
Steuerfrust auf Rekordniveau: Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich vom Staat ausgeplündert
Die Zahlen sind so eindeutig wie ernüchternd – und sie bestätigen, was Millionen Deutsche längst am eigenen Geldbeutel spüren: 66 Prozent der Bundesbürger halten ihre Belastung durch Steuern und Sozialabgaben für zu hoch. Das ergab eine aktuelle Infratest-Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend", bei der 1.316 Wahlberechtigte befragt wurden. Lediglich 28 Prozent empfinden die Abgabenlast als angemessen. Ein verschwindend geringes Prozent hält sie gar für zu niedrig. Man fragt sich unwillkürlich, wer diese Menschen sind.
Die Leistungsträger tragen die schwerste Last
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Altersgruppen. Unter den 18- bis 34-Jährigen – also jenen, die gerade erst ins Berufsleben einsteigen und eigentlich voller Zuversicht in die Zukunft blicken sollten – empfinden satte 72 Prozent die Abgabenlast als erdrückend. Es sind die jungen Leistungsträger dieses Landes, die Fachkräfte von morgen, denen der Staat bereits zu Beginn ihrer Karriere das Gefühl vermittelt, vor allem als Melkkuh zu dienen. Bei den über 65-Jährigen liegt der Wert mit 56 Prozent zwar etwas niedriger, doch auch hier empfindet mehr als jeder Zweite die Belastung als überzogen.
Diese Zahlen sollten jeden Politiker in Berlin wachrütteln. Tun sie das? Die Antwort liefert die Umfrage gleich mit: 74 Prozent der Befragten haben kein Vertrauen darin, dass die Regierung die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest machen wird. Und 70 Prozent trauen der Regierung nicht zu, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Das ist kein Vertrauensverlust mehr – das ist ein Vertrauenszusammenbruch.
AfD-Anhänger am kritischsten, Grüne leben in einer Parallelwelt
Wenig überraschend zeigt sich bei der parteipolitischen Aufschlüsselung ein bezeichnendes Bild. Unter den AfD-Anhängern halten 87 Prozent die Steuer- und Abgabenlast für zu hoch – ein Wert, der die tiefe Unzufriedenheit jener Bürger widerspiegelt, die sich vom politischen Establishment seit Jahren im Stich gelassen fühlen. Null Prozent der AfD-Anhänger halten die Belastung für zu niedrig. Null. Das ist eine Ansage.
Am anderen Ende des Spektrums befinden sich – wie könnte es anders sein – die Anhänger der Grünen. Dort hält eine Mehrheit von 63 Prozent die eigene Belastung für angemessen. Man möchte fast meinen, dass es sich hier um eine Klientel handelt, die entweder über ausreichend finanzielle Polster verfügt oder schlicht eine andere Vorstellung davon hat, was der Staat mit dem hart erarbeiteten Geld seiner Bürger anstellen sollte. Während der durchschnittliche Arbeitnehmer unter der Abgabenlast ächzt, scheint man in grünen Kreisen die Umverteilungsmaschinerie geradezu zu begrüßen.
Steuerreform: Was die Bürger wirklich wollen
Die Umfrage offenbart auch, welche politischen Maßnahmen die Deutschen befürworten – und welche sie entschieden ablehnen. Eine Senkung der Einkommensteuer für geringe und mittlere Einkommen bei gleichzeitiger Anhebung für Spitzenverdiener findet mit 76 Prozent breite Zustimmung. Ob eine solche Maßnahme tatsächlich die erhoffte Entlastung brächte oder lediglich den Mittelstand weiter in die Zange nähme, steht freilich auf einem anderen Blatt.
Deutlich wird hingegen, wo die roten Linien der Bürger verlaufen. Die mögliche Abschaffung des Ehegattensplittings lehnen 54 Prozent ab – ein klares Signal für den Erhalt traditioneller Familienstrukturen und gegen eine Politik, die die Ehe als Lebensmodell systematisch zu entwerten scheint. Noch deutlicher fällt die Ablehnung einer Streichung der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner in der gesetzlichen Krankenversicherung aus: 64 Prozent halten dies für den falschen Weg. Die Botschaft ist unmissverständlich – die Deutschen wollen keine weitere Erosion familiärer Sicherungsnetze.
Mehrwertsteuererhöhung: Das absolute No-Go
Den stärksten Widerstand erfährt eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer. 91 Prozent der Befragten lehnen dies kategorisch ab. Nur sechs Prozent könnten sich damit anfreunden. Angesichts der Tatsache, dass die Große Koalition unter Friedrich Merz bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg gebracht hat – ein euphemistischer Begriff für nichts anderes als gigantische Schulden –, dürfte die Frage, wer diese Zeche am Ende bezahlt, den Bürgern durchaus bewusst sein. Die Angst vor einer schleichenden Steuererhöhung durch die Hintertür ist berechtigt, denn irgendjemand wird für die ausufernde Staatsverschuldung aufkommen müssen. Und dieser Jemand ist, wie immer, der deutsche Steuerzahler.
Auch bei den Gesundheitskosten zeigen die Bürger klare Kante: Mehr Zuzahlungen für Medikamente und Behandlungen lehnen 76 Prozent ab, eine Begrenzung der Vergütungen für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser sehen 63 Prozent kritisch. In einem Land, das bereits jetzt unter einem dramatischen Ärztemangel leidet, wäre eine weitere Deckelung der Arzthonorare tatsächlich ein Schuss ins eigene Knie.
Ein Land im Vertrauensvakuum
Was diese Umfrage im Kern offenbart, ist weit mehr als bloßer Steuerfrust. Es ist das Bild einer Gesellschaft, die das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit ihrer politischen Führung weitgehend verloren hat. Nur 20 Prozent glauben noch daran, dass die Regierung die Sozialsysteme zukunftsfähig gestalten kann. Nur 26 Prozent vertrauen darauf, dass Berlin die wirtschaftliche Trendwende schafft. Das sind keine Zahlen, über die man hinweggehen kann. Das sind Alarmsignale.
Deutschland, einst als Wirtschaftswunderland gefeiert, droht unter der Last seiner eigenen Bürokratie, seiner ausufernden Sozialausgaben und einer Politik, die den Leistungswillen ihrer Bürger systematisch bestraft, zu ersticken. Wer arbeitet, wer etwas aufbaut, wer Verantwortung übernimmt, wird mit immer höheren Abgaben belohnt. Wer sich hingegen auf den Staat verlässt, wird alimentiert. Dieses Ungleichgewicht spüren die Menschen – und sie haben es satt.
In Zeiten wie diesen, in denen das Vertrauen in Währungen, Regierungen und Finanzsysteme schwindet, suchen immer mehr Bürger nach Wegen, ihr hart erarbeitetes Vermögen vor dem Zugriff des Staates und der schleichenden Geldentwertung zu schützen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig von politischen Entscheidungen, Inflationsraten oder dem Wohlwollen einer Regierung. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

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