
Stoff-Onlinehändler am Ende: Wenn der Corona-Boom zur tödlichen Falle wird
Was während der Pandemie noch wie ein goldenes Zeitalter für die Handarbeitsbranche aussah, entpuppt sich nun als trügerische Blase. Die fabfab GmbH, Betreiberin des bekannten Onlineshops „The Creative Club" und der Plattform stoffe.de, hat ihren Betrieb endgültig eingestellt. Rund 170 Mitarbeiter stehen vor dem Nichts. Ein weiteres Kapitel im schleichenden Niedergang einer Branche, die sich vom künstlichen Pandemie-Hoch nie wirklich erholt hat.
Vom Insolvenzantrag zum endgültigen Aus
Bereits am 7. Oktober 2025 hatte das Unternehmen mit Sitz in Schenefeld beim Amtsgericht Pinneberg Insolvenz angemeldet. Der Grund war so banal wie brutal: Die Investoren hatten den Geldhahn zugedreht. Rechtsanwalt Nicolas Kaiser wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt und gab sich zunächst betont optimistisch. Von fünf Interessenten war die Rede, darunter Mitbewerber und branchenfremde Investoren. Auch die Geschäftsführerin Victoria Herzog sprach damals noch von einer „Chance, das Geschäft umzustrukturieren und neu auszurichten".
Doch solche Durchhalteparolen kennt man zur Genüge aus der deutschen Wirtschaftslandschaft – und allzu oft enden sie im Nichts. So auch hier. Nach der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Januar 2026 wurde schnell klar: Das vorhandene Vermögen reichte zwar zur Deckung der Verfahrenskosten, doch für Mieten und Gehälter war schlicht kein Geld mehr da. Kaiser zog die Reißleine, stellte den Betrieb still und beendete die Investorensuche.
Investoren wollten nur Rosinen picken
Besonders bezeichnend ist das Scheitern der Verhandlungen mit potenziellen Käufern. Einige Interessenten hätten lediglich Teile der Belegschaft übernehmen wollen, andere wiederum nur einzelne Firmenwerte wie die Domain stoffe.de oder die Marke – wohlgemerkt ohne Personal. Es ist ein Muster, das sich in der deutschen Insolvenzlandschaft immer häufiger zeigt: Investoren greifen sich die werthaltigen Assets heraus und lassen die Menschen, die das Unternehmen jahrelang am Laufen gehalten haben, im Regen stehen.
Sämtliche Mitarbeiter, die noch bis Ende Dezember Insolvenzgeld bezogen hatten, wurden freigestellt. Die Kündigungen seien ausgesprochen, ein Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt und abgeschlossen worden, so der Insolvenzverwalter. Ein schwacher Trost für 170 Familien, die nun um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen.
Eine ganze Branche im freien Fall
Die fabfab GmbH wurde 2003 gegründet und wuchs über Jahre stetig. Im Pandemiejahr 2021 erreichte der Umsatz stolze 26,1 Millionen Euro. Doch was danach kam, gleicht einem Absturz. Der gesamte Markt für Handarbeitsbedarf in Deutschland schrumpfte laut dem Branchenverband Initiative Handarbeit von 1,25 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf nur noch 961 Millionen Euro im Jahr 2024 – ein Rückgang von fast einem Viertel.
Die Erklärung ist so simpel wie ernüchternd: Während der Lockdowns hatten sich Millionen Deutsche mit Stoffen, Wolle und Nähzubehör eingedeckt. Diese Vorräte werden nun abgearbeitet, bevor neue Käufe getätigt werden. Der Stoff-Onlinehändler ist dabei keineswegs ein Einzelfall. Auch die Unternehmensgruppe „Der Stoff" mit 37 Filialen und knapp 300 Beschäftigten musste Ende des vergangenen Jahres Insolvenz anmelden.
Symptom einer tieferen Krise
Man mag die Pleite eines Stoff-Onlinehändlers für eine Randnotiz halten. Doch sie ist symptomatisch für ein weit größeres Problem. Die deutsche Wirtschaft leidet unter einer toxischen Mischung aus explodierenden Energiekosten, erdrückender Bürokratie und einer Konsumzurückhaltung, die ihresgleichen sucht. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg bringt, das kommende Generationen mit Schulden belastet, sterben im Stillen Unternehmen, die einst das Rückgrat des deutschen Mittelstands bildeten.
Die Kaufkraft der Bürger schwindet, die Inflation frisst die Ersparnisse auf, und das Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft des Landes ist auf einem historischen Tiefpunkt. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen möchte, tut gut daran, über krisensichere Anlagen nachzudenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios zur Vermögenssicherung beitragen – gerade dann, wenn die Wirtschaft ins Wanken gerät und Unternehmen reihenweise in die Insolvenz schlittern.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

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