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20.10.2026
15:46 Uhr
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Teile fehlen, Bänder stocken: Der Materialmangel kehrt zurück!

Die deutsche Industrie hat wieder ein Problem, das viele für erledigt hielten. Laut der jüngsten Konjunkturumfrage des Münchner ifo-Instituts klagten im September 14,6 Prozent der Unternehmen über fehlende Vorprodukte, im August waren es noch 13,3 Prozent. Am härtesten trifft es die Elektronik- und die Chemiebranche.

Auf den ersten Blick wirkt der Anstieg klein. Der Blick in die einzelnen Branchen zeigt aber, wie wenig Spielraum der Industriestandort Deutschland inzwischen noch hat.

Elektronik: Volle Auftragsbücher, leere Regale

Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen stieg der Anteil der Betriebe mit Engpässen nach ifo-Angaben von 33,2 auf 37,8 Prozent. Damit wartet mehr als jeder dritte Betrieb in diesem Bereich auf Material. Die Aufträge sind da, nur die Teile fehlen.

Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, gibt sich zurückhaltend. Von einem flächendeckenden Anstieg der Lieferengpässe könne noch keine Rede sein, in einzelnen Branchen würden fehlende Vorprodukte aber wieder zu einem größeren Problem. Mit Blick auf die Elektroindustrie warnt er deutlicher:

„Gerade in Teilen der Elektroindustrie trifft eine kräftige Nachfrage auf eine angespannte Materialversorgung. Fehlende Vorprodukte könnten dort zunehmend zum Flaschenhals werden.“

Chemie unter Druck, Autobauer vorerst ruhig

Auch die ohnehin angeschlagene Chemie bekommt die Knappheit wieder zu spüren. Hier meldeten 18,0 Prozent der Firmen Engpässe, im Vormonat waren es 12,5 Prozent. Im Maschinenbau stieg der Wert leicht von 14,9 auf 16,3 Prozent. Die Hersteller elektrischer Ausrüstungen liegen mit 27,4 Prozent weiterhin hoch, nach 29,5 Prozent im August.

Besser sieht es in der Metallerzeugung und -bearbeitung aus, wo der Anteil von 21,1 auf 14,2 Prozent sank. In der Autoindustrie blieb die Lage mit 8,9 Prozent fast unverändert. Für eine Branche, die laut ifo ohnehin in der Krise steckt, ist das allerdings ein schwacher Trost.

Die Hormus-Krise wirkt nach

Der Rückfall kommt nicht überraschend. Schon im Juni hatten laut ifo 17,2 Prozent der Unternehmen Engpässe gemeldet. In der Chemie war es damals fast ein Drittel. Als Ursache nannte das Institut die Störungen in der Straße von Hormus im Zuge des Nahost-Kriegs. Die Meerenge sei zwar wieder passierbar, die Folgen für die Lieferketten hielten aber an.

Das Ende der Just-in-time-Bequemlichkeit

Über Jahrzehnte setzte die deutsche Industrie auf schlanke Lager und Teile, die genau zur richtigen Stunde ankommen. Das spart Geld, solange die Welt ruhig ist. Die Corona-Jahre zeigten, wie schnell das schiefgehen kann: Ende 2021 meldeten zeitweise rund vier von fünf Industriefirmen Materialmangel. Die Bänder standen still, die Lieferzeiten wurden immer länger.

Die Lehre daraus scheint nur zum Teil angekommen zu sein. Jede neue geopolitische Erschütterung trifft eine Volkswirtschaft, die von Importen abhängt und gleichzeitig unter hohen Energiepreisen, Bürokratie und Steuerlast leidet. Zur Auftragsflaute kommt jetzt wieder ein Materialproblem.

Ironischerweise wirbt die Bundesregierung Medienberichten zufolge gerade auf einer Investorenkonferenz mit dem Satz „Deutschland ist zurück“. Kanzler Merz zeigte sich mit Zusagen über 230 Milliarden Euro zufrieden. Ob Investoren auf Dauer überzeugt sind, hängt aber weniger von Konferenzen ab als von stabilen Lieferketten und wettbewerbsfähigen Standortbedingungen.

Was das für Sparer bedeutet

Wenn Material knapp ist, steigen die Preise. Das zeigt die Erfahrung aus den Jahren 2021 und 2022, als Lieferengpässe die Inflation deutlich angetrieben haben. Neue Knappheit trifft also nicht nur Werkshallen, sondern am Ende auch die Kaufkraft der Bürger. Wer sein Vermögen gegen solche Schocks absichern möchte, kann physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Sie gelten seit Jahrhunderten als krisenfester Wertspeicher.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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