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Kettner Edelmetalle
07.09.2026
09:32 Uhr
KI-generiert

Stihl-Chef: 40 Stunden arbeiten – für den gleichen Lohn!

Stihl-Chef: 40 Stunden arbeiten – für den gleichen Lohn!
Symbolbild: KI-generiert

Nikolas Stihl, Aufsichtsratsvorsitzender des Motorsägen-Weltmarktführers Stihl, hat in einem Gastbeitrag für das Portal „Euronews“ eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche gefordert – ausdrücklich ohne Lohnausgleich. Dazu verlangt der Familienunternehmer eine längere Lebensarbeitszeit, weniger Bürokratie und niedrigere Abgaben. Sein Befund fällt drastisch aus: Die Lage der deutschen Wirtschaft sei „ernst, sehr ernst“.

15.000 Industriejobs – jeden Monat

Die Zahlen, die Stihl seinen Forderungen voranstellt, tun weh. Nach seinen Angaben seien in den vergangenen acht Jahren rund 15 Prozent der industriellen Produktion verloren gegangen. Monatlich verschwänden etwa 15.000 Industriearbeitsplätze.

Als Ursachen benennt er neben US-Zöllen, der aggressiven Industriepolitik Chinas und geopolitischen Konflikten vor allem hausgemachte Probleme: hohe Energiekosten, hohe Steuern, hohe Arbeitskosten – und eine aus seiner Sicht übermäßige Regulierung.

Es ist ein Satz, den man in Berlin nicht gerne hört. Denn er verschiebt die Schuldfrage von den Weltmärkten zurück auf den heimischen Schreibtisch.

„Keineswegs“ der Vorwurf der Faulheit

Stihl argumentiert volkswirtschaftlich: Um Wohlstand und Sozialleistungen auf hohem Niveau zu sichern, müsse das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen steigen. Um den Vorwurf, Beschäftigte seien faul, gehe es dabei „keineswegs“.

Die Rechnung dahinter ist simpel – und unbarmherzig: Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, arbeiten weniger Menschen. Sinkt das Arbeitsvolumen, bremst das die Wirtschaftsleistung. Und damit wird der Sozialstaat teurer, während seine Finanzierungsbasis schmilzt.

Auch Fortschritte durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz könnten die Demografie nach seiner Einschätzung nicht vollständig ausgleichen. Neben längeren Wochenarbeitszeiten nennt er deshalb auch mehr Fachkräftezuwanderung, die Aktivierung von Erwerbslosen und Teilzeitbeschäftigten – und stellt die telefonische Krankschreibung infrage.

Der wahre Sprengsatz: die Abgabenlast

Fast untergegangen ist der zweite Teil seiner Forderungsliste. Stihl verlangt, dass die Sozialversicherungsbeiträge insgesamt nicht über 40 Prozent des Bruttolohns steigen. Diese Marke ist längst gerissen.

Nach den offiziellen Beitragssätzen für 2026 addieren sich Renten- (18,6 Prozent), Kranken- (14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag), Pflege- (3,6 Prozent) und Arbeitslosenversicherung (2,6 Prozent) auf über 42 Prozent. Wer über Arbeitszeit redet, redet also unweigerlich auch darüber, wie viel vom Erarbeiteten überhaupt beim Arbeitenden ankommt.

Zusätzlich fordert der Unternehmer schnellere Behördenverfahren, weniger Berichtspflichten und leichtere Investitionen in KI, Robotik, Biotechnologie, Medizintechnik, Raumfahrt und Quantentechnologie.

Widerstand ist programmiert

Dass der Vorstoß auf Gegenwehr trifft, liegt in der Natur der Sache: Mehr Stunden bei gleichem Gehalt bedeuten rechnerisch einen niedrigeren Stundenlohn. Die IG Metall hält solchen Vorschlägen entgegen, Angriffe auf die 35-Stunden-Woche liefen am Ende auf Lohnkürzungen hinaus. Bereits im August hatte Stihl die 35-Stunden-Woche öffentlich für nicht mehr zeitgemäß erklärt – Medienberichten zufolge mit Blick auf die Tarifgespräche in der Metall- und Elektroindustrie.

Sein Fazit lässt keinen Zweifel an der Dringlichkeit:

„Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, denn nur ein leistungsstarker und wettbewerbsfähiger Standort kann Wohlstand und einen starken Sozialstaat sichern.“

Aus Sicht unserer Redaktion ist die eigentliche Zumutung nicht die Debatte über Arbeitszeit, sondern die Tatsache, dass sie überhaupt nötig ist – nach Jahren, in denen Energiepreise, Abgaben und Bürokratie zur Standortbremse wurden. Wer sein Vermögen in solch unsicheren Zeiten breit absichern will, kommt an physischen Edelmetallen als bewährter Beimischung kaum vorbei.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser sollte eigene Recherchen anstellen und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.

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