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11.06.2026
06:51 Uhr

Pulverfass Nahost: Spielt Trump nun Erdogan gegen Netanjahu aus?

Pulverfass Nahost: Spielt Trump nun Erdogan gegen Netanjahu aus?

Der Nahe Osten brennt – und mittendrin ein Geflecht aus Machtkalkül, persönlichen Eitelkeiten und geopolitischem Schachspiel, das selbst erfahrene Beobachter ins Grübeln bringt. Während israelische Kampfjets und iranische Raketen die Region in Atem halten, meldet sich nun ein dritter Akteur lautstark zu Wort: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Seine Worte tropfen vor Pathos, doch hinter den großen Gesten könnte ein eiskalt berechnetes Spiel stecken.

Erdogans Drohgebärden: Großmachtträume in osmanischem Gewand

In einer Rede vor seiner AKP-Fraktion in Ankara holte Erdogan zum verbalen Rundumschlag aus. Die Sicherheit der Türkei, so seine Botschaft, beginne nicht etwa an den eigenen Grenzen, sondern in Aleppo, Damaskus und Beirut. Man werde, ließ er verlauten, weder „vollendete Tatsachen in den Ländern unserer Brüder“ dulden noch Aggressionen ignorieren. Wer genau hinhört, erkennt hier nicht nur die Sprache eines besorgten Nachbarn, sondern den unverhohlenen Anspruch eines Mannes, der von der Wiederauferstehung osmanischer Größe träumt.

„Wenn Israels Banditentum nicht gestoppt wird, wird die ganze Welt, zusammen mit der Region, die Folgen tragen.“ – So die markigen Worte des türkischen Präsidenten.

Besonders pikant: Erst kürzlich hatte der türkische Innenminister von einer angeblichen „Befreiung“ Jerusalems schwadroniert und die Wiederherstellung osmanischer Kontrolle über die Stadt in Aussicht gestellt. Israels Außenministerium konterte trocken, das Osmanische Reich sei nun einmal Geschichte. Man fragt sich unwillkürlich: Wie viel Großmannssucht verträgt eine ohnehin schon brennende Region?

Die Männerfreundschaft mit Trump – und ihr möglicher Hintergedanke

Auffällig ist der Zeitpunkt von Erdogans Säbelrasseln. Denn das Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu soll sich erheblich abgekühlt haben. Berichten zufolge habe Trump den israelischen Premier mehrfach telefonisch übel beschimpft und ihm gar entgegengeschleudert, die ganze Welt „hasse“ ihn und Israel. Ob diese Schilderungen in jedem Detail zutreffen, sei dahingestellt – doch das Bild eines wachsenden Risses zwischen Washington und Jerusalem verdichtet sich.

Erdogan jedenfalls inszeniert sich demonstrativ als enger Vertrauter Trumps. Den angekündigten Besuch des US-Präsidenten beim Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara feierte er als „wichtigen Schritt für den Zusammenhalt des Bündnisses“. Man darf durchaus die Frage stellen: Ist das laute Getöse aus Ankara mit dem Weißen Haus abgestimmt, um Druck auf den unbequem gewordenen Netanjahu aufzubauen?

Netanjahus scharfe Replik

Der israelische Ministerpräsident ließ sich nicht lange bitten. Erdogan sei „der Letzte“, der Israel Moralpredigten halten dürfe – schließlich unterstütze er die Hamas, unterdrücke das eigene Volk und sperre politische Gegner ein. Eine Retourkutsche, die sitzt. Israel werde, so Netanjahu, weiterhin entschieden gegen den Iran und dessen Verbündete vorgehen.

Pikant wird es, wenn man bedenkt, dass Trump zuletzt überraschend Zweifel an Netanjahus politischer Zukunft äußerte. Ob „Bibi“ überhaupt weitermachen wolle, soll er gefragt haben. Aus Jerusalem kam das Dementi prompt: Man werde antreten und – so Gott wolle – auch gewinnen.

Spionage unter Freunden – wenn das Misstrauen wächst

Eine weitere Pikanterie liefert ein Bericht der New York Times: Israelische Geheimdienste hätten in ungeahntem Ausmaß das unmittelbare Umfeld Trumps ausgespäht. Zwar überwachen sich Verbündete bekanntermaßen gegenseitig, doch hier sei laut US-Quellen eine rote Linie überschritten worden. Dass enge Partner einander derart belauern, zeigt, wie brüchig selbst scheinbar unverbrüchliche Allianzen geworden sind.

Eskalation ohne Ende

Während die Diplomatie hinter den Kulissen brodelt, sprechen an der Front die Waffen. Die USA flogen am Dienstag erneut Angriffe gegen den Iran, nachdem Trump Teheran für den Abschuss eines US-Apache-Hubschraubers in der Straße von Hormus verantwortlich gemacht hatte. Ob es sich um Absicht oder einen tragischen Unfall handelte, ist umstritten. Die iranischen Revolutionsgarden behaupteten, die 5. US-Flotte in Bahrain mit Drohnen attackiert zu haben, und drohten mit „schärferen Reaktionen“. Israel wiederum setzte seine Angriffe im Südlibanon fort und ordnete Evakuierungen ganzer Dörfer an.

Was bedeutet das für uns?

Während sich Großmächte und regionale Player gegenseitig belauern, beschimpfen und bombardieren, steigt der Ölpreis – und mit ihm die Gefahr, dass die ohnehin geschundene deutsche Wirtschaft weiter ins Straucheln gerät. Eine Bundesregierung, die lieber über Klimaneutralität im Grundgesetz diskutiert, als sich auf geopolitische Verwerfungen vorzubereiten, lässt den Bürger im Regen stehen. Geopolitische Krisen dieser Größenordnung haben in der Geschichte stets eines bewiesen: Wenn Papierversprechen und politische Eitelkeiten zerfallen, zählt am Ende der reale Wert. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg jede Krise, jeden Krieg und jeden Währungszerfall überdauert – ein Umstand, den umsichtige Anleger zur Beimischung in ein breit gestreutes Vermögensportfolio durchaus bedenken sollten.

Hinweis: Die in diesem Beitrag dargestellten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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