
Teuerungs-Alarm im Brotkorb: Weizen, Mais und Zucker ziehen kräftig an!

Die Welt muss für ihr Essen wieder tiefer in die Tasche greifen. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Anfang Oktober mitteilte, stieg ihr Lebensmittelpreisindex im September auf durchschnittlich 136 Punkte. Das sind 1,5 Prozent mehr als im August und 5,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Ursachen reichen vom Schwarzen Meer bis zum Persischen Golf, von dürren Feldern in Nordamerika bis zu einem erstarkenden El Niño. Mehreren Medienberichten zufolge liegt der Index damit nahe am höchsten Stand seit vier Jahren.
Getreide als Preistreiber Nummer eins
Der größte Schub kam aus dem Getreidesilo. Laut FAO verteuerte sich Weizen innerhalb eines Monats um 6,3 Prozent. Als Gründe nennt die Organisation die Transportprobleme in der Schwarzmeerregion und trockenes Wetter in Teilen Nordamerikas, wo bald der Winterweizen in den Boden muss.
Mais legte um 5,6 Prozent zu. Belastend wirkten nach FAO-Angaben Zweifel an der US-Ernte, weniger Exportware aus Brasilien und die Unruhe rund um die Straße von Hormus. Den stärksten Sprung machte allerdings Zucker: plus 6,1 Prozent. Die FAO rechne für 2026/27 mit einem knapperen Angebot. Thailand dürfte weniger produzieren, in Indien fehlt Regen, in Brasilien fällt zu viel davon, und in der EU wurden weniger Zuckerrüben ausgesät.
Einziger Lichtblick: Fleisch. Der entsprechende Index fiel um 1,1 Prozent, weil Schweine- und Geflügelfleisch reichlich angeboten werden.
Zwei Nadelöhre, ein Problem
Russland ist der größte Weizenexporteur der Welt, die Ukraine einer der wichtigsten Getreideproduzenten. Beide Kriegsparteien haben ihre Angriffe auf die Infrastruktur der Gegenseite zuletzt verstärkt, wie berichtet wird, auch auf Getreideterminals. Bei jedem Treffer bekommen das die Weltmärkte zu spüren.
Dazu kommt die Straße von Hormus. Durch die Meerenge laufen normalerweise rund ein Drittel des weltweiten Düngemittelhandels, etwa 35 Prozent der Rohöl-Seetransporte und ein Fünftel des Flüssiggashandels. Wird es dort eng, steigen die Kosten für Diesel, Fracht und Dünger. Damit verteuern sich am Ende auch Brot und Nudeln. FAO-Chefökonom Máximo Torero warnt:
„Wenn diese Belastungen anhalten, werden sie sich bald auf die Verbraucherpreise für Lebensmittel auswirken, insbesondere in Ländern, die von Lebensmittel- und Energieimporten abhängig sind.“
Zur Einordnung: Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine erreichte der FAO-Index im März 2022 sein Allzeithoch von rund 160 Punkten. Bis dahin ist es noch ein Stück, aber die Richtung stimmt bedenklich.
El Niño als unberechenbarer Faktor
In einem weiteren Bericht vom 2. Oktober verweist die FAO auf höhere Frachtraten, teureren Dünger und anhaltende Lieferprobleme. Das stärker werdende Wetterphänomen El Niño gefährde vor allem den Reis in Süd- und Südostasien. In El-Niño-Jahren lägen die Reiserträge typischerweise 1 bis 1,5 Prozent unter dem langfristigen Trend.
Die Weltbank gibt sich in ihrem Lagebericht vom 28. September gelassener. Die Märkte seien insgesamt stabil, die Versorgung reiche aus. Zugleich erwartet sie aber, dass sich El Niño bis Ende 2026 verstärkt und bis Anfang 2027 anhält. Das erhöht das Risiko von Extremwetter.
Und Berlin? Denkt über neue Abgaben nach
Für deutsche Familien kommen solche Nachrichten zur Unzeit. Gleichzeitig plant die Bundesregierung Medienberichten zufolge eine Zucker- und eine Plastiksteuer und will dafür rund tausend neue Stellen schaffen. Während der Weltmarkt Zucker verteuert, will der Staat also selbst noch einmal zugreifen. Kritiker dürften das kaum als Entlastung der Bürger verstehen.
Die Lehre aus vier Jahren Krisen: Wenn Lebensmittel und Energie teurer werden, verliert Erspartes auf dem Konto still und leise an Wert. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte gezeigt, dass sie Kaufkraft bewahren können. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Absicherung gegen solche Schocks sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.












