
Rubio trifft Lawrow: Letzte Chance auf Frieden vor dem Winter?

US-Außenminister Marco Rubio trifft sich am Mittwoch in New York mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Das Gespräch findet am Rande der UN-Vollversammlung statt, wie das US-Außenministerium mitteilte. Auf dem Tisch liegen zwei Kriege: der in der Ukraine und der im Iran.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Am selben Tag soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor der Generalversammlung sprechen. Diplomatie im Schichtbetrieb, könnte man sagen. Ob sie diesmal mehr bringt als warme Worte?
Selenskyj bietet einen Energie-Waffenstillstand an
Kiew hat im Vorfeld ein Angebot gemacht. Selenskyj erklärte, sein Land sei zu jeder Art von Waffenruhe im Energiesektor bereit. Voraussetzung sei, dass Moskau darauf verzichte, das ukrainische Energiesystem anzugreifen. Wie der Kreml dazu stehe, wisse er allerdings nicht.
Wie ernst die Lage ist, zeigte sich ausgerechnet am Morgen des Treffens. Ukrainischen Medienberichten zufolge griff Russland in Kiew zwei Tankstellen an, vier Bezirke der Region seien betroffen gewesen. Damit schickt Moskau eine Botschaft, bevor in New York überhaupt jemand am Tisch sitzt.
Washington als letzte Hoffnung
Selenskyj setzt weiter auf die USA. Er hoffe, dass Washington einen Weg finde, Russland „zu irgendeiner Form von Verhandlungen zu bewegen“. Sein Treffen mit Donald Trump am Vortag nannte er auf X „positiv und produktiv“. Man habe über Schritte zur Deeskalation gesprochen, die der Diplomatie den Weg ebnen könnten.
„Sowohl die USA als auch die Ukraine wollen, dass dieser sinnlose russische Krieg vor dem Winter endet.“
Moskau sendet ganz andere Signale
An Zweckoptimismus fehlt es nicht, an Ergebnissen schon. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus versucht die US-Regierung, Verhandlungen in Gang zu bringen. Gespräche zwischen Vertretern der USA, Russlands und der Ukraine blieben aber bisher ohne Durchbruch. Der Krieg dauert inzwischen mehr als viereinhalb Jahre.
Rubio und Lawrow hatten sich zuletzt im Juli in Manila am Rande eines ASEAN-Treffens gesehen. Schon damals soll der US-Außenminister Hoffnungen auf einen schnellen Frieden gedämpft haben. Seitdem ist Moskaus Ton eher schärfer geworden. Medienberichten zufolge erklärte Lawrow Anfang September, Russland führe derzeit keine Friedensgespräche. Nach dem Krieg solle die gesamte Ukraine eine Art „Pufferzone“ zwischen Russland und dem Westen werden.
Und dann ist da noch der Iran. Laut dem Bericht hat der Krieg dort die ohnehin mühsamen Vermittlungsversuche zusätzlich ausgebremst. Washington muss seine Aufmerksamkeit auf zwei Brandherde gleichzeitig verteilen. Für den Kreml dürfte das kein Nachteil sein.
Und wo bleibt Europa?
Beim Ringen um den Frieden verhandeln vor allem Washington und Moskau miteinander. Brüssel und Berlin schauen weitgehend zu, obwohl gerade Deutschland die Folgen des Krieges spürt: hohe Energiepreise, Milliarden an Hilfszahlungen und eine Industrie, die unter Druck steht. Zu allem Überfluss hat die EU Berichten zufolge ausgerechnet jetzt die Sanktionen gegen zwei russische Milliardäre aufgehoben. Lettland und Estland wollen deshalb eigene nationale Strafmaßnahmen verhängen. Eine geschlossene europäische Linie sieht anders aus.
Für die Bürger bedeutet diese Lage vor allem eines: Unsicherheit auf unbestimmte Zeit. In solchen Phasen suchen viele Sparer seit jeher Schutz in Sachwerten. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte Kriege, Krisen und Währungsreformen überstanden. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Stabilitätsanker sein, egal was in New York herauskommt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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