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29.10.2026
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Starlink-Sabotage: Spur der Brandstifter fĂĽhrt nach Duisburg!

Starlink-Sabotage: Spur der Brandstifter fĂĽhrt nach Duisburg!
Symbolbild: KI-generiert

Zwei 19-jährige Deutsche aus Duisburg und Moers sitzen in Auslieferungshaft. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat sie festgesetzt, weil sie Anfang Oktober nahe der bulgarischen Hauptstadt Sofia Starlink-Antennen in Brand gesteckt haben sollen. Die Ermittler prüfen außerdem, ob es Verbindungen zu einer ganzen Serie von Sabotageakten in Europa gibt.

Festnahme im Ruhrgebiet

Zugegriffen wurde am vergangenen Freitag in Duisburg. So teilten es das OLG und die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf mit. Grundlage sind europäische Haftbefehle aus Bulgarien. Laut einer Gerichtssprecherin geht es um Brandstiftungsdelikte. Ob die beiden tatsächlich ausgeliefert werden dürfen, will der Senat später entscheiden.

Laut dem bulgarischen Haftbefehl, über den die Nachrichtenagentur BTA berichtete, sollen die Verdächtigen in einem Auto mit deutschem Kennzeichen als angebliche Touristen aus Serbien eingereist sein. Am 9. Oktober sollen sie dann südlich von Sofia acht Antennen angezündet haben. Den Ermittlern zufolge hielten sie sich nur wenige Stunden im Land auf. Rein, zündeln, raus. So jedenfalls sieht es die Anklage.

Bilanz der Zerstörung

Medienberichten zufolge standen in der bergigen Region 18 Antennen. Drei davon sollen komplett zerstört worden sein, zwei teilweise ausgebrannt und drei weitere beschädigt. Plamen Tontschew, Chef des bulgarischen Inlandsgeheimdienstes DANS, gehe von gezielter Sabotage aus. Weitere Anschläge dieser Art schließe er nicht aus.

Ein Muster, das Europa beunruhigt

Warum ausgerechnet Starlink? Das Satellitennetz von Elon Musks Konzern SpaceX ist ein zentraler Baustein der ukrainischen Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg. Wer die Bodenstationen trifft, trifft damit auch die Kommunikation an der Front.

Bulgarien ist dabei kein Einzelfall. Ende September brannte in Wolda Krobowska südlich von Warschau ein Starlink-Terminal, das auch die Internetversorgung der Ukraine sicherte. Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat. Premier Donald Tusk sprach Berichten zufolge von „hybrider Kriegsführung“. Auch in diesem Fall führten die Spuren nach Deutschland: Hier wurden vier Verdächtige festgenommen. Der polnische Geheimdienst behauptet sogar, Russland habe mit Strukturen der organisierten Kriminalität in Deutschland zusammengearbeitet.

Mitte Oktober folgte Litauen. Dort sollen Unbekannte versucht haben, Starlink-Anlagen auf einem Firmengelände mit Brandbeschleuniger und Molotowcocktails anzuzünden. Ein Wachmann bemerkte das Feuer rechtzeitig.

Die Litauen-Spur: Bestätigung steht aus

Brisant ist eine Äußerung von Saulius Briginas, dem stellvertretenden Leiter der litauischen Kriminalpolizei. Einem Rundfunkbericht zufolge erklärte er, zwei Verdächtige säßen auf Grundlage bulgarischer Haftbefehle in Deutschland ein. Einer habe die deutsche und die türkische, der andere die serbische und die deutsche Staatsangehörigkeit. Beide stünden nach seinen Angaben auch mit den Anschlägen in Polen und Bulgarien in Verbindung.

Dass es sich um die beiden Männer aus Duisburg und Moers handelt, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Das OLG betont, der bulgarische Haftbefehl beziehe sich ausschließlich auf die Tat bei Sofia. Die Anwälte der Beschuldigten wollen ihn anfechten. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Drei bis zwölf Jahre Haft drohen

Die bulgarische Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen zwischen drei und zwölf Jahren. Die deutschen Behörden begründen die Auslieferungshaft unter anderem mit dieser hohen Straferwartung, denn es bestehe Fluchtgefahr.

Aus Sicht unserer Redaktion bleibt eine unbequeme Frage: Warum führen die Spuren mutmaßlicher Saboteure immer wieder nach Deutschland? Außenminister Johann Wadephul warnte zuletzt, Europa sei ins Fadenkreuz Russlands geraten. Wenn junge Männer aus dem Ruhrgebiet tatsächlich als billige Handlanger für hybride Angriffe angeworben werden, ist das mehr als ein Kriminalfall. Es wäre ein Alarmsignal für Verfassungsschutz und Bundesregierung, die solche Netzwerke offenbar erst bemerken, wenn bereits Antennen brennen.

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