
Rauch über Riad: Houthis greifen Saudi-Arabiens Ölherz an!

Schwarze Rauchsäulen über der Hauptstadt des größten Ölexporteurs der Welt: Am Samstag, dem 3. Oktober, stieg nach Augenzeugenberichten dichter Qualm über der Aramco-Raffinerie südlich von Riad auf. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen aus dem Jemen erklärten, sie hätten die Anlage mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Saudi-Arabien bereitet laut US-Regierungsvertretern jetzt eine Großoffensive vor.
Satelliten zeigen auffällige Hitzesignaturen
Was genau brennt, ist bislang offen. Weder die saudischen Behörden noch Aramco haben den Angriff bestätigt, eine Stellungnahme des Konzerns lag Medienberichten zufolge zunächst nicht vor. Auf X kursieren dagegen zahlreiche, nicht überprüfte Videos, die Brände an mehreren Stellen des Geländes zeigen sollen.
Ein türkisches Nachrichtenportal verweist auf das Satellitensystem FIRMS der NASA. Es habe ungewöhnlich starke Wärmesignaturen über der Raffinerie erfasst. Die Anlage verarbeitet rund 130.000 Barrel pro Tag und zählt zu den wichtigsten des Königreichs.
Die Houthis sprechen von Vergeltung für saudische Angriffe auf Sanaa und andere Provinzen. Schon vergangene Woche wollen sie Aramco-Anlagen in Yanbu getroffen haben. Riad meldete damals, sechs ballistische Raketen in Richtung Taif und Yanbu abgefangen zu haben, aber keine Schäden.
Riad rüstet zum Gegenschlag, Washington zögert
Parallel berichtet das US-Portal Axios unter Berufung auf zwei amerikanische Regierungsvertreter, Saudi-Arabien plane in den kommenden Tagen eine massive Offensive. Ziel seien Küstengebiete am Roten Meer, die den Rebellen Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandeb verschaffen. Die Houthis hatten dort in den vergangenen Wochen Schlüsselstellungen eingenommen.
Bodentruppen der international anerkannten jemenitischen Regierung sollen dabei unter saudischem Luftschirm vorrücken. Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman habe am Donnerstag mit seinem US-Kollegen Pete Hegseth telefoniert und erneut um amerikanische Luftschläge gebeten. Die Antwort fiel kühl aus: Die USA würden „vorerst“ nicht militärisch eingreifen. Es ist bereits die zweite Abfuhr binnen weniger Wochen. Laut US-Vertretern könne sich das aber ändern, sollte die Operation ins Stocken geraten.
Tickende Uhren in Teheran und Washington
Die Lage im Golf wird dadurch nicht übersichtlicher. Präsident Trump hatte dem Magazin TIME vergangene Woche bekräftigt, die Angriffe auf den Iran nach den Midterm-Wahlen im November womöglich auszuweiten, falls kein akzeptabler Deal zustande komme. Der Politologe Robert Pape von der Universität Chicago warnt zudem vor einer neuen Eskalationsstufe:
„That clock has now run out.“
Hintergrund: Irans Oberster Nationaler Sicherheitsrat hatte am 16. August beschlossen, sich erneute Angriffe auf US-Streitkräfte vorzubehalten, falls Washington die Seeblockade iranischer Häfen nicht binnen 45 Tagen aufhebe. Diese Frist lief am 1. Oktober ab.
Déjà-vu von Abqaiq und die Rechnung zahlt Europa
Erinnerungen werden wach an den September 2019. Damals legten Drohnen- und Raketenangriffe auf die Anlagen Abqaiq und Khurais zeitweise rund die Hälfte der saudischen Ölförderung lahm. Diesmal ist die Ausgangslage noch brisanter, denn durch Bab al-Mandeb läuft ein erheblicher Teil des Welthandels zwischen Asien und Europa.
Für deutsche Verbraucher ist das keine ferne Wüstengeschichte. Die Nordseesorte Brent kostete Ende September laut US-Notenbankdaten knapp 114 Dollar je Barrel. Berichten zufolge stieg die Inflation im Euroraum im September wegen der Treibstoffkosten auf 3,8 Prozent. Und Berlin? Die Bundesregierung hat zu einer krisenfesten Energieversorgung bislang vor allem neue Schulden zu bieten.
Wer sein Erspartes gegen Inflation und geopolitische Schocks absichern will, setzt seit Jahrhunderten auf ein bewährtes Mittel: Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio einen stabilen Anker bilden, gerade wenn am Golf die Raffinerien brennen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.
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