
V12 statt Volt: Sammler lassen Ferraris Hybride links liegen!

Die Preise für gebrauchte Ferraris mit reinem Benzinmotor explodieren – während Hybridmodelle im Wert verfallen. Das geht aus einer aktuellen Analyse der US-Investmentbank Goldman Sachs hervor, über die unter anderem das Finanzportal ZeroHedge berichtet. Der Auslöser: die Elektro-Offensive aus Maranello.
Ein Index, der die Wahrheit über den Elektro-Hype erzählt
Goldman Sachs verfolgt seit Januar 2025 systematisch die Angebotspreise gebrauchter Ferraris. Im August kletterte der hauseigene Restwert-Index dem Bericht zufolge um 5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 13,8 Prozent im Jahresvergleich auf 102,25 Punkte.
Damit liegt das Barometer erstmals seit Beginn der Erhebung wieder über dem Niveau von Januar 2025. Angetrieben wird die Rally vor allem von amerikanischen Käufern: Die USA legten im Monatsvergleich um zehn Prozent zu. Großbritannien folgte mit 4,6 Prozent, Italien mit 1,5, Japan mit 1,3 und Deutschland mit mageren 0,9 Prozent.
Minus 13 Prozent für Hybride – plus 16 Prozent für den Verbrenner
Der eigentliche Sprengstoff steckt im Detail. Seit Januar 2025 sind die Gebrauchtpreise für Hybrid-Ferraris laut der Auswertung um 13,1 Prozent gefallen. Modelle ohne Elektrounterstützung legten im selben Zeitraum um 16,4 Prozent zu.
Im August klaffte die Schere noch weiter auseinander: Hybride verloren 0,6 Prozent, klassische Benziner sprangen um 10,4 Prozent nach oben. Ausgemusterte V8- und V12-Modelle werden in den USA dem Bericht zufolge inzwischen 36 beziehungsweise 30 Prozent über dem Preisniveau des Rests der Welt inseriert.
Besonders begehrt: der 812 GTS mit seinem 6,5-Liter-Zwölfzylinder. Besonders gemieden: der Hybrid-Supersportler SF90 Stradale. Neun der zehn größten Kursgewinner auf Modellebene seit April waren laut Analyse Ferraris aus der Zeit vor der Hybridisierung.
Der Luce als unfreiwilliger Brandbeschleuniger
Als Erklärung nennt der zuständige Goldman-Analyst die gestiegene Sammlernachfrage in den USA nach der Vorstellung des ersten vollelektrischen Ferrari. Der Wagen trägt den Namen Luce, wurde im Mai 2026 vollständig enthüllt und kostet Medienberichten zufolge deutlich mehr als eine halbe Million Euro. Der Marktstart verlief nach Einschätzung des Berichts enttäuschend.
Die Botschaft der Käufer ist unmissverständlich: Wer für ein Sammlerstück sechsstellige Summen ausgibt, will Hubraum, Klang und Mechanik – keine Hochvoltbatterie mit ungewisser Lebensdauer. Genau hier liegt ein zweites Motiv. Hybride und Stromer vereinen komplexe Elektronik, Akkupakete und aufwendiges Thermomanagement. Astronomische Reparaturrechnungen im Alter sind ein reales Risiko.
Was Anleger daraus lernen können
Auch im Markenvergleich liegt Ferrari vorn: 114 Punkte gegenüber 109 für Lamborghini, 105 für Rolls-Royce, 103 für Bentley, 102 für Aston Martin und 96 für McLaren. Die Hybridschwäche ist dabei kein italienisches Phänomen, sondern zieht sich durch die gesamte Luxusbranche.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das mehr als eine Anekdote aus der Welt der Superreichen. Es ist ein Preissignal gegen eine Antriebswende, die in Brüssel und Berlin am Reißbrett entworfen wurde. Der Markt entscheidet – nicht die Verordnung.
Und er entscheidet nach einem alten Muster: Knappheit, Substanz und Zeitlosigkeit schlagen politisch verordnete Innovation. Wer Vermögen über Generationen sichern will, kennt dieses Prinzip von physischem Gold und Silber – begrenzt verfügbar, ohne Software-Update, ohne Ausfallrisiko einer Batteriezelle.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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