
Tank-Lüge entlarvt: Der Staat kassiert achtmal mehr als die Öl-Multis

Während die Republik über gierige Mineralölkonzerne debattiert, zeigt ein Blick auf die Zahlen ein anderes Bild: Bei einem Literpreis von 2,29 Euro für Super E10 landen rund 118 Cent beim Staat. Der Gewinn der gesamten Ölbranche pro Liter wird dagegen auf 10 bis 15 Cent geschätzt. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann nannte am Donnerstagabend bei "Maybrit Illner" erstmals konkrete Zahlen für die geplante Entlastung.
21, 23, allenfalls 25 Cent – und das schon im Oktober?
Hoppermann sprach von "21, 23, allenfalls 25 Cent pro Liter", möglichst ab Anfang Oktober. Eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne, wie sie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) ins Spiel gebracht hat, lehnte sie ab. Davon komme "kein Cent" an der Zapfsäule an.
Der Streit fällt in eine Phase historischer Höchstpreise. Medienberichten zufolge kletterte der Bundesdurchschnitt für E10 nach der erneuten Eskalation im Iran-Konflikt auf über 2,28 Euro, Diesel lag bei rund 2,45 Euro. Laut ADAC-Daten war bereits der August 2026 mit 2,145 Euro im Schnitt der teuerste je erfasste Monat.
Was in dem Balken "Kosten und Gewinn" wirklich steckt
In den üblichen Schaubildern zur Preiszusammensetzung – auch die Tagesschau rechnete zuletzt so – wirkt es, als teilten sich Finanzamt und Konzerne den Liter brüderlich auf. Bei 2,29 Euro entfallen demnach 65,45 Cent auf die Energiesteuer, rund 15,6 Cent auf den CO2-Preis, 36,5 Cent auf die Mehrwertsteuer – und rund 1,11 Euro auf "Kosten und Gewinn".
Doch dieser Restbetrag ist kein Gewinn. Rund 18 Cent gehen für die Treibhausgasminderungsquote drauf, also für die staatlich erzwungene Beimischung von Biokraftstoffen oder den Freikauf davon. Das Geld fließt nicht ans Finanzamt – gezahlt wird es trotzdem vom Autofahrer.
Bleiben rund 93 Cent. Davon ist der größte Brocken schlicht Rohstoff: Bei einem Brent-Preis von gut 103 Dollar je Barrel entspricht der reine Rohölwert grob 56 Cent pro Liter. Und aus einem Fass Rohöl fällt nicht automatisch fertiges Benzin.
Raffinerie, Tanklager, Pipeline – alles kostet
Raffination, Transport, Lagerung, Beimischung, Vertrieb und Verwaltung müssen bezahlt werden, bevor überhaupt ein Gewinn entsteht. Auch am Ende der Kette bleibt wenig hängen: Der Tankstellenpächter verdient am Kraftstoff typischerweise ein bis zwei Cent je Liter – davon gehen Personal, Miete, Strom und Kartengebühren ab. Das Geschäft läuft über Shop, Waschanlage und Imbiss.
Der stille Gewinner heißt Bundesfinanzminister
Setzt man für die gesamte Mineralölkette großzügig 15 Cent Gewinn an, kassiert der Staat rechnerisch knapp achtmal so viel. Bei zehn Cent wären es fast das Zwölffache. Besonders pikant: Die Mehrwertsteuer wächst automatisch mit. Wird ein Liter netto um 30 Cent teurer, spült das zusätzlich 5,7 Cent je Liter in die Kasse – ohne dass der Fiskus eine einzige Raffinerie betreiben müsste.
Aus Sicht unserer Redaktion entlarvt das die Debatte um eine Übergewinnsteuer als Ablenkungsmanöver. Sie belastet Unternehmensgewinne, senkt aber weder Energiesteuer noch CO2-Preis noch Mehrwertsteuer. Wer im Oktober wirklich entlasten will, hat nur einen Hebel: die eigenen Steuern senken.
Für Bürger bleibt die bittere Erkenntnis, dass Energiepreise längst zum politischen Preis geworden sind. Wer sein Vermögen gegen Inflation und politische Zugriffe absichern will, setzt traditionell auch auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren bzw. fachkundigen Rat einholen.
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