
Transatlantischer Eklat: Europäische NATO-Verbündete verweigern US-Militärflügen den Luftraum
Was sich in diesen Tagen zwischen Washington und seinen europäischen Verbündeten abspielt, hat das Zeug zu einer der schwersten Krisen innerhalb der westlichen Allianz seit Jahrzehnten. Frankreich, Italien und Spanien – drei Kernstaaten der NATO und der Europäischen Union – verweigern den Vereinigten Staaten die Nutzung ihres Luftraums und ihrer Militärbasen für Operationen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump ließ nicht lange auf sich warten – und sie fiel aus, wie man es von ihm kennt: scharf, unverblümt und mit kaum verhüllten Drohungen.
Frankreich blockiert – Trump tobt auf Truth Social
Den Anfang machte Paris. Frankreich habe Flugzeugen, die mit Militärgütern beladen nach Israel fliegen wollten, den Überflug über französisches Hoheitsgebiet verweigert, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Blockade sei am Wochenende erfolgt und stelle die erste derartige Maßnahme seit Beginn des Konflikts dar, wie mehrere Quellen, darunter ein westlicher Diplomat, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigten. Trump bezeichnete Frankreichs Verhalten als „sehr unhilfreich" und fügte in seiner unnachahmlichen Art hinzu: „Die USA werden das nicht vergessen."
Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu verstehen, was diese Worte bedeuten. Wenn der mächtigste Mann der Welt einem vermeintlichen Verbündeten öffentlich droht, dann ist das mehr als diplomatisches Säbelrasseln. Es ist ein Zeichen dafür, wie fragil das transatlantische Bündnis mittlerweile geworden ist.
Israel reagiert mit Vergeltungsmaßnahmen gegen Paris
Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten – und sie kamen nicht nur aus Washington. Wie die Jerusalem Post unter Berufung auf drei israelische Quellen berichtete, wolle die israelische Regierung als direkte Reaktion auf die französische Blockade den Verkauf von Verteidigungsgütern an Frankreich einstellen. Bestehende Verträge würden zwar weiterhin erfüllt, doch die Botschaft sei unmissverständlich: Wer Israel in einer existenziellen Krise den Rücken kehrt, muss mit Gegenmaßnahmen rechnen.
Aus israelischer Perspektive habe Frankreich in den vergangenen zwei Jahren eine zunehmend feindselige Haltung eingenommen, so eine der Quellen. Paris sei nicht entschieden genug gegen die Hisbollah vorgegangen und habe im Jahr 2025 eine Welle von Staaten angeführt, die einen palästinensischen Staat anerkannten. Für Jerusalem ein unverzeihlicher Affront.
Rom und Madrid ziehen nach – Europa in der Verweigerungshaltung
Frankreich steht mit seiner Blockadepolitik keineswegs allein. Italien verweigerte US-Militärflugzeugen die Landung auf dem strategisch wichtigen Stützpunkt Sigonella auf Sizilien. Verteidigungsminister Guido Crosetto begründete die Ablehnung damit, dass Washington Rom erst informiert habe, als die Maschinen bereits in der Luft gewesen seien – ohne jede vorherige Genehmigung. Ein bemerkenswerter Vorgang, der zeigt, wie wenig Respekt die amerikanische Seite offenbar vor der Souveränität ihrer Verbündeten hat.
Spanien ging sogar noch einen Schritt weiter. Bereits Anfang März hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez die Nutzung spanischer Militärbasen für Angriffe auf den Iran untersagt und die US-Militärschläge als „Verstoß gegen das Völkerrecht" bezeichnet. Madrid sperrte darüber hinaus seinen gesamten Luftraum für Militärflüge im Zusammenhang mit dem Konflikt. Trumps Antwort? Die öffentliche Drohung, sämtliche Handelsbeziehungen mit Spanien zu beenden. Diplomatie im 21. Jahrhundert sieht offenbar so aus.
Trumps Botschaft an Europa: „Kämpft für euch selbst"
Besonders aufschlussreich war Trumps weitergehende Kritik an Großbritannien und anderen Ländern für ihre ausbleibende Beteiligung an den Einsätzen im Iran. Seine Worte könnten kaum deutlicher sein: „Ihr müsst anfangen zu lernen, wie man für sich selbst kämpft. Die USA werden nicht mehr da sein, um euch zu helfen, genauso wie ihr nicht für uns da wart."
Und dann setzte Trump noch einen drauf, der selbst für seine Verhältnisse bemerkenswert war. Ländern, die Schwierigkeiten hätten, an Flugzeug-Treibstoff zu gelangen, empfahl er lakonisch: „Kauft bei den USA, wir haben genug davon. Und zweitens: Fasst endlich Mut, fahrt zur Straße von Hormus und nehmt es euch einfach. Holt euch euer eigenes Öl."
Was für eine Aussage. Der Präsident der Vereinigten Staaten fordert europäische Staaten faktisch dazu auf, sich Rohstoffe mit Gewalt anzueignen. Man mag von Trump halten, was man will – aber diese Worte offenbaren ein Weltbild, in dem das Recht des Stärkeren über allem steht.
Europa am Scheideweg – und Deutschland schweigt
Was bei all dem auffällt: Deutschland, die vermeintliche Führungsmacht Europas, glänzt einmal mehr durch Abwesenheit in der Debatte. Während Frankreich, Italien und Spanien – ob man ihre Entscheidungen nun für richtig oder falsch hält – zumindest souverän handeln und klare Positionen beziehen, duckt sich Berlin weg. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint auch in der Außenpolitik den Kurs der Unentschlossenheit fortzusetzen, der Deutschland in den vergangenen Jahren zum geopolitischen Leichtgewicht degradiert hat.
Die Ereignisse zeigen überdeutlich, dass die transatlantische Partnerschaft, wie wir sie kannten, Geschichte ist. Europa muss endlich erwachsen werden und eine eigenständige Sicherheits- und Verteidigungspolitik entwickeln – mit klaren Interessen, klaren Positionen und der Bereitschaft, diese auch durchzusetzen. Doch dafür bräuchte es politische Führung. Und die sucht man in Berlin derzeit vergeblich.
In Zeiten solch massiver geopolitischer Verwerfungen und einer zunehmend unberechenbaren Weltlage dürfte es kaum verwundern, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Krisenwährungen weiterhin stark nachgefragt werden. Wer sein Vermögen gegen die Unwägbarkeiten einer Welt im Umbruch absichern möchte, findet in Edelmetallen nach wie vor einen verlässlichen Anker der Stabilität.
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