
Strompreis-Desaster: Deutschland zahlt viermal mehr als Frankreich – die bittere Quittung des Atomausstiegs
Es ist eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: 86,80 Euro pro Megawattstunde kostet der Börsenstrom in Deutschland für den Monat Mai. In Frankreich? Gerade einmal 22,06 Euro. Das Vierfache. Wer angesichts dieser Diskrepanz noch immer behauptet, die deutsche Energiewende sei ein Erfolgsmodell, der lebt offenkundig in einer Parallelwelt – oder in einem grün gestrichenen Elfenbeinturm.
Die Geisterfahrt der deutschen Energiepolitik
Die Daten der Energiebörse EEX sprechen eine unmissverständliche Sprache. Während Frankreich auf einen klugen Mix aus Atomkraft und erneuerbaren Energien setzt und damit stabil und günstig produziert, hat sich Deutschland mit dem ideologisch motivierten Atomausstieg selbst in eine Sackgasse manövriert. Jedes Mal, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint – in den berüchtigten „Dunkelflauten" –, müssen teure Gas- und Kohlekraftwerke einspringen. Das Ergebnis steht nun schwarz auf weiß in den Börsendaten.
Die angespannte Lage auf den globalen Gasmärkten, verschärft durch den Konflikt im Iran, wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger auf ein ohnehin loderndes Feuer. Yiannis Papamikrouleas, Leiter des Terminhandels für Energiemärkte bei Depa Commercial SA, brachte es auf den Punkt: Der Trend sei schon lange vorhanden gewesen, die geopolitische Lage beschleunige und verstärke ihn jedoch massiv. Man könnte auch sagen: Die strukturellen Fehler der deutschen Energiepolitik werden nun gnadenlos offengelegt.
Kohle als Rettungsanker – eine Ironie der Geschichte
Besonders pikant mutet an, was sich derzeit hinter den Kulissen der Berliner Regierungspolitik abspielt. Deutsche Versorger versuchten zwar, teures Gas durch vermehrte Kohleverstromung zu ersetzen, doch die Möglichkeiten seien begrenzt, da zahlreiche Kohlekraftwerke bereits stillgelegt worden seien. Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz erwäge nun ernsthaft, Reservekraftwerke und sogar bereits stillgelegte Braunkohlekraftwerke wieder ans Netz zu bringen. Merz selbst habe den für 2038 geplanten Kohleausstieg offen infrage gestellt und erklärt, man werde „möglicherweise laufende Kohlekraftwerke länger am Netz lassen müssen".
Man reibt sich die Augen. Erst wurden unter dem Beifall der grünen Klimabewegung Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet, als gäbe es kein Morgen. Nun, da das Morgen gekommen ist, sollen ausgerechnet die totgesagten Kohlemeiler die Versorgungssicherheit retten. Christof Günther, Chef der InfraLeuna GmbH und Betreiber des Chemieparks Leuna in Sachsen-Anhalt, bezeichnete dieses Vorgehen als „folgerichtig" und betonte, ein längerer Betrieb von Kohlekraftwerken könne zu einer Entlastung bei den Energiepreisen beitragen. Ob es tatsächlich dazu kommt, sei allerdings noch offen – eine Entscheidung werde in den kommenden Wochen erwartet.
Frankreichs Netzengpässe verschärfen das deutsche Dilemma
Als wäre die Lage nicht schon prekär genug, kommt ein weiterer Faktor hinzu, der die Preisschere zwischen beiden Ländern weiter auseinandertreibt. Frankreichs Netzbetreiber RTE habe in vergangenen Frühjahrsperioden aufgrund von Netzengpässen wiederholt die grenzüberschreitenden Stromflüsse nach Osten eingeschränkt, berichtete der Analyst William Peck vom Stromdatenanbieter Energy Aspects. Bleibt mehr Strom in Frankreich, sinken dort die Preise – während Deutschland auf eine günstige Importquelle verzichten muss und noch stärker auf seine teuren Reservekraftwerke angewiesen ist.
Bereits im Sommer 2025 hatte Deutschland diese schmerzhafte Abhängigkeit zu spüren bekommen, als in Frankreich aufgrund einer Hitzewelle mehrere Atomkraftwerke vorübergehend abgeschaltet werden mussten. Die Folge war eine regelrechte Strompreis-Explosion diesseits des Rheins. Ein Land, das sich einst als industrielles Kraftzentrum Europas verstand, ist zum Bittsteller an den Strombörsen geworden.
Die Rechnung zahlt der Bürger
Am Ende dieser energiepolitischen Geisterfahrt steht der deutsche Bürger – und der deutsche Mittelstand. Explodierende Strompreise bedeuten nicht nur höhere Rechnungen für Privathaushalte, sondern auch einen massiven Wettbewerbsnachteil für die ohnehin angeschlagene deutsche Industrie. Unternehmen, die energieintensiv produzieren, schauen längst neidisch über die Grenze nach Frankreich oder wandern gleich ganz ab. Die Deindustrialisierung Deutschlands ist keine düstere Prophezeiung mehr – sie ist Realität.
Dass ausgerechnet jene politischen Kräfte, die den Atomausstieg mit fast religiösem Eifer vorangetrieben haben, nun schweigen, während die Preise durch die Decke gehen, spricht Bände. Die Energiewende, wie sie in Deutschland umgesetzt wurde, erweist sich zunehmend als das teuerste Experiment der deutschen Nachkriegsgeschichte. Frankreich hingegen zeigt, dass eine pragmatische Energiepolitik, die auf Kernkraft setzt, nicht nur klimafreundlich, sondern auch bezahlbar sein kann.
In Zeiten wie diesen, in denen die Kaufkraft der Bürger durch Inflation und steigende Energiekosten systematisch erodiert, gewinnt die Frage der Vermögenssicherung an existenzieller Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn politische Fehlentscheidungen die Ersparnisse der Menschen aufzufressen drohen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung des eigenen Vermögens leisten.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











