
Trumps Iran-Deal: Wenn die eigenen Reihen rebellieren und 300 Milliarden für die Mullahs locker machen

Es ist eine bemerkenswerte Szene, die sich da im Versailler Schloss abgespielt haben soll: US-Präsident Donald Trump setzte am Mittwochabend seine Unterschrift unter ein Rahmenabkommen mit dem Iran – und was als außenpolitischer Triumph verkauft werden sollte, gerät nun zum innerparteilichen Sprengsatz. Denn diesmal kommt der Gegenwind nicht von den üblichen Verdächtigen aus dem linken Lager, sondern aus den eigenen republikanischen Reihen. Und der hat es in sich.
300 Milliarden Dollar für ein Regime, das Menschen an Baukränen aufhängt
Im Zentrum der Empörung steht ein geplanter Fonds in schwindelerregender Höhe von 300 Milliarden Dollar, der angeblich Investitionen und den Wiederaufbau des Iran fördern soll. Hinzu kommen die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und mögliche Sanktionserleichterungen. Das zwischen Washington und Teheran ausgehandelte Memorandum of Understanding soll binnen 60 Tagen in einen endgültigen Vertrag münden. Trump betonte zwar mehrfach, noch sei nichts in Stein gemeißelt – sollte ihm das Ergebnis missfallen, werde er den militärischen Druck erneut erhöhen.
Doch dieses Versprechen beruhigt die Kritiker keineswegs. Im Gegenteil: Es wirkt eher wie das verzweifelte Beschwichtigen eines Mannes, der spürt, dass ihm die eigene Basis davonläuft.
Reagan dreht sich im Grabe um
Besonders scharf ging der republikanische Senator Bill Cassidy aus Louisiana ins Gericht. Die nuklearen Ambitionen des Iran seien keineswegs eingedämmt worden, schrieb er auf der Plattform X. Vor dem Krieg sei die Straße von Hormus offen gewesen, die Sanktionen hätten Teheran wirtschaftlich in die Knie gezwungen. Sein vernichtendes Fazit:
„Das ist der schlimmste außenpolitische Fehler seit Jahrzehnten. Ronald Reagan dreht sich im Grab um.“
Ähnlich harsch fiel das Urteil von Senator Ted Cruz aus Texas aus. Die Geschichte lehre, dass es eine schlechte Idee sei, „wahnsinnigen Theokraten Milliarden von Dollar zu geben“. Er halte den Präsidenten in dieser Sache schlicht für schlecht beraten. Auch sein Parteikollege John Cornyn zeigte sich besorgt – ausdrücklich über jenen 300-Milliarden-Dollar-Fonds, der wie ein roter Faden durch die gesamte Kritik zieht.
Wenn selbst der Obama-Deal plötzlich harmlos wirkt
Das vielleicht gewichtigste Wort kam von Senator Roger Wicker, dem Vorsitzenden des Streitkräfteausschusses und einem der einflussreichsten Sicherheitspolitiker der Republikaner. Seine Einschätzung dürfte im Weißen Haus für lange Gesichter gesorgt haben: Die vorgesehenen 300 Milliarden Dollar ließen selbst die umstrittenen Zahlungen im Rahmen des berüchtigten Obama-Abkommens von 2015 wie einen „Klacks“ erscheinen.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ausgerechnet Trump, der einst medienwirksam aus Obamas Atom-Deal ausstieg und diesen als historischen Verrat brandmarkte, steht nun selbst im Verdacht, einen noch größeren Scheck auszustellen. Wicker warnte unmissverständlich davor, die mühsam erkämpften militärischen Erfolge der USA nun am Verhandlungstisch „wegzuverhandeln“. Zuvor hatte er eine Waffenruhe mit dem Iran sogar als mögliches „Desaster“ bezeichnet.
