
Straße von Hormus blockiert: Wie der Iran-Krieg eine globale Hungerkrise auslösen könnte

Was passiert, wenn eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt plötzlich dichtgemacht wird? Die Antwort erleben wir gerade in Echtzeit – und sie ist erschreckend. Seit dem 28. Februar ist die Straße von Hormus durch das iranische Militär de facto gesperrt, und die Folgen reichen weit über steigende Ölpreise hinaus. Eine weltweite Düngemittelkrise bahnt sich an, die nicht nur die ärmsten Regionen der Erde, sondern auch die deutschen Verbraucher empfindlich treffen dürfte.
Mehr als 30 Prozent der Stickstoffdünger-Exporte abgeschnitten
Die Meerenge von Hormus – jener schmale Flaschenhals zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman – ist nicht nur für den Öltransport von strategischer Bedeutung. Über diese Wasserstraße wurden vor Ausbruch des Konflikts mehr als 30 Prozent der weltweiten Stickstoffdünger-Exporte abgewickelt. Der Nahe Osten zählt zu den größten Produzenten chemischer Düngemittel überhaupt. Dass diese Lieferkette nun unterbrochen ist, gleicht einem Dominostein, der eine ganze Reihe weiterer Steine zum Fallen bringt.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt bereits in deutlichen Worten: Die Unterbrechung der Düngemittellieferungen könne die Verfügbarkeit von Dünger drastisch verringern, Ernteerträge senken und damit die ohnehin angespannten weltweiten Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben. Haushalte, die bereits am Existenzminimum lebten, könnten in schwere Ernährungsunsicherheit geraten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während in Berlin über Gendersternchen und Lastenfahrrad-Subventionen debattiert wird, droht in weiten Teilen der Welt eine Hungerkatastrophe.
Subsahara-Afrika am härtesten betroffen
Handelsökonom Hendrik Mahlkow vom Kieler Institut für Weltwirtschaft bringt es auf den Punkt: Das Risiko für Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln bestehe „ganz klar", und zwar am stärksten in Subsahara-Afrika. Die Länder südlich der Sahara importierten mehr als 90 Prozent ihres verbrauchten Düngers, und die dortigen Haushalte gäben einen Großteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Eine Verteuerung von Grundnahrungsmitteln um auch nur wenige Prozent könnte dort Millionen Menschen in akute Not stürzen.
Doch wer glaubt, dies sei ein Problem ferner Länder, das uns in Mitteleuropa nicht tangiere, der irrt gewaltig.
Deutsche Landwirte unter massivem Kostendruck
Gerade jetzt, im Frühjahr, hat vielerorts in Deutschland die Feldarbeit begonnen. Die Landwirte brauchen Dünger – dringend und in großen Mengen. Bauernpräsident Joachim Rukwied beklagte, dass die Preise für Diesel und Dünger ausgerechnet in dieser kritischen Phase nach oben schössen. Seine Worte sind unmissverständlich: Diese Kostensteigerungen könnten von der Landwirtschaft schlichtweg nicht getragen werden. Man brauche zwingend höhere Preise für die eigenen Produkte.
Was das für den Verbraucher an der Supermarktkasse bedeutet, liegt auf der Hand. Bestimmte Lebensmittel dürften in den kommenden Monaten spürbar teurer werden. Und das in einer Zeit, in der die Inflation den deutschen Bürgern ohnehin das Leben schwer macht. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen bereits die Weichen für eine weitere Geldentwertung gestellt – die Düngemittelkrise kommt nun als zusätzlicher Preistreiber obendrauf.
Preisanstieg mit Verzögerung – aber er kommt
IfW-Ökonom Mahlkow erklärte, der Preisanstieg werde sich erst mit Verzögerung bemerkbar machen. Wenn Landwirte als Reaktion auf die Krise ihre Düngung reduzierten, könnten die Erträge zurückgehen und die Lebensmittelpreise im Spätsommer und Herbst anziehen. Preissteigerungen bei Lebensmitteln in Deutschland und Europa hält er für wahrscheinlich. Sollte sich die Lage an der Meerenge von Hormus bald stabilisieren, wäre es möglicherweise nur ein vorübergehender Preisschub. Doch bei einer monatelangen Blockade seien „strukturelle Verwerfungen auf den Agrarmärkten zu befürchten, mit spürbaren Folgen für die Verbraucherpreise", so der Ökonom.
Auch die USA stehen vor leeren Lagern
Die Krise macht selbstverständlich nicht an europäischen Grenzen halt. Auch in den Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump zeigen sich die Auswirkungen mit aller Wucht. Den US-Bauern fehlten nach Angaben des Branchenverbands The Fertilizer Institute etwa 25 Prozent der üblichen Vorräte für die Frühjahrsaussaat. Die Preise für verfügbare Lieferungen seien seit Kriegsbeginn um mehr als ein Drittel gestiegen. In manchen Jahren importieren die USA die Hälfte ihres Harnstoffdüngers aus dem Ausland.
Landwirte in den USA und Kanada, die ihre Düngemittel noch nicht rechtzeitig eingekauft hätten, fänden nun vielerorts leere Lager vor oder müssten Preise zahlen, die schlicht unbezahlbar seien. Anders als China verfügten die meisten Länder über keinerlei strategische Düngemittelreserven. Das amerikanische Händlersystem arbeite nach dem Just-in-time-Prinzip und halte kaum Lagerbestände vor. Die Transportzeit vom Persischen Golf in die USA betrage mehrere Wochen – Dünger, der zu spät ankomme, könne für die Ernte 2026 nicht mehr verwendet werden. Der US-Bauernverband warnte bereits, die Knappheit könne die Lebensmittelversorgung des Landes beeinträchtigen.
Ein Weckruf für Europas strategische Abhängigkeit
Was diese Krise einmal mehr schonungslos offenlegt, ist die fatale Abhängigkeit Europas – und insbesondere Deutschlands – von globalen Lieferketten. Jahrzehntelang hat man sich in Berlin auf die Globalisierung verlassen, auf billige Importe und reibungslose Handelsrouten. Strategische Reserven? Fehlanzeige. Eigenständige Produktionskapazitäten? Systematisch abgebaut. Stattdessen hat man die eigene Landwirtschaft mit immer neuen Auflagen und Regulierungen drangsaliert, während man gleichzeitig die Energieversorgung ideologiegetrieben umgebaut hat.
Die Düngemittelkrise ist ein weiterer Beweis dafür, dass Versorgungssicherheit kein abstraktes Konzept ist, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit. Wer seine Bauern nicht unterstützt, wer keine strategischen Reserven anlegt und wer seine Abhängigkeit von geopolitisch instabilen Regionen nicht reduziert, der spielt mit dem Wohlstand und der Ernährungssicherheit seiner eigenen Bevölkerung.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr der Wert von physischen Sachwerten als Absicherung gegen Krisen und Inflation. Während Lieferketten zusammenbrechen und Lebensmittelpreise steigen, bieten Edelmetalle wie Gold und Silber einen bewährten Schutz vor Kaufkraftverlust – eine Erkenntnis, die sich in der Geschichte immer wieder bestätigt hat und die gerade jetzt aktueller denn je ist.

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