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Tank-Diät für Hybride: Umweltlobby will nur noch 15 Liter erlauben!

Tank-Diät für Hybride: Umweltlobby will nur noch 15 Liter erlauben!
Symbolbild: KI-generiert

Die Brüsseler Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) fordert, dass Plug-in-Hybride künftig nur noch einen Kraftstofftank mit höchstens 15 Litern haben dürfen. Seit Ende Oktober 2026 wird darüber in der europäischen Autopolitik gestritten. Das erklärte Ziel ist, Autofahrer an die Ladesäule zu zwingen. Den Preis dafür zahlen vor allem Pendler und Vielfahrer.

Eines gleich vorweg: Beschlossen ist noch nichts. Es gibt keine EU-Vorschrift, die Tanks verkleinert. Trotzdem zeigt der Vorstoß, wohin die Reise gehen könnte, wenn Aktivisten in Brüssel den Ton angeben.

Aus 760 Kilometern werden 224

Wie stark der Eingriff wäre, zeigt eine einfache Rechnung. Ein Hybrid mit 51-Liter-Tank und einem Verbrauch von 6,7 Litern auf 100 Kilometer fährt rund 760 Kilometer weit. Mit 15 Litern käme er nur noch etwa 224 Kilometer. Die Reichweite einer Tankfüllung würde damit um mehr als 70 Prozent schrumpfen.

Dazu kommt zwar die elektrische Reichweite. Sie hängt aber stark von der Batterie, der Außentemperatur und der Fahrweise ab. Bei Frost auf der Autobahn bleibt davon oft nicht viel übrig.

Laut den Berichten verlangt T&E noch mehr. Ab 2030 sollen Plug-in-Hybride mindestens 200 Kilometer rein elektrisch fahren können. Außerdem fordert die Organisation Schnellladen mit mehr als 100 Kilowatt und deutlich stärkere Elektromotoren. Wer so einen Wagen fährt, soll also laden, ob er will oder nicht.

Die Begründung: Hybride stoßen mehr aus als angegeben

T&E verweist auf die tatsächlichen Emissionen. Nach Darstellung der Organisation stoßen Plug-in-Hybride im Alltag im Schnitt fast sechsmal so viel CO₂ aus, wie offiziell angegeben wird. Schon in einer Studie vom Oktober 2025 hatte sie von knapp dem Fünffachen gesprochen. Viele Besitzer würden also viel öfter mit dem Benzinmotor fahren, als die Statistik annimmt.

Der Kern des Problems steckt allerdings im Prüfverfahren selbst. Der sogenannte Utility Factor legt fest, welcher Anteil der Fahrten rechnerisch elektrisch zurückgelegt wird. Laut T&E ging dieser Wert für die Jahre 2021 bis 2023 von 84 Prozent aus. Gemessen worden seien in Wirklichkeit nur 27 Prozent. Die EU korrigiert diesen Faktor bereits. So werden die Verbrauchswerte ehrlicher, ohne dass jemand an der Technik herumschrauben muss.

Erziehung statt Wettbewerb

Kleinere Tanks machen keinen Motor sparsamer. Pro Kilometer verbraucht das Auto genauso viel wie vorher, es muss nur öfter an die Zapfsäule. Für Fahrer ohne eigene Wallbox, also viele Mieter in der Stadt, wäre das besonders bitter. Kritiker sehen darin Bevormundung: Die Politik regelt dann nicht mehr nur den Ausstoß, sondern auch, wie praktisch ein Auto im Alltag ist.

Gegenwind aus Berlin und Paris

Der Vorstoß kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Am 16. Oktober 2026 haben sich Deutschland und Frankreich darauf verständigt, das strikte Verbrenner-Aus ab 2035 aufzuweichen. Vier Tage später einigten sich Unterhändler von EVP, Sozialdemokraten und Liberalen im EU-Parlament Medienberichten zufolge auf einen Kompromiss. Danach müsste der CO₂-Ausstoß ab 2035 nur noch um 87,5 Prozent sinken. Weitere 7,5 Prozentpunkte könnten sich die Hersteller über klimafreundlich erzeugten Stahl aus der EU anrechnen lassen. Damit dürften Hybride auch nach 2035 noch zugelassen werden.

Ein Schelm, wer darin Absicht vermutet: Was bei den Flottenzielen nicht mehr durchgeht, ließe sich über Vorgaben für das Tankvolumen wieder hereinholen.

Wo bleibt der Wettbewerb der Technologien?

Bisher konkurrieren die Hersteller über Reichweite, Komfort und Preis. Ein Audi A8 50 TDI hat einen 82-Liter-Dieseltank, der Plug-in-Hybrid A8 60 TFSI e fasst 65 Liter. Der chinesische Yangwang U8 kommt auf 75 Liter. Die 15-Liter-Forderung richtet sich bisher nur an Plug-in-Hybride. Diesel und Benziner wären vorerst nicht betroffen.

Das grundsätzliche Problem bleibt trotzdem. Bessere Batterien oder mehr Ladesäulen entstehen durch kleinere Tanks nicht. Gut sieht die Elektromobilität dann nur deshalb aus, weil man die Alternativen schlechter macht. Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein Armutszeugnis für eine Politik, die sonst gern von Innovation spricht.

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