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29.11.2025
08:37 Uhr

Trumps Saudi-Schachzug: Vom Ölkrieg zum strategischen Partner

Was für eine bemerkenswerte Kehrtwende in der amerikanisch-saudischen Beziehung! Während Donald Trump und Kronprinz Mohammed bin Salman (MBS) vergangene Woche bei einem festlichen Dinner im Weißen Haus nebeneinander saßen, muss die turbulente Vergangenheit zwischen beiden Nationen wie aus einer anderen Epoche gewirkt haben. Trump verlieh Saudi-Arabien den prestigeträchtigen Status eines "wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten" – eine Designation, die nur 19 weitere Länder weltweit genießen.

Von eisiger Kälte zu strategischer Wärme

Die Transformation könnte dramatischer kaum sein. Noch vor wenigen Jahren befanden sich beide Länder in einem erbitterten Ölpreiskrieg, der de facto saudische Herrscher wurde in Washington als Mörder gebrandmarkt, und sämtliche Kommunikationskanäle zwischen beiden Seiten waren zum Erliegen gekommen. Doch nun scheint all das vergessen – zumindest oberflächlich betrachtet.

Diese neue Allianz ist keineswegs nur symbolischer Natur. Mit dem Status kommen handfeste militärische und wirtschaftliche Vorteile: Saudi-Arabien erhält nun bevorzugten Zugang zu amerikanischen Waffensystemen, kann Kriegsmateriallager der USA beherbergen und darf sogar abgereichertes Uran-Munition erwerben. Das Königreich wird behandelt wie ein verlässlicher Partner des Westens – "einer von uns", wie es aus Washington heißt.

Der Preis der neuen Freundschaft

Doch welchen Preis zahlt Riad für diese neu gewonnene Nähe? Die Erwartungen aus Washington sind eindeutig: Saudi-Arabien soll sich künftig stärker an den Interessen der USA und ihrer Verbündeten orientieren – und weniger an jenen des chinesisch-russischen Blocks. Die Jahre der Annäherung an China nach dem verheerenden Ölpreiskrieg von 2014-2016 sollen vergessen werden. Auch die von China vermittelte Normalisierung der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran wird in Washington kritisch beäugt.

"Bei direkten Interessenkonflikten erwarten wir, dass Saudi-Arabien von nun an auf unserer Seite steht"

Diese Worte einer hochrangigen Quelle aus Washington lassen keinen Interpretationsspielraum. Die Saudis sollen ihre Beteiligung an chinesisch-russischen Kooperationsstrukturen wie der Shanghai Cooperation Organisation überdenken und ihre Unterstützung für Chinas Belt and Road Initiative zurückfahren.

Der Ölpreis als Druckmittel

Besonders brisant wird es beim Thema Ölpreis. Washington erwartet von Riad aktive Unterstützung, um die Preise in der sogenannten "Trump-Ölpreis-Spanne" zu halten – grob zwischen 40 und 80 Dollar pro Barrel Brent. Diese Spanne ist für Trump aus wirtschaftlichen und politischen Gründen essentiell: Historische Daten zeigen, dass jede Veränderung des Rohölpreises um 10 Dollar pro Barrel zu einer Änderung des Benzinpreises um etwa 25-30 Cent pro Gallone führt. Und für jeden Cent, den der durchschnittliche Benzinpreis steigt, gehen der amerikanischen Wirtschaft mehr als eine Milliarde Dollar an Konsumausgaben verloren.

Die politische Dimension ist ebenso bedeutsam: Seit 1896 wurden amtierende US-Präsidenten elfmal wiedergewählt, wenn die Wirtschaft nicht in einer Rezession steckte. Bei einer Rezession gelang dies nur einmal von sieben Versuchen. Trump mag vielleicht einen Weg finden, erneut zu kandidieren – aber selbst wenn nicht, will seine Republikanische Partei optimale Bedingungen für künftige Wahlerfolge schaffen.

Abraham-Abkommen 2.0?

Ein weiterer Baustein in Trumps Nahost-Vision ist die Ausweitung der sogenannten Abraham-Abkommen – Normalisierungsvereinbarungen zwischen arabischen Staaten und Israel. Nach den Erfolgen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain während seiner ersten Amtszeit hofft Washington nun auf Saudi-Arabien als nächsten großen Coup. Die vermittelnde Rolle des Königreichs während der jüngsten israelischen Militäroperationen gegen Hamas und Iran wird in Washington als positives Signal gewertet.

Die neue amerikanisch-saudische Achse markiert zweifellos eine geopolitische Zeitenwende. Während die USA ihre Position im Nahen Osten festigen und China zurückdrängen wollen, muss Saudi-Arabien eine heikle Balance zwischen seinen wirtschaftlichen Interessen und den neuen politischen Realitäten finden. Ob diese arrangierte Ehe von Dauer sein wird, hängt maßgeblich davon ab, wie geschickt beide Seiten ihre jeweiligen Interessen ausbalancieren können – und ob der Ölpreis im gewünschten Korridor bleibt.

Eines steht fest: Die geopolitischen Karten im Nahen Osten werden neu gemischt, und die Folgen dieser Neuordnung werden weit über die Region hinaus spürbar sein. Für Anleger, die ihr Vermögen vor den Unwägbarkeiten solcher geopolitischen Verschiebungen schützen wollen, bleiben physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Absicherung gegen die Turbulenzen der Weltpolitik.

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