
Pulverfass Naher Osten: Houthi-Rebellen verhängen Seeblockade gegen Saudi-Arabien – droht der Öl-Schock?

Während Deutschland sich in Debatten über Gendersternchen und die nächste ideologische Baustelle verliert, brennt am anderen Ende der Welt die Lunte an einem der wichtigsten Nervenstränge der Weltwirtschaft. Die jemenitischen Houthi-Rebellen haben eine sofortige Seeblockade gegen die gesamte saudische Schifffahrt verkündet. Ein Schritt, der das Zeug hat, die ohnehin fragile Ordnung am Golf endgültig zum Einsturz zu bringen – mit Folgen, die auch der deutsche Autofahrer an der Zapfsäule zu spüren bekommen könnte.
Auge um Auge – die neue Eskalationsspirale
Der Militärsprecher der Houthis, Yahya Saree, verkündete den Bann in bester biblischer Rhetorik: eine "Gleichung von Auge um Auge". Auslöser sei ein jüngster Angriff auf den Flughafen von Sanaa gewesen. Konkrete Details, wo und an welchen Nadelöhren die Rebellen ihre Blockade durchsetzen wollen, blieb der Sprecher freilich schuldig. Doch die geografische Lage spricht Bände: Saudi-Arabien exportiert nach Angaben von Rohstoffanalysten rund 4,5 Millionen Barrel Öl pro Tag über den Hafen Yanbu am Roten Meer – ein Großteil davon nimmt seinen Weg durch die Meerenge Bab al-Mandab, direkt vorbei an der jemenitischen Küste.
Wer die Landkarte kennt, ahnt die Sprengkraft dieser Ankündigung. Es ist, als würde man einem Nachbarn drohen, ihm die Einfahrt zuzuparken – nur dass es sich hier nicht um einen Kleinwagen, sondern um einen der zentralen Blutkreisläufe der globalen Energieversorgung handelt.
Vom brüchigen Waffenstillstand zum offenen Krieg?
Vergangene Woche griff die von Saudi-Arabien angeführte Koalition den von den Houthis kontrollierten internationalen Flughafen von Sanaa an und gefährdete damit einen seit 2022 bestehenden, ohnehin dünnhäutigen Waffenstillstand. Saudische Kampfjets hätten eine iranische Passagiermaschine an der Landung gehindert, nachdem die vom Westen anerkannte jemenitische Regierung vor iranischen Flugzeugen im Luftraum des zerrissenen Landes gewarnt habe.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Innerhalb weniger Tage sollen die Houthis erstmals seit Jahren wieder Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert haben. Und Saree drohte unmissverständlich mit der ganz großen Eskalation:
Sollte Saudi-Arabien zu einer umfassenden Aggression gegen den Jemen übergehen, werden sämtliche Energieanlagen und alle vitalen Einrichtungen Saudi-Arabiens Ziele für Raketen und Drohnen sein.
Man müsse, so der Sprecher weiter, "auf die Blockade mit einer Blockade und auf jede Eskalation mit Eskalation" antworten. Die jemenitischen Streitkräfte seien für "alle Optionen" bereit. Es sind die Worte einer Miliz, die sich über Jahre hinweg von einem halben Jahrzehnt Luftkrieg durch die Koalition aus Saudi-Arabien, den Emiraten und den USA nicht in die Knie zwingen ließ.
Ein Konflikt mit langer Vorgeschichte
Wer glaubt, es handele sich hier um eine plötzliche Laune bärtiger Rebellen, verkennt die Geschichte. Bereits seit 2015 verhängt Saudi-Arabien eine Blockade über die Land-, See- und Lufthäfen des Jemen und schnürt damit lebenswichtige kommerzielle und humanitäre Importe ab – Treibstoff und Nahrungsmittel inklusive. Die "international anerkannte" jemenitische Regierung, die seit einem Jahrzehnt aus dem südlichen Aden heraus operiert, wurde über Jahre von Riad, Abu Dhabi und Washington künstlich am Leben gehalten. Der Präsident selbst floh vor einem Jahrzehnt dorthin. Es ist die klassische Konstellation eines Stellvertreterkrieges, in dem sich die geopolitischen Großmächte auf dem Rücken der Zivilbevölkerung austoben.
Was bedeutet das für uns?
Für den deutschen Bürger mag der Jemen weit weg erscheinen. Doch die Lehre dieser Krise ist so alt wie die Handelsgeschichte selbst: Wer sich in Abhängigkeit von fremden Rohstoffströmen und fragilen Lieferketten begibt, ist erpressbar. Steigen die Ölpreise, weil die Meerenge Bab al-Mandab zum Kriegsschauplatz wird, importiert Deutschland die nächste Inflationswelle gleich mit. Eine Regierung, die derweil Hunderte Milliarden an neuen Schulden auftürmt und die Energieversorgung ihres eigenen Landes ideologisch verstümmelt hat, steht solchen externen Schocks nahezu wehrlos gegenüber.
Genau in solchen Momenten zeigt sich der Wert von Beständigkeit. Während Papierwährungen und Aktienkurse bei jeder geopolitischen Erschütterung ins Wanken geraten, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrtausende bewiesen, dass sie Krisen überdauern. Sie kennen keine Lieferkette, die blockiert werden könnte, und keine Notenbank, die sie beliebig vermehren kann. Als krisenfeste Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie der ruhende Pol in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät.
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