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Kettner Edelmetalle
15.07.2026
06:01 Uhr

Strompreis-Zoff in der GroKo: Woidke will den Süden zur Kasse bitten – und legt den Finger in die Energiewende-Wunde

Es ist ein Streit, der die ganze Absurdität der deutschen Energiepolitik offenbart wie kaum ein anderer. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat seine Forderung nach einer Zerschlagung der einheitlichen deutschen Strompreiszone erneuert – und dabei ungewollt eine Wahrheit ausgesprochen, die in Berlin niemand hören will: Die Energiewende ist ein milliardenschweres Umverteilungsspektakel, das an den physikalischen Realitäten vorbeigeplant wurde.

„Seit Jahren in die falsche Richtung“ – ein SPD-Mann rechnet ab

„Wir sind in Deutschland seit Jahren in einer falschen Richtung unterwegs“, ließ sich Woidke gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ zitieren. Man stelle sich das kurz auf der Zunge zergehen: Ausgerechnet ein Sozialdemokrat gesteht ein, dass hier etwas gehörig aus dem Ruder gelaufen sei. Statt den günstigen Ökostrom dort zu verbrauchen, wo er entstehe, würden für zahllose Milliarden gigantische Stromautobahnen quer durch die Republik gebaut, „damit der Norden den Süden günstig mit Windstrom versorgen kann“, klagte er.

Man muss sich das Prinzip einmal vor Augen führen: Der Wind weht im Norden, der Strom soll aber im Süden verbraucht werden, wo die Industrie sitzt. Weil die planwirtschaftlich verordnete Windkraft dummerweise nicht dort produziert, wo sie gebraucht wird, muss man den Strom eben durch tausende Kilometer Kabel schaufeln. Kostenpunkt: astronomisch. Bezahlt: vom Bürger.

Wie das aktuelle System wirklich funktioniert

Bislang existiert bundesweit eine einzige sogenannte Gebotszone. Der Großhandelspreis ist deshalb in ganz Deutschland identisch – und bildet sich auf Basis der günstigsten verfügbaren Produktion. Das ist häufig der Windstrom aus dem Norden. Der Süden profitiert also von Preisen, die eigentlich im Norden entstehen. Doch wenn die Netzkapazitäten nicht ausreichen, um den Strom zu transportieren – und das ist regelmäßig der Fall – müssen die Netzbetreiber eingreifen, Kraftwerke drosseln, andere hochfahren. Dieses teure Herumdirigieren nennt sich Redispatch und verschlingt weitere Milliarden.

„Wir verschenken hier eigentlich gerade unseren Standortvorteil.“ – Dietmar Woidke

Der Streit spaltet die Große Koalition

Woidke steht mit seiner Forderung nicht allein. Mehrere Regierungschefs nördlicher Bundesländer trommeln ebenfalls für kleinere Preiszonen. Doch von der Merz-Regierung dürften sie kaum Rückenwind erwarten. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD steht schwarz auf weiß, man halte „an einer einheitlichen Stromgebotszone fest“. Ein Satz, der zeigt, wie sehr politische Rücksichtnahme über wirtschaftliche Vernunft gestellt wird.

Denn wer profitiert vom aktuellen System? Vor allem der industriestarke Süden – und damit Bayern. Die CSU kämpft entsprechend erbittert gegen jede Aufspaltung. Woidke appellierte dennoch an die Bayern, auch sie müssten als Teil der Regierungskoalition ein Interesse daran haben, „dass ganz Deutschland nach vorn kommt“. Ein frommer Wunsch in einer Koalition, in der jeder zuerst an seinen eigenen Kirchturm denkt.

Das eigentliche Problem bleibt unangetastet

Bei all dem Gezänk um Preiszonen geht die entscheidende Frage unter: Warum hat man ein Energiesystem aufgebaut, das seinen Strom nur dann liefert, wenn Wind und Wetter mitspielen, und dann auch noch am falschen Ort? Der überhastete Ausstieg aus verlässlichen Energiequellen, die ideologisch getriebene Abschaltung funktionierender Kraftwerke – das ist die eigentliche Ursache dieses Dilemmas. Woidkes Vorstoß kuriert bestenfalls Symptome, während die Krankheit weiterwütet.

Fazit: Ob geteilte Preiszonen kommen oder nicht – für den Bürger bleibt die bittere Erkenntnis, dass die deutsche Energiepolitik ein Fass ohne Boden ist. Steigende Kosten, Rechtsunsicherheit, ein zerstrittenes Kabinett und keine Aussicht auf bezahlbaren Strom. In solchen Zeiten, in denen Papierwerte und politische Versprechen mit atemberaubender Geschwindigkeit an Substanz verlieren, gewinnt der Blick auf echte, krisenfeste Werte an Bedeutung. Physisches Gold und Silber kennen keine Preiszonen-Debatten und keine Redispatch-Kosten – sie sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung und eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und dient ausschließlich der Information. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst verpflichtet, ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen eigenständig.

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