
Putins Griff nach Metro: Kreml übernimmt deutsches Russland-Geschäft!

Jetzt hat der Kreml zugegriffen. Mit einem Erlass von Präsident Wladimir Putin, der am Montag veröffentlicht wurde, kommt das Russland-Geschäft des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro unter „vorübergehende Verwaltung“. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sollen die Vermögenswerte an die russische Gesellschaft UK Torg RUS gehen. Eine Begründung steht laut Reuters nicht in dem Dokument.
Wie „vorübergehend“ diese Verwaltung am Ende wirklich ist, weiß wohl nur Moskau. Die Erfahrung der vergangenen Jahre spricht jedenfalls nicht für eine baldige Rückgabe.
Ein Milliardengeschäft mit neuem Hausherrn
Die Zahlen zeigen, worum es geht. Laut AFP setzte Metro in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres in Russland 2,14 Milliarden Euro um. Das waren rund 8,7 Prozent des Konzernumsatzes. Der russische Markt wuchs dem Bericht zufolge um mehr als zehn Prozent und stand damit für etwa ein Drittel des gesamten Konzernwachstums.
Auch das Geld auf dem Konto ist beachtlich: Zum 30. Juni 2026 hielt die russische Tochter laut AFP Barmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 152 Millionen Euro. Interfax zufolge betrieb Metro 2025 insgesamt 91 Standorte in 51 russischen Regionen. Die Tochtergesellschaft ließ Reuters zufolge mitteilen, der Betrieb laufe normal weiter und alle Verpflichtungen gegenüber Kunden in den Märkten und Online-Shops würden erfüllt. Zum Erlass selbst äußerte sie sich demnach nicht.
Nestlé, Auchan, Aptar: Die Liste wird immer länger
Metro ist kein Einzelfall. Laut AFP hatte der Kreml erst in der Vorwoche das Russland-Geschäft des US-Konzerns Aptar unter staatliche Verwaltung gestellt. Davor traf es demnach den Schweizer Lebensmittelriesen Nestlé, die französischen Unternehmen Auchan und FM Logistic sowie das frühere Russland-Geschäft von Leroy Merlin.
Bei Nestlé und Auchan habe Moskau Reuters zufolge auf feindselige Handlungen sogenannter „unfreundlicher“ Staaten verwiesen. Neu ist das Vorgehen nicht. Im Frühjahr 2023 schuf der Kreml per Dekret die Grundlage für solche Übernahmen. Zu den ersten Betroffenen gehörten damals die russischen Töchter des deutschen Energieversorgers Uniper und des finnischen Konzerns Fortum. Einige Monate später folgten Danone und Carlsberg.
Wer bleibt, zahlt trotzdem
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 haben sich viele westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen. Andere stellten ihr Geschäft ein oder übergaben es an russische Firmen. Metro entschied sich fürs Bleiben und musste dafür in Deutschland viel Kritik einstecken. Der Konzern erklärte öffentlich, er habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht und prüfe die Lage im Vorstand regelmäßig.
Nun sitzen die Düsseldorfer zwischen allen Stühlen. Zu Hause warf man ihnen das Festhalten am Russland-Geschäft vor, in Moskau übernimmt jetzt der Staat. Für Beobachter zeigt der Fall vor allem eines: In einem autoritär regierten Land hängt Eigentum am Wohlwollen der Führung. Und Berlin hat kaum Mittel, um die Vermögen deutscher Unternehmen im Ausland zu schützen.
Die Lehre für Sparer und Anleger
Der Fall Metro zeigt, wie schnell Vermögen verschwinden kann, wenn es von fremden Regierungen, Gegenparteien oder politischer Laune abhängt. Ob Beteiligungen im Ausland, Bankguthaben oder Wertpapiere: Am Ende zählt, wer im Ernstfall die Kontrolle hat.
Viele Bürger setzen deshalb auf Werte, die sie selbst in der Hand halten. Physisches Gold und Silber sind nicht auf Zahlungsversprechen angewiesen und hängen nicht vom Erlass eines Präsidenten ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, Vermögen in unsicheren Zeiten zu sichern.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigene Recherchen durchführen und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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