
US-Jobmarkt trotzt der Krise: Warum Gold trotzdem nicht einknickt

Am Donnerstag kamen aus Washington starke Zahlen: Laut US-Arbeitsministerium beantragten in der Woche bis zum 3. Oktober nur 197.000 Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe. Ökonomen hatten mit 200.000 gerechnet. Gold blieb davon unbeeindruckt. Die Feinunze kostete nach der Veröffentlichung 4.122,37 US-Dollar und lag damit 0,27 Prozent im Plus.
Ein Arbeitsmarkt wie aus Beton
Die Zahlen um 8:30 Uhr Ortszeit überraschten erneut positiv. Der Wert für die Vorwoche wurde auf 199.000 Anträge nach oben korrigiert. Selbst damit lag er noch unter der Marke von 200.000, die viele Ökonomen als Grenze zu einem sehr robusten Arbeitsmarkt sehen.
Schwankungen von Woche zu Woche glättet der gleitende Vierwochendurchschnitt. Viele Beobachter halten ihn deshalb für aussagekräftiger. Er sank von korrigierten 200.500 auf 198.000 und traf damit genau die Prognosen.
Etwas anders sieht es bei den fortgesetzten Anträgen aus, also bei Menschen, die bereits Unterstützung beziehen. Ihre Zahl stieg in der Woche bis zum 26. September auf 1,716 Millionen. Erwartet waren 1,710 Millionen, in der Vorwoche waren es korrigierte 1,699 Millionen. Wer seinen Job verliert, findet also offenbar etwas schwerer eine neue Stelle.
Gute Nachrichten, die eigentlich gegen Gold sprechen
Normalerweise gilt an den Märkten eine einfache Regel: Ein starker Arbeitsmarkt nimmt der US-Notenbank den Druck, die Zinsen zu senken. Hohe Zinsen machen Anleihen attraktiver. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, ist das schlecht.
Dieses Jahr ist dieser Gegenwind besonders stark. Branchenmedien zufolge hat der Krieg zwischen den USA und dem Iran den Ölpreis nach oben getrieben und die Inflation angeheizt. Die Notenbanken halten deshalb an ihrem straffen Kurs fest. Langfristige Staatsanleihen rentieren so hoch wie seit rund 20 Jahren nicht mehr.
Trotzdem hält sich Gold über der Marke von 4.100 Dollar. Woran liegt das?
Die Notenbanken kaufen weiter
Ein Grund dafür sind die Käufe der Zentralbanken. Laut Branchenberichten erwarb die chinesische Notenbank im September 21 Tonnen Gold. Das wäre ihr größter Monatskauf seit drei Jahren. Nach Angaben des World Gold Council kauften die Zentralbanken weltweit schon im August netto 39 Tonnen. An der Spitze lagen China, Usbekistan und Polen.
Auch auf der Jahreskonferenz der London Bullion Market Association (LBMA) waren die Teilnehmer zuversichtlich. Im Schnitt erwarten sie in zwölf Monaten einen Goldpreis von rund 5.013 Dollar je Unze. Das wären etwa 20 Prozent mehr als heute. Für Silber fällt die Prognose noch deutlich höher aus.
Wenn hohe Renditen ein Warnsignal sind
Auf der Konferenz ging es vor allem um eine Frage: Was bedeuten die hohen Anleiherenditen wirklich? Mehrere Redner sahen darin nicht nur einen Erfolg der Zinspolitik. Sie deuteten die Renditen auch als Zeichen dafür, dass die Staatsfinanzen schlechter werden. Wenn Investoren für immer höhere Schulden mehr Zinsen verlangen, ist das kein Zeichen von Vertrauen.
Das betrifft auch Deutschland. Die Bundesregierung nimmt mit einem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe auf. Dabei hatte die Union vor der Wahl solide Staatsfinanzen versprochen. Viele Bürger fragen sich zu Recht, wie viel ihre Euros in zehn Jahren noch wert sein werden.
Fazit: Ruhe in einem schwierigen Umfeld
Gold verkraftet einen starken US-Arbeitsmarkt, hohe Renditen und einen teuren Ölpreis. Das zeigt, wie stark die Nachfrage ist. Die Zentralbanken verteilen ihre Reserven auf mehr Anlagen und setzen dabei auf Gold. Privatanleger können physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen nutzen, um sich gegen Geldentwertung und unsolide Staatsfinanzen abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag dient nur zur Information und ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte sich vor einer Entscheidung selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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