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25.06.2026
07:23 Uhr

Wehrdienst-Debakel: 300.000 Fragebögen, aber nur 530 Freiwillige – die Bilanz eines Offenbarungseids

Wehrdienst-Debakel: 300.000 Fragebögen, aber nur 530 Freiwillige – die Bilanz eines Offenbarungseids

Es sind Zahlen, die für sich sprechen – und zwar eine deutliche Sprache. Fast 300.000 Fragebögen hat die Bundeswehr im Rahmen ihrer neuen Wehrerfassung an junge Männer und Frauen in Deutschland verschickt. Das Ergebnis nach fünf Monaten? Ganze 530 Freiwillige, die sich tatsächlich für den Wehrdienst verpflichtet haben. Wer dieses Verhältnis betrachtet, dem stellt sich unweigerlich die Frage: Ist das noch eine Rekrutierungskampagne oder bereits das Eingeständnis des eigenen Scheiterns?

Die nüchterne Bilanz: Viel Papier, wenig Wirkung

Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung des Bundesverteidigungsministeriums wurden bis Mitte Juni insgesamt 298.200 Fragebögen versendet. Auf Grundlage der Rückmeldungen seien rund 1.500 Musterungen beziehungsweise Assessments durchgeführt worden, weitere 600 Termine seien vorgesehen. Immerhin: Unter den jungen Männern habe mehr als jeder Fünfte ein gewisses Interesse am Wehrdienst geäußert. Doch viele dieser Interessierten seien aufgrund von Schule oder Ausbildung erst in ein oder zwei Jahren überhaupt verfügbar.

Bei den gut 153.000 angeschriebenen Männern, für die die Beantwortung verpflichtend war, lag die Rücklaufquote bei stattlichen 96 Prozent. In den übrigen Fällen werde nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren geprüft. Bei den Frauen, deren Teilnahme freiwillig blieb, sah es dagegen düster aus: Magere vier Prozent antworteten überhaupt.

Ein ehrgeiziges Ziel und die harte Realität

Das Ziel des neuen Wehrdienstgesetzes klingt ambitioniert: Bis 2035 soll die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldaten von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 steigen. Das Gesetz nennt für jedes Jahr einen Zielkorridor – lässt aber bezeichnenderweise offen, wann eigentlich überprüft werden soll, ob diese Marken erreicht wurden. Sollte das nicht der Fall sein, droht am Horizont die sogenannte Bedarfswehrpflicht.

Eine Armee, die jahrzehntelang kaputtgespart, ideologisch zerredet und politisch vernachlässigt wurde, lässt sich nicht über Nacht mit ein paar hunderttausend Fragebögen wiederbeleben.

Lichtblick bei der klassischen Rekrutierung

Immerhin gibt es auch positive Signale. Unabhängig von den Fragebögen seien rund 10.000 Interessierte für 2026 eingeplant – etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der klassischen Rekrutierung verzeichne die Truppe deutliche Zuwächse: rund 38.500 Bewerbungen im laufenden Jahr, fast ein Viertel mehr als zuvor. Die Zahl der Einstellungen sei um 13 Prozent auf 11.000 gestiegen.

Die unbequeme Wahrheit

Dennoch bleibt der bittere Beigeschmack. Über Jahre wurde die Bundeswehr zum Stiefkind der Politik degradiert, während andernorts mit vollen Händen für allerlei ideologische Projekte gezahlt wurde. Wer junge Menschen für die Verteidigung des eigenen Landes begeistern will, der muss zuerst wieder ein positives Verhältnis zu eben diesem Land vermitteln. Patriotismus lässt sich nicht per Fragebogen verordnen – er muss gelebt und vorgelebt werden. Genau das aber hat die deutsche Politik viel zu lange versäumt.

In unsicheren Zeiten, in denen geopolitische Spannungen zunehmen und Vertrauen in staatliche Institutionen schwindet, suchen viele Bürger nach Beständigkeit. Während Versprechen von Politikern allzu oft verpuffen, behalten physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden ihren Wert – als krisenfester Anker und sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und dient ausschließlich der Information. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen.

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