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07.10.2026
05:40 Uhr
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Tanker-Stau vor Hormus: Trumps Blockade dreht Teheran den Ölhahn zu

Tanker-Stau vor Hormus: Trumps Blockade dreht Teheran den Ölhahn zu
Symbolbild: KI-generiert

Mehr als 50 beladene iranische Tanker liegen fest, weil die US-Marine die Straße von Hormus blockiert. Das geht aus einem neuen Bericht der Organisation United Against Nuclear Iran (UANI) hervor, über den die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. US-Finanzminister Scott Bessent spricht von einem historischen Einschnitt: Die Islamische Republik habe in dieser Woche erstmals überhaupt kein Öl mehr auf dem Wasser.

Ein schwimmender Parkplatz voller Rohöl

Das Bild wirkt fast surreal. Dutzende vollgeladene Schiffe warten, keines wagt sich durch die wichtigste Öl-Meerenge der Welt. Geladen haben sie laut UANI vor allem Rohöl, daneben Erdölprodukte und Flüssigerdgas (LNG). Die Zahl der festsitzenden Tanker habe sich gegenüber dem Stand von vor zwei Monaten kaum verändert.

Auch die leeren Schiffe kehren offenbar nicht heim. Sie ankerten im gesamten indopazifischen Raum, heißt es in dem Bericht. Allein vor Sri Lanka sollen mindestens 20 Schiffe unter iranischer Flagge liegen, ein weiteres vor dem Oman. Wichtig zur Einordnung: UANI ist eine gemeinnützige Denkfabrik, die sich ausdrücklich dem Kampf gegen die Bedrohung durch Iran verschrieben hat. Neutral ist dieser Absender also nicht.

„Keine Einnahmen“: Bessents Kampfansage

Die Zahlen passen allerdings zu anderen Meldungen. Bereits vor wenigen Tagen hatte Bloomberg berichtet, die iranischen Rohölverladungen seien im September auf null gefallen. Am Wochenende legte Bessent in der „Axios Show“ nach: Seit Iran Öl fördere, habe das Land noch nie eine Woche ohne Öl auf See erlebt. Einnahmen gebe es damit keine mehr.

Für einen Staat, dessen Haushalt am Öl hängt wie ein Patient am Tropf, ist das eine Katastrophe. Laut Medienberichten hat sich die Rohölförderung des Landes halbiert, die Wirtschaftsleistung soll um rund zehn Prozent geschrumpft sein. Dazu kommen Hyperinflation und ein dramatischer Verfall der Landeswährung.

Goldman Sachs: Die Golf-Nachbarn springen ein

Während Teheran ausblutet, fließt das Öl der übrigen Golfstaaten weiter. Analysten von Goldman Sachs beschrieben gegenüber ihren Kunden eine wachsende Kluft zwischen den einbrechenden iranischen Ausfuhren und den steigenden Exporten der anderen Produzenten am Persischen Golf.

Nach Schätzung der Bank kletterten die Ölexporte aus der Region Ende September auf 23,3 Millionen Barrel pro Tag. Das entspreche wieder dem Niveau vor dem Krieg. Mitgeholfen hätten dabei sogenannte „Dark Exports“, also Lieferungen, die nicht offiziell erfasst werden.

„Operation Economic Outcast“: Wirtschaftskrieg mit System

Hinter dem Druck steckt Kalkül. Ende August startete das US-Finanzministerium auf Anweisung von Präsident Donald Trump die „Operation Economic Outcast“. Erklärtes Ziel: alle Geldquellen Teherans zu kappen, inklusive Sekundärsanktionen gegen Banken und Firmen in Drittstaaten. Der Krieg selbst tobt bereits seit dem 28. Februar.

Der Plan scheint aufzugehen. Doch aufgeben will die Führung in Teheran Berichten zufolge nicht. Zugeständnisse beim Atomprogramm lehne sie weiter ab, Gespräche über die freie Durchfahrt durch Hormus seien wiederholt ins Stocken geraten. Und eine unbequeme Frage bleibt: Warum hat Washington diesen Hebel nicht schon am ersten Kriegstag angesetzt?

Was das für Europa und Anleger bedeutet

Für Deutschland als rohstoffarme Importnation ist jede Erschütterung am Golf ein Risiko, an der Zapfsäule genauso wie in der Industrie. Dass die Exporte der Nachbarstaaten wieder auf Vorkriegsniveau liegen, beruhigt zwar. Ein Waffenstillstand ist das aber noch lange nicht.

Wer sein Erspartes in solchen Zeiten absichern will, sollte breit streuen. Physisches Gold und Silber haben sich in geopolitischen Krisen über Jahrhunderte als stabiler Anker bewährt. Als Beimischung in einem ausgewogenen Portfolio können sie helfen, das eigene Vermögen gegen Schocks abzufedern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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