
Trumps Iran-Versprechen bis zur Wahl: Ölpreis fällt, der Golf brennt

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social verkündet, die USA würden den Iran vor den Midterm-Wahlen im November nicht angreifen. Der Ölpreis gab daraufhin nach, lag im Tagesverlauf aber weiterhin im Plus. Am Golf verschärft sich die Lage derweil fast stündlich. Für Entspannung gibt es keinen Grund.
Laut seinem Beitrag laufen mit Teheran weiterhin aktive Gespräche. Außerdem fließe das Öl in Rekordmengen, schrieb Trump. Hinter der Ankündigung steckt allerdings eine Vorgeschichte, die Fragen aufwirft.
Angriffspläne im Pentagon-Tresor
Erst am Mittwochabend hatte das US-Magazin The Atlantic unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter berichtet, das Weiße Haus habe beim Pentagon Angriffsoptionen gegen iranische Ziele bestellt. Diese sollten ausdrücklich noch vor der Wahl am 3. November umsetzbar sein. Trump wolle demnach die Spritpreise drücken und vor dem Urnengang Fortschritte im Konflikt vorweisen.
Laut Axios soll das Pentagon das Zentralkommando CENTCOM schon vor Tagen angewiesen haben, die Vorbereitungen für eine Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen abzuschließen. Ein mögliches Vorgehen gemeinsam mit Israel würde dem Bericht zufolge massive Bombardements auf Energie-, Infrastruktur- und Atomziele umfassen. Eine endgültige Entscheidung gab es aber offenbar nicht.
Ironisch wirkt das schon: Gerade ein neuer Bombenhagel würde die Ölpreise erfahrungsgemäß eher nach oben treiben, nicht nach unten. Die Trump-Ankündigung wirkt deshalb wie der Versuch, die Märkte zu beruhigen. Wie belastbar sie ist, muss sich zeigen.
Die Revolutionsgarden weiten den Seekrieg aus
Teheran geht unterdessen auf See in die Offensive. Die Revolutionsgarden sollen Handelsschiffe nun auch weit außerhalb der Straße von Hormus angreifen, im Persischen Golf und im Golf von Oman. Nördlich von Katar wurde ein Tanker nach Angaben der britischen Seesicherheitsbehörde UKMTO von mehreren Geschossen getroffen. Etwa 500 Kilometer westlich der Meerenge ist das ein höchst ungewöhnlicher Ort für einen solchen Angriff. Die Behörde meldete mehrere Opfer.
Nahe dem emiratischen Hafen Fujairah wird außerdem ein Brand auf See gemeldet, vermutlich ein zweites getroffenes Schiff. Bestätigt ist das bislang nicht. Laut Sicherheitsfirmen gab es allein in der Woche bis zum 5. Oktober mindestens zwölf Angriffe auf Öl- und Gastanker. Der Ölpreis war zwischenzeitlich über 100 Dollar je Barrel gestiegen.
Feuer in Saudi-Arabien
Auch an Land eskaliert die Lage. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen erklärten, den internationalen Flughafen von Riad mit einer ballistischen Rakete angegriffen zu haben. Aufnahmen sollen ein getroffenes Flugzeug zeigen. Satellitenbilder zeigen laut Berichten zudem Rauch über den Ölanlagen von Abqaiq, dem Herzstück der saudischen Ölindustrie.
Gefahr auch für Deutschland
Für deutsche Leser besonders brisant: Laut einem Bericht der WirtschaftsWoche sollen iranische Geheimdienste die US-Stützpunkte Ramstein und Spangdahlem ins Visier genommen haben. Auch andere US-Basen in Europa sowie Großbritannien gelten demnach als mögliche Ziele. Der Krieg im Nahen Osten ist damit nicht mehr weit weg. Er könnte bis in die Pfalz und die Eifel reichen.
Und Berlin? Dort dürfte man bei Energiepreisen, die ohnehin zu den höchsten der Welt gehören, mit Sorge auf die Zapfsäulen blicken. Erst vor wenigen Tagen haben die G7-Staaten Medienberichten zufolge Diesel- und Rohölreserven freigegeben. Das zeigt, wie ernst die Lage ist.
Diplomatie im Nebel
Das iranische Außenministerium erklärte, seine Bedingungen für ein Kriegsende seien klar formuliert. Eine Antwort auf US-Vorschläge werde über Vermittler übermittelt. Pakistan bietet sich als Vermittler an. Gleichzeitig soll Teheran nach Angaben regionaler Diplomaten fest mit einem US-Angriff rechnen. Dort werde sogar darüber diskutiert, selbst zuerst zuzuschlagen.
Wer in solchen Zeiten sein Erspartes schützen will, kommt an einer Grundfrage nicht vorbei: Welche Werte überstehen geopolitische Schocks? Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenschutz bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen, und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.
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