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21.10.2026
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Trump gegen fertigen Windpark: 65 Turbinen stehen – droht jetzt das Aus?

Trump gegen fertigen Windpark: 65 Turbinen stehen – droht jetzt das Aus?
Symbolbild: KI-generiert

Die Rotoren drehen sich bereits, doch Washington will die Genehmigung noch einmal aufrollen. Am 9. Oktober 2026 hat das US-Justizministerium beantragt, die Baugenehmigung für den Offshore-Windpark Revolution Wind vor Rhode Island erneut prüfen zu lassen. Für die Betreiber Ørsted und Skyborn Renewables ist es schon der dritte Angriff auf ein Projekt, das praktisch fertig ist.

Ein Kraftwerk im Endspurt – und mitten im Rechtsstreit

Die Eckdaten sind beachtlich. Alle 65 Turbinen stehen seit September, und seit März 2026 fließt erster Strom ins Netz. Geplant sind 704 Megawatt: 400 davon für Rhode Island, 304 für Connecticut. US-Medien beziffern die Kosten auf rund 6,2 Milliarden Dollar. Bis Ende 2026 sollte die volle Leistung erreicht sein.

Das Justizministerium möchte nun, dass ein Bundesgericht in Washington die Genehmigung an das Innenministerium zurückverweist. Dieses hatte das Projekt im August 2023 unter Joe Biden freigegeben. Nach Lesart der heutigen Regierung habe man damals Schäden für Fischerei, Forschung sowie historische Bauwerke und Landschaften nicht ausreichend berücksichtigt.

Der Antrag hängt an einer Klage, die mehrere Umweltgruppen unter Führung von Green Oceans bereits 2024 eingereicht hatten. Die Regierung schließt sich Teilen davon an. Einen neuen Baustopp hat das Gericht bislang nicht verhängt.

Dritter Anlauf – nach zwei Niederlagen vor Gericht

Ein erster Versuch scheiterte schon im August 2025. Damals verhängte die Regierung einen Stopp für den Bau, der zu dem Zeitpunkt zu rund 80 Prozent abgeschlossen war. Im September kassierte ein Bundesgericht die Anordnung. Im Dezember folgte ein zweiter Stopp, diesmal begründet mit angeblichen Risiken für die nationale Sicherheit. Auch der hielt nicht: Im Januar 2026 schritt erneut ein Gericht ein.

Zweimal sind die Eingriffe also an der Justiz gescheitert. Nun folgt der Umweg über das Verwaltungsrecht. Kritiker sehen darin weniger sachliche Sorge um Fischer und Denkmäler als politischen Feldzug gegen die Windkraft. Wie ernst Washington das meint, zeigte im August 2026 der Fall RWE: Medienberichten zufolge erhielt der Essener Konzern rund 1,22 Milliarden Dollar dafür, dass er aus der US-Offshore-Windkraft aussteigt.

Gefahr für den überparteilichen Energie-Deal

Brisant ist der Zeitpunkt. Ende September waren Republikaner und Demokraten bei einer großen Reform der Genehmigungsverfahren vorangekommen. Kraftwerke und Stromleitungen sollen damit schneller gebaut werden. Im Gegenzug hatte das Weiße Haus angedeutet, bereits genehmigte Windprojekte milder zu behandeln.

Die demokratischen Senatoren Sheldon Whitehouse und Martin Heinrich fordern nun verlässliche Genehmigungen für erneuerbare Energien. Trumps Energieberater Jarrod Agen versichert dagegen, die Regierung stehe weiter hinter der Reform. Der aktuelle Streit gehe auf eine ältere Klage lokaler Gruppen zurück. Ob diese Erklärung reicht, um die nötigen demokratischen Stimmen zu sichern, ist offen.

Das eigentliche Problem: Wer investiert noch?

Der Fall reicht weit über Rhode Island hinaus. Wenn selbst vollständig genehmigte und weitgehend fertige Projekte wieder vor Gericht landen können, wird jede Großinvestition zum Glücksspiel. Investoren dürften höhere Risikoaufschläge verlangen. Dazu kommen Verzögerungen, Anwaltskosten und Baukapazitäten, die ungenutzt bleiben.

Dabei steigt der Strombedarf in den USA kräftig, vor allem durch Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Ausgerechnet fertige Kraftwerke infrage zu stellen, wirkt da fast grotesk.

Eine Lehre gilt auch für Deutschland, wo die Energiepolitik ebenfalls im Takt der Legislaturperioden die Richtung wechselt: Rechtssicherheit ist kein Luxus, sondern die Grundlage jeder Investition. Wer Genehmigungen nachträglich aufkündigt, verliert Vertrauen – und am Ende zahlen Stromkunden und Steuerzahler die Rechnung.

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