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KI-generiert

Selenskyj bei Böhmermann: Kiews Charme-Offensive im Gebührenfernsehen

Selenskyj bei Böhmermann: Kiews Charme-Offensive im Gebührenfernsehen
Symbolbild: KI-generiert

Ein Präsident im Krieg sitzt in einer Satiresendung: Wolodymyr Selenskyj hat im „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann mehr Hilfe für die Ukraine gefordert. Das Interview steht seit Mittwoch, dem 4. November, im ZDF-Streamingangebot und auf YouTube. Im linearen Fernsehen läuft es am Freitagabend um 23 Uhr. Selenskyj kommt mit seinem Appell zu einem heiklen Zeitpunkt, denn in Deutschland sinkt die Bereitschaft, noch mehr zu zahlen.

Hoffnung auf die Demokraten

Im Mittelpunkt steht die Lage in den USA. Nach den Kongresswahlen vom Dienstag kontrollieren die Demokraten Berichten zufolge sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat. Selenskyj sieht darin ein Gegengewicht zu Donald Trump. Die Demokraten seien bei der Ukraine-Hilfe „sehr klar“, sagte er. Deshalb glaube er, „dass wir mehr Unterstützung bekommen“.

Geld und Waffen aus dem Kongress könnten nach seiner Darstellung auch Wladimir Putin unter Druck setzen. Ob es so kommt, ist allerdings offen. Trump bleibt im Weißen Haus und soll zuletzt vom Kongress beschlossene Russland-Sanktionen per Dekret ausgesetzt haben. Mehr als eine politische Hoffnung ist Selenskyjs Rechnung vorerst nicht.

„Ich bin ein Clown“

Böhmermann spielt die Rollen gleich zu Beginn aus. Er stellt sich als Clown vor, der im Fernsehen lange versucht habe, Leute zum Lachen zu bringen, und sagt, sie beide hätten dasselbe gemacht. Jetzt müssten sie über Krieg sprechen. Danach geht es um Selenskyjs Weg vom Komiker ins höchste Staatsamt, um den Sänger James Blunt und ums Skifahren in Ischgl.

Auch Elon Musk kommt vor. Selenskyj lobt, dass SpaceX mit Starlink der Ukraine wichtige Kommunikationswege offen gehalten habe. Für Musks Haltung zum Krieg hat er dagegen wenig übrig: „Natürlich gefällt uns seine Haltung zu diesem Krieg nicht.“

Deutschland als neuer Zahlmeister

Dass Kiew ausgerechnet diese Bühne wählt, folgt einem klaren Kalkül. Böhmermann erreicht ein junges Publikum, das klassische Talkshows und Nachrichtensendungen kaum noch einschaltet. Die Zielgruppe ist also klar. Seit Washington seine Finanzhilfen zurückgefahren hat, gilt Deutschland als wichtigster Unterstützer der Ukraine. Schon bei seinem Besuch in Berlin am Dienstag hatte Selenskyj um weitere Hilfe geworben. Ohne Deutschland könne Europa seine Sicherheitsverantwortung nicht tragen, sagte er dort.

Bezahlen müssen das am Ende die deutschen Steuerzahler. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen ohnehin schon gewaltige neue Schulden aufgenommen. Und das Interview selbst zahlen die Bürger über den Rundfunkbeitrag mit, ob sie wollen oder nicht.

Die Stimmung kippt

Die Zahlen sind deutlich. Im ZDF-Politbarometer fiel der Anteil derer, die mehr europäische Militärhilfe wollen, von 43 Prozent im Februar auf 32 Prozent im Juni und 30 Prozent im Oktober. Wer weniger Hilfe will, legte im selben Zeitraum von 24 auf 31 und dann 32 Prozent zu.

  • Oktober: 33 Prozent wollen den bisherigen Umfang beibehalten
  • 30 Prozent wollen mehr Hilfe
  • 32 Prozent wollen weniger Hilfe

Im ARD-DeutschlandTrend vom September sagten 42 Prozent, die deutschen Waffenlieferungen gingen zu weit. Das ist der höchste Wert seit Kriegsbeginn. Die grundsätzliche Unterstützung für die Ukraine bricht damit nicht weg. Für zusätzliche Lieferungen findet sich aber immer seltener eine Mehrheit.

Showdown in Abu Dhabi

Für den 10. und 11. November planen die USA in Abu Dhabi ein Treffen von Vertretern der Ukraine und Russlands. Auf der Tagesordnung stehen ein Ende des Krieges, Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit danach, Deeskalation und humanitäre Fragen. In Vorgesprächen mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der EU und der Nato soll es um Sicherheitsgarantien und den Wiederaufbau gehen.

Die Positionen von Kiew und Moskau liegen nach wie vor weit auseinander. Gleichzeitig wächst in Washington der Druck auf die Ukraine, sich auf eine Einigung zuzubewegen. Selenskyj will sich also öffentlichen Rückhalt sichern, bevor über die Bedingungen eines Friedens verhandelt wird. Wenn in Abu Dhabi über Garantien und Wiederaufbau gesprochen wird, dürfte auch die Frage kommen, welchen Anteil Deutschland daran übernehmen soll.

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22.06.2026
9 Min.

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