vermögenswerte aber weiterhin zu halten – im Grunde ein Zeitkauf auf Kosten der Transparenz. Lucinda Guthrie von Mergermarket spricht von einem wachsenden Trend „zombifizierter" Vermögenswerte. Fonds sitzen auf einem Rückstau nicht realisierter Exits und können gleichzeitig kein frisches Kapital einwerben.

Doch wenn Firmen kein Kapital an ihre Investoren zurückgeben, sei dieses Modell auf Dauer nicht tragfähig, warnt Guthrie. Sie erwartet, dass 2026 zum Schicksalsjahr der Branche wird – ein Jahr, das die Spreu vom Weizen trennt. Eine Bereinigung, die sie als „definitiv darwinistisch" bezeichnet.

Ein Markt mit mehr PE-Fonds als McDonald's-Filialen

Dass die Branche eine Konsolidierung dringend nötig hat, verdeutlicht eine fast schon absurde Statistik: In den USA gibt es mittlerweile mehr Private-Equity-Fonds als McDonald's-Restaurants. Die Expansion der vergangenen Jahre war offensichtlich maßlos – befeuert von Nullzinsen und der verzweifelten Suche institutioneller Investoren nach Rendite. Nun folgt die Rechnung.

Bégramian dämpft allerdings die Erwartung, dass Konsolidierung allein das Problem lösen könnte. Nicht jede strauchelnde PE-Firma könne von Branchenriesen wie BlackRock oder Apollo aufgekauft werden. Der Appetit der Mega-Plattformen, jeden angeschlagenen Fondsmanager aufzusammeln, sei begrenzt – zumal das, was zum Verkauf stehe, oft nur Gebühreneinnahmen seien, die an schwer zu bewertende oder schwer zu veräußernde Portfolios geknüpft sind.

Was Anleger aus dieser Entwicklung lernen sollten

Die Krise der Private-Equity-Branche ist ein weiteres Warnsignal für alle, die ihr Vermögen blindlings in komplexe und intransparente Finanzprodukte gesteckt haben. Wenn selbst professionelle Fondsmanager mit Milliarden unter Verwaltung ihre Beteiligungen nicht mehr gewinnbringend veräußern können, sollte das jeden Privatanleger nachdenklich stimmen. Die Zeiten, in denen billiges Geld alle Fehler kaschierte, sind endgültig vorbei – und mit ihnen die Illusion garantierter Überrenditen.

In einem solchen Umfeld gewinnen physische Edelmetalle als Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios einmal mehr an Bedeutung. Gold und Silber kennen keine Haltedauerprobleme, keine Exit-Schwierigkeiten und keine Zombie-Bewertungen. Sie sind seit Jahrtausenden bewährte Wertspeicher – gerade dann, wenn die vermeintlich cleveren Konstrukte der Finanzindustrie an ihre Grenzen stoßen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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