Der eher zurückhaltende Senator Thom Tillis aus North Carolina mochte das Abkommen weder als „großartig“ noch als „schlecht“ einstufen, fand die Aussicht auf 300 Milliarden Dollar aber „beunruhigend“. Sein Eindruck: Die USA ruderten bei ihren ursprünglichen Zielen zum iranischen Atomprogramm zurück.
Auch außerhalb des Kongresses brodelt es
Selbst der konservative Kommentator Ben Shapiro, bislang ein Unterstützer von Trumps militärischem Kurs im Nahen Osten, ließ kein gutes Haar an dem Deal. Die Darstellung des Weißen Hauses, der Krieg sei beendet und die Vereinbarung perfekt, entspreche „nicht der Realität“. Die Freigabe eingefrorener Gelder komme faktisch einer Finanzierung des Regimes gleich. Sein Urteil: ein „Desaster, das keines der zentralen Ziele erreicht“. Weder die Beendigung der Urananreicherung noch die Abschaffung ballistischer Raketen seien verankert.
Trumps Konter: „Dummköpfe“ und der Blick auf die Börsenkurse
Wie reagiert ein Präsident, der sich plötzlich in der eigenen Festung belagert sieht? Mit Angriff. Auf Truth Social bezeichnete Trump seine Kritiker kurzerhand als „Dummköpfe“. Wer glaube, er sei nicht hart genug gegenüber Teheran gewesen, sei entweder eifersüchtig, ein schlechter Mensch oder schlicht „dumm“. Als Beweis für seinen Erfolg verwies er auf steigende Aktienmärkte und fallende Ölpreise.
Ein bemerkenswertes Argument. Denn ob die kurzfristige Stimmung an den Börsen tatsächlich ein verlässlicher Gradmesser für eine kluge Außenpolitik ist, darf bezweifelt werden. Märkte feiern Ruhe – auch dann, wenn sie teuer erkauft wurde. Die geopolitischen Folgen aber zeigen sich erst später, wenn die jubelnden Kurse längst wieder gefallen sind.
Was bleibt: Ein gespaltenes Lager und offene Fragen
Bemerkenswert ist diese Revolte vor allem deshalb, weil die republikanischen Spitzen Trump in außenpolitischen Fragen bislang nahezu geschlossen den Rücken stärkten. Dass nun gleich mehrere Schwergewichte öffentlich auf Distanz gehen, zeigt, wie tief der Riss verläuft. Das Abkommen muss ohnehin noch durch den Kongress – nach einem Gesetz aus dem Jahr 2015 unterliegen Vereinbarungen zum iranischen Atomprogramm und zur Lockerung von Sanktionen einer parlamentarischen Prüfung.
Während sich die europäischen Beobachter, allen voran ein grinsender Macron in Versailles, im Glanz der Friedensdiplomatie sonnen, bleibt die nüchterne Frage: Wer profitiert wirklich? Ein Regime, das im Inneren mit eiserner Hand regiert, soll mit Milliarden überschüttet werden – und das ausgerechnet von jenem Präsidenten, der einst antrat, genau solche Deals zu verhindern. Die Geschichte hat eine bittere Ironie für sich gepachtet.
Stabilität in unsicheren Zeiten
Was uns dieses diplomatische Schauspiel einmal mehr vor Augen führt: In einer Welt, in der Milliardensummen über Nacht verschoben werden, in der geopolitische Gewissheiten von einem Tag auf den anderen kippen und selbst eng verbündete Lager auseinanderbrechen, gewinnt eines an Bedeutung – die Unabhängigkeit von politischen Launen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen keine Truth-Social-Tiraden, keine 300-Milliarden-Dollar-Fonds und keine Kurzschlussdiplomatie. Sie sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung und gehören als solide Beimischung in jedes breit gestreute Portfolio – gerade dann, wenn Politiker rund um den Globus mit dem Geld anderer Leute jonglieren.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und seine Entscheidungen selbst zu verantworten beziehungsweise fachkundigen Rat einzuholen.

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