
Ukrainische Friedensverhandlungen: Selenskyjs neue Delegation auf dem Weg nach Florida – doch zu welchem Preis?
Während in der Ukraine weiterhin russische Raketen einschlagen und Menschen sterben, reist eine hochrangige ukrainische Delegation in die USA, um über einen überarbeiteten Friedensplan zu verhandeln. Die Delegation unter Leitung von Sicherheitsratschef Rustem Umerow sei bereits unterwegs, verkündete Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag. Doch was sich zunächst nach einem hoffnungsvollen Schritt anhört, wirft bei genauerer Betrachtung beunruhigende Fragen auf.
Korruptionsskandal überschattet Verhandlungen
Besonders pikant: Der bisherige Verhandlungsführer Andrij Jermak musste wegen Korruptionsvorwürfen zurücktreten. Ausgerechnet jetzt, wo es um die Zukunft der Ukraine geht, zeigt sich erneut, dass Korruption selbst in höchsten Regierungskreisen grassiert. Man fragt sich unwillkürlich: Wie glaubwürdig kann eine Delegation sein, deren vorheriger Leiter unter solchen Umständen das Feld räumen musste?
Zur Delegation gehören neben Umerow auch der Chef des Militärgeheimdienstes Kyrylo Budanow sowie weitere hochrangige Vertreter aus Verteidigung, Außenpolitik und Sicherheitsapparat. Die Gespräche sollen am Sonntag in Florida stattfinden – ein Ort, der nicht zufällig gewählt wurde, residiert dort doch der neue US-Präsident Donald Trump häufig.
Ein Friedensplan mit bitterem Beigeschmack
Der ursprüngliche US-Friedensplan umfasste 28 Punkte und stieß international auf heftige Kritik. Zu Recht, muss man sagen. Denn was da vorgeschlagen wurde, klang eher nach einer Kapitulation als nach einem fairen Frieden. Die Ukraine sollte nicht nur die bereits besetzten Gebiete im Osten abtreten, sondern auch weitere Regionen, die russische Truppen derzeit gar nicht kontrollieren. Ein NATO-Beitritt? Ausgeschlossen. Man könnte meinen, der Kreml hätte diesen Plan selbst diktiert.
Nach den Genfer Gesprächen wurde der Vorschlag auf zwanzig Punkte reduziert. Doch selbst diese abgespeckte Version bezeichnete Wladimir Putin als mögliche "Grundlage für zukünftige Vereinbarungen". Wenn der Aggressor so zufrieden ist, sollten bei jedem vernünftigen Menschen die Alarmglocken schrillen.
Trumps Schatten über den Verhandlungen
Auf amerikanischer Seite werden neben dem Sondergesandten Steve Witkoff auch Außenminister Marco Rubio und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn, an den Gesprächen teilnehmen. Die Zusammensetzung dieser Runde lässt vermuten, dass hier weniger die Interessen der Ukraine als vielmehr die außenpolitischen Ambitionen der Trump-Administration im Vordergrund stehen könnten.
Parallel zu den Verhandlungen in Florida wird US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll in Kiew erwartet, während Witkoff nächste Woche nach Moskau reisen soll. Diese Pendeldiplomatie erinnert fatal an die gescheiterten Vermittlungsversuche vor dem Kriegsausbruch – nur dass diesmal die Ukraine bereits seit fast vier Jahren unter russischem Beschuss steht.
Die bittere Realität hinter den Kulissen
Während Diplomaten in klimatisierten Konferenzräumen über Landkarten brüten, zeigt Russland sein wahres Gesicht. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha kritisierte die nächtlichen Angriffe auf Kiew scharf. Der fortgesetzte Raketen- und Drohnenbeschuss beweise, dass Moskau den Krieg "um jeden Preis verlängern" wolle. Sybiha forderte zusätzliche Militärhilfe, schärfere Sanktionen und eine schnelle Entscheidung über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögen.
Doch während die Ukraine um ihr Überleben kämpft, scheinen manche im Westen bereits dabei zu sein, die Beute zu verteilen. Berichte deuten darauf hin, dass die USA bereit sein könnten, Russlands Kontrolle über ukrainische Gebiete anzuerkennen. Ein fatales Signal an alle Aggressoren dieser Welt: Wer nur lange genug durchhält und brutal genug vorgeht, wird am Ende belohnt.
Ein Frieden um jeden Preis?
Die Frage, die sich aufdrängt: Zu welchem Preis kommt dieser Frieden? Wenn die Ukraine gezwungen wird, Territorium abzutreten und auf ihre Souveränität zu verzichten, wäre das kein Frieden, sondern eine Kapitulation. Es wäre ein Präzedenzfall, der zeigt, dass militärische Aggression sich lohnt – eine Botschaft, die in Peking, Teheran und anderen Hauptstädten sehr genau registriert werden dürfte.
Die Geschichte lehrt uns, dass Appeasement gegenüber Aggressoren selten zu dauerhaftem Frieden führt. Wer heute ukrainisches Territorium opfert, könnte morgen vor noch größeren Forderungen stehen. Denn warum sollte Putin sich mit der Ostukraine zufriedengeben, wenn der Westen bereits signalisiert, dass er zu weitreichenden Zugeständnissen bereit ist?
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die ukrainische Delegation stark genug ist, den Druck aus Washington zu widerstehen, oder ob sie am Ende einen faulen Kompromiss akzeptieren muss. Eines ist jedoch sicher: Ein Frieden, der auf Ungerechtigkeit basiert, trägt bereits den Keim des nächsten Konflikts in sich.
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