
Washingtons Griff nach Venezuelas Ölschatz: Fünf Milliarden Dollar unter US-Kontrolle

Was sich wie ein Kapitel aus einem geopolitischen Thriller liest, ist bittere Realität: Die Vereinigten Staaten kontrollieren seit nunmehr fünf Wochen die Ölverkäufe Venezuelas – und die Kassen klingeln gewaltig. US-Energieminister Chris Wright verkündete in einem Interview, dass die Einnahmen aus dem venezolanischen Rohöl in den kommenden Monaten auf satte fünf Milliarden Dollar ansteigen dürften. Ein bemerkenswerter Vorgang, der einmal mehr zeigt, wie die Trump-Administration Energiepolitik als Machtinstrument einsetzt.
Milliarden fließen – aber wohin genau?
Bereits jetzt beliefen sich die Verkäufe auf über eine Milliarde Dollar, so Wright während seines historischen Besuchs in Venezuela, wo er die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez traf. Kurzfristige Vereinbarungen würden in den nächsten Monaten weitere fünf Milliarden einbringen. Die Abwicklung der Geschäfte übernehmen die Rohstoffhandelsriesen Vitol und Trafigura – zwei der mächtigsten Akteure im globalen Ölhandel.
Washington betont, dass sämtliche Erlöse über ein vom US-Finanzministerium kontrolliertes Konto zurück nach Venezuela fließen würden. Rund 500 Millionen Dollar seien bereits nach Caracas überwiesen worden, im Rahmen einer Vereinbarung, die beide Regierungen im Januar getroffen hätten. Man darf sich allerdings die Frage stellen: Wie „freiwillig" ist eine solche Vereinbarung, wenn eine Supermacht am Verhandlungstisch sitzt?
Vom „nicht investierbar" zum Hoffnungsträger?
Die Einschätzungen über Venezuelas Zukunft als Ölproduzent könnten kaum widersprüchlicher sein. Während Wright euphorisch davon sprach, dass die Ölproduktion noch in diesem Jahr dramatisch gesteigert werden könne – einschließlich der Erdgas- und Stromproduktion –, hatte ExxonMobil-Chef Darren Woods bei einem Treffen mit Präsident Trump im Weißen Haus ein deutlich nüchterneres Urteil gefällt. Venezuela sei unter den gegenwärtigen rechtlichen und kommerziellen Rahmenbedingungen schlicht „nicht investierbar".
Wright selbst räumte ein, dass eine kürzlich erfolgte Änderung des venezolanischen Ölgesetzes zwar „ein bedeutsamer Schritt in die richtige Richtung" sei, aber „wahrscheinlich nicht weit und klar genug", um die Art von großen Kapitalströmen anzuziehen, die das Land dringend benötige. Es brauche massive Investitionen, um die marode Ölindustrie des südamerikanischen Landes wiederherzustellen.
Trumps Energiestrategie: Pragmatismus statt Ideologie
Was hier geschieht, ist im Grunde klassische Realpolitik in Reinform. Die Trump-Administration, die Venezuela unter Maduro noch mit harten Sanktionen belegte, nutzt nun die wirtschaftliche Notlage des Landes, um amerikanischen Einfluss auf eine der größten Ölreserven der Welt zu sichern. Man mag von Trumps Methoden halten, was man will – aber im Gegensatz zur ideologiegetriebenen Energiepolitik, wie sie etwa in Deutschland jahrelang praktiziert wurde, verfolgt Washington hier eine knallharte Interessenpolitik.
Während die Bundesrepublik unter der Ampelregierung ihre eigene Energieversorgung systematisch demontierte, Kernkraftwerke abschaltete und sich in eine fatale Abhängigkeit von russischem Gas manövrierte, sichern sich die USA weltweit Zugriff auf fossile Energieträger. Der Kontrast könnte kaum schärfer sein. Auch die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat bislang keine überzeugenden Signale gesendet, dass Deutschland energiepolitisch zu einer pragmatischeren Linie zurückkehren würde.
Venezuela sitzt auf den größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt – größer noch als jene Saudi-Arabiens. Dass dieses Potenzial nun unter amerikanischer Aufsicht gehoben werden soll, ist ein geopolitisches Signal erster Güte. Für Anleger, die in Zeiten solcher tektonischen Verschiebungen nach Sicherheit suchen, bleiben physische Edelmetalle wie Gold und Silber ein bewährter Anker der Vermögenssicherung – unabhängig davon, welche Supermacht gerade welches Ölfeld kontrolliert.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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