
Reichensteuer-Schock: Wie Kalifornien fast Mark Zuckerberg verlor

Meta-Chef Mark Zuckerberg hat ernsthaft überlegt, Kalifornien zu verlassen. Der Grund ist eine geplante Milliardärssteuer. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor, die der Facebook-Konzern am 21. Oktober bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Gehalten hat ihn am Ende kein Sonnenstaat-Charme, sondern ein milliardenschwerer Aktien-Deal.
Fünf Prozent auf alles – einmalig, aber brutal
Am 3. November stimmen Kaliforniens Wähler über die sogenannte Proposition 40 ab. Sie sieht eine einmalige Abgabe von 5 Prozent auf das gesamte weltweite Nettovermögen von Milliardären vor. Erfasst werden soll jeder, der am 1. Januar 2026 im Bundesstaat gemeldet war. Wer danach wegzieht, entkommt der Steuer also nicht so einfach.
Fällig wäre das Geld 2027. Wer will, kann es nach Angaben von Steuerexperten auf fünf Jahre verteilen, zahlt dann aber Aufschläge. Laut der unabhängigen Haushaltsanalyse des Bundesstaats sollen 90 Prozent der Einnahmen ins Gesundheitswesen fließen. In Kalifornien leben Berichten zufolge bis zu 250 Milliardäre mit zusammen mehr als zwei Billionen Dollar Vermögen.
Bei Zuckerberg, dessen Vermögen Forbes auf rund 240 Milliarden Dollar schätzt, kämen rechnerisch etwa zwölf Milliarden Dollar zusammen. Die Meta-Anwälte sprechen in dem Dokument von einer Steuerlast in Milliardenhöhe.
Das Abendessen, bei dem alles ins Rollen kam
Medienberichten zufolge kündigte Zuckerberg bei einem Abendessen mit Board-Mitgliedern am 9. September an, er prüfe einen Wegzug. Sein Haus in Palo Alto habe er schon vier Tage später zum Verkauf anbieten wollen. Bereits im Februar hatte er sich laut Wall Street Journal ein Anwesen in Florida gekauft.
Im SEC-Dokument heißt es, ein solcher Schritt wäre öffentlich gewesen und hätte bei den Mitarbeitern unweigerlich Fragen zur künftigen Führung aufgeworfen. Ein Sonderausschuss unabhängiger Direktoren schlug Alarm. Zuckerberg sei seit der Gründung entscheidend für das Wachstum gewesen, so das Gremium. Man wolle die Probleme aus der Corona-Zeit nicht wiederholen, als der Chef nicht vor Ort bei seinem Management sein konnte.
Der Deal: Neue Aktien gegen Heimattreue
Die Lösung ist so raffiniert wie bezeichnend. Ab Januar 2027 gibt Meta eine neue Klasse stimmrechtsloser C-Aktien aus, die per Dividende an alle Aktionäre verteilt werden. Das wirkt praktisch wie ein Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins. Zuckerberg kann davon Berichten zufolge sofort 20 Prozent verkaufen, um eine mögliche Steuerrechnung zu begleichen, ohne seine Stimmrechtskontrolle zu verlieren.
Im Gegenzug sagt er zu, acht Jahre lang in Kalifornien oder am jeweiligen Hauptsitz des Konzerns zu wohnen. Es gibt allerdings eine Ausnahme für „wesentliche unvorhergesehene Umstände“. Das Ziel sei, so das Dokument, Zuckerberg in der Nähe der Meta Superintelligence Labs zu halten. Gleichzeitig braucht Meta für seine KI-Pläne nach eigenen Prognosen „Hunderte Milliarden Dollar“ an frischem Kapital.
Rekordzahlen im Hintergrund
Am Geld mangelt es dem Konzern derzeit nicht. Im dritten Quartal verdiente Meta 9,89 Milliarden Dollar nach 2,79 Milliarden im Vorjahreszeitraum, auch dank deutlich geringerer Steuern. Der Umsatz lag bei 64,6 Milliarden Dollar. Zuckerberg sagte, die Investitionen zahlten sich aus.
Eine Lektion, die auch Berlin lernen sollte
Selbst Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom lehnt die Steuer ab. Er warnt, sie würde Wohlhabende vertreiben und am Ende dem Haushalt schaden. Der Fall Zuckerberg liefert dafür das Lehrbuchbeispiel. Kapital ist ein scheues Reh, und es kennt den Weg nach Florida.
In Deutschland liegt die Vermögensteuer seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1995 auf Eis. Trotzdem fordern Teile von SPD, Grünen und Linken sie immer wieder zurück. Wer sich das Hin und Her in Kalifornien anschaut, sollte gewarnt sein: Am Ende zahlen nicht die Mobilen, sondern die Bleibenden, also Mittelstand und Familienunternehmen.
Für viele Sparer ist das ein Grund mehr, einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold und Silber zu halten. Edelmetalle können eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sein, gerade wenn Politiker immer neue Wege suchen, an privates Vermögen zu kommen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt weder eine Anlage- noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt unsere eigene Meinung sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlage- und Steuerentscheidungen selbst verantwortlich.

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