
Puder, Pinsel, Profi-Fotos: 188.000 Euro für Klingbeils Image!

Rund 188.000 Euro Steuergeld sind seit Mai 2025 im Bundesfinanzministerium für Fotografen und Visagisten angefallen. Das geht Medienberichten zufolge aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der AfD-Bundestagsfraktion hervor. Die Rechnung landet ausgerechnet beim Ressort von Lars Klingbeil (SPD), der den Bürgern gerade höhere Steuern auf Tabak und Schaumwein sowie eine neue Zuckersteuer verkaufen will.
Die Frage Nr. 339
Gestellt hat die Frage der nordrhein-westfälische AfD-Abgeordnete Hauke Finger. Er wollte wissen, was das Ministerium seit Klingbeils Amtsantritt für Visagisten, Maskenbildner, Stylisten und Fotografen ausgegeben hat. Außerdem fragte er, auf welcher vertraglichen Grundlage diese Leistungen eingekauft werden.
Geantwortet hat der Parlamentarische Staatssekretär Dennis Rohde (SPD). Demnach nutze das Ministerium für die Bebilderung seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit externe Fotografen und habe dafür einen eigenen Rahmenvertrag mit einer Fotoagentur abgeschlossen. Wo es für Fotoaufnahmen nötig sei, würden darüber auch Visagisten gebucht. Bei bestimmten Anlässen kämen zusätzlich Dienst- oder Werkverträge für Visagisten hinzu.
Wie sich die Summe genau auf Kamera und Make-up verteilt, geht aus den bislang bekannten Angaben nicht hervor. Klar ist nur: Billig ist ein gutes Bild in Berlin nicht.
Wasser predigen, Wein besteuern?
Finger spart nicht mit Kritik. Laut dem Bericht wirft er Klingbeil vor, er habe „satte 188.000 Euro Steuergeld für Fotos und Schminke verbrannt“, während er öffentlich über Schuldenbremse, Konsolidierung und Sparzwang rede. Die Styling-Kosten seien zudem um 50 Prozent gestiegen. Seine Bilanz:
„So sieht keine glaubwürdige Finanzpolitik aus.“
Man muss die Polemik nicht teilen, um einen wunden Punkt zu erkennen. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht offiziellen Angaben zufolge eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro vor. Rechnet man die Sondervermögen dazu, liegt die Neuverschuldung bei gut 200 Milliarden Euro. Gleichzeitig sollen die Tabaksteuer rund 756 Millionen und die höhere Schaumweinsteuer rund 380 Millionen Euro zusätzlich einbringen. Der Bürger zahlt also mehr. Und der Minister lässt sich professionell ins Licht rücken.
Kein Einzelfall, sondern ein Muster
Schon im Herbst 2025 hatte eine EU-weite Ausschreibung des Ministeriums für Foto- und Videodienstleistungen Schlagzeilen gemacht. Medien berichteten damals von einem Rahmenvertrag im Umfang von fast 600.000 Euro. Und das, während der Kassenwart der Nation anderen Ressorts das Sparen predigte.
Auch frühere Fälle zeigen, wie selbstverständlich der Griff in die Staatskasse geworden ist:
- Annalena Baerbock (Grüne) kostete als Außenministerin allein 2022 rund 136.500 Euro für eine Visagistin, die sie auf Reisen begleitete.
- Für Ende 2023 wurden laut Berichten teils mehr als 11.000 Euro pro Monat für Haare und Make-up bekannt.
- Für Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) zahlte der Steuerzahler von Juli 2024 bis März 2026 rund 64.677 Euro für Friseur und Visagistin.
- Auch für Kanzler Friedrich Merz wurden Medienberichten zufolge mehrere Tausend Euro für Visagisten fällig.
Eine Frage des Stils
Natürlich brauchen Ministerien Fotos, und kein Politiker soll im grellen Studiolicht wie ein Gespenst aussehen. Darum geht es nicht. Es geht um Maß und Mitte. Wer jeden Cent im Sozialstaat umdrehen, Bürgern neue Abgaben aufbürden und Rekordschulden schönreden will, sollte bei sich selbst anfangen.
Ein Handwerksmeister, der seinen Betrieb durch harte Zeiten bringen muss, streicht zuerst das Überflüssige. In Berlin scheint dieser Grundsatz nicht zu gelten. Da wird zuerst der Steuerzahler zur Kasse gebeten und erst danach, vielleicht, über die Kosten fürs Puderdöschen nachgedacht. Vertrauen in die Finanzpolitik gewinnt man so kaum zurück.












