
Tagesgeld-Lockangebote: Wenn 3,33 Prozent zur Fata Morgana werden
Der Kampf um die Spareinlagen der Deutschen tobt – und die Banken greifen dabei tief in die Trickkiste. Satte 3,33 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld verspricht derzeit die Norisbank ihren Neukunden. Ein Zinssatz, der auf den ersten Blick verlockend klingt, fast schon zu schön, um wahr zu sein. Und genau das ist er auch – zumindest auf lange Sicht.
Das Kleingedruckte entlarvt die Mogelpackung
Denn wer genauer hinschaut, erkennt schnell die Krux an diesem vermeintlichen Spitzenangebot: Die 3,33 Prozent gelten lediglich für knapp fünf Monate, bis Ende Juni 2026. Danach stürzt der Zinssatz auf magere 0,75 Prozent ab. Ein Absturz, der sich gewaschen hat. Obendrein müssen Neukunden ein Girokonto bei der Norisbank eröffnen, und wer zuvor sein Geld bei der Deutschen Bank, der Postbank oder verwandten Instituten geparkt hatte, geht ohnehin leer aus.
Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox Finanzvergleiche, spricht von einem „hart umkämpften" Wettbewerb um Spargelder. Das ist diplomatisch formuliert. In Wahrheit handelt es sich um einen regelrechten Köderkrieg, bei dem die Banken mit kurzfristigen Aktionszinsen um Neukunden buhlen – nur um diese nach wenigen Monaten mit Minirenditen abzuspeisen.
Neun Banken im Drei-Prozent-Klub – doch der Glanz verblasst schnell
Insgesamt neun Banken locken derzeit mit Aktionszinsen von mindestens drei Prozent. Die Bank of Scotland bietet Neukunden drei Prozent für gerade einmal drei Monate, bevor der Satz auf 1,25 Prozent zusammenschmilzt. Die spanische Suresse Direkt gewährt immerhin 120 Tage lang drei Prozent, danach sind es noch 1,9 Prozent. Auch die Tomorrow Bank reiht sich mit einem viermonatigen Aktionszins von drei Prozent in den Reigen ein.
Wer hingegen auf dauerhafte Rendite setzt, landet bei der deutschen Ascory Bank – vormals Varengold Bank – mit 2,3 Prozent oder bei der schwedischen Bank Norwegian mit 2,2 Prozent. Solide Werte, gewiss. Doch nach Abzug der Inflation, die in Deutschland weiterhin spürbar bleibt, schrumpft die reale Rendite auf ein bescheidenes Maß zusammen.
Festgeld: Kaum besser als Tagesgeld
Auch beim Festgeld sieht es nicht wesentlich rosiger aus. Für eine einjährige Bindung bietet das schwedische Institut Hoist Finance 2,6 Prozent – Tendenz fallend. Wer sein Geld gleich zwei Jahre festlegt, erhält bei der deutschen Akf Bank bestenfalls 2,66 Prozent. Die spanische Großbank BBVA sticht mit drei Prozent auf das Girokonto für sechs Monate hervor, fällt danach aber auf zwei Prozent zurück.
Die unbequeme Wahrheit über den Realzins
Was bei all diesen Zahlen gerne verschwiegen wird: Die Europäische Zentralbank hat mit ihrer jahrelangen Niedrigzinspolitik das Sparvermögen der Bürger systematisch entwertet. Und auch jetzt, da die Zinsen wieder etwas angezogen haben, bleibt die reale Rendite nach Inflation und Kapitalertragsteuer in vielen Fällen negativ oder bestenfalls marginal positiv. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz plant derweil ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur – finanziert durch neue Schulden, die unweigerlich die Inflation weiter anheizen dürften. Für Sparer bedeutet das: Ihre mühsam zusammengekratzten Zinserträge könnten von der schleichenden Geldentwertung aufgefressen werden.
In Zeiten, in denen Papiergeld durch politische Entscheidungen und expansive Geldpolitik permanent an Kaufkraft verliert, erscheint es umso sinnvoller, einen Teil des Vermögens in physische Edelmetalle wie Gold und Silber zu investieren. Diese haben über Jahrhunderte hinweg ihren Wert bewahrt – ganz ohne Aktionszinsen, Kleingedrucktes oder ablaufende Sonderkonditionen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen bewährten Schutz gegen Inflation und Währungsrisiken.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifel einen qualifizierten Finanzberater.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











