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Kettner Edelmetalle
27.08.2026
10:09 Uhr
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Weichwährung Euro: Macht uns die Gemeinschaftswährung tatsächlich ärmer?

Weichwährung Euro: Macht uns die Gemeinschaftswährung tatsächlich ärmer?
Symbolbild: KI-generiert

Der Streit ist zurück – lauter denn je. AfD-Bundessprecherin Alice Weidel hat im ZDF-Sommerinterview den Ausstieg Deutschlands aus dem Euro gefordert und die Gemeinschaftswährung als „instabile Währung" und „Weichwährung" bezeichnet. Prompt hagelte es Widerspruch von Ökonomen, Journalisten und sogar aus dem eigenen Landesverband im Saarland, der laut Medienberichten am Euro festhalten will.

Das Gegenargument: Aufwertung macht arm?

Das zentrale Argument der Euro-Verteidiger: Eine neue nationale Währung würde massiv aufwerten – und die Exportnation Deutschland damit ins Elend stürzen. In einem vielbeachteten Gastbeitrag hält ein österreichischer Unternehmensberater dagegen. Seine These: Der Wechselkurs sei nicht Ursache, sondern Folge wirtschaftlicher Entwicklung.

Vor Einführung des Euro habe die italienische Lira gegenüber Schilling, D-Mark und Franken immer wieder abgewertet – schlicht, weil Italien höhere Inflation und weniger Wettbewerbsfähigkeit gehabt habe. Wer aufwertet, so die Logik, ist nicht der Verlierer, sondern der Solide.

Der Franken als unbequemer Zeuge

Das Rechenbeispiel des Autors hat es in sich: Zum Start des Euro am 1. Jänner 1999 kostete ein Euro noch 1,61 Schweizer Franken. Heute sind es nur noch rund 0,93 Franken. Ein Wertverlust, den man nicht wegdiskutieren kann.

Parallel dazu die Wohlstandsschere: 1998 lag das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Schweiz bei etwa 43.000 US-Dollar, in Österreich bei rund 27.200 – ein Vorsprung von etwa 58 Prozent. Im Jahr 2024 waren es 104.700 gegenüber 57.200 Dollar. Der Abstand ist auf rund 83 Prozent gewachsen.

Der Autor führt das nicht allein auf die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank zurück, sondern auch darauf, dass die Schweiz kein EU-Mitglied sei – und Schweizer Unternehmen daher deutlich weniger Bürokratie zu schultern hätten. Eine Einschätzung, die viele Mittelständler diesseits der Grenze vermutlich unterschreiben würden.

Der stille Griff in die Sparbücher

Noch bitterer ist der Blick nach innen. Seit 2014, so der Beitrag, herrsche in Österreich durchgehend eine negative Realrendite: Die Zinsen zehnjähriger Staatsanleihen lägen unter der Inflationsrate. Übersetzt heißt das: Der Sparer verliert, während er spart – Jahr für Jahr, ganz ohne Kursverlust im Depotauszug.

Zwischen 1965 und 1998 sei das anders gewesen: durchwegs positive Realrenditen. Verantwortlich sei nicht nur die EZB, sondern auch die schuldenfreudige Budgetpolitik diverser Regierungen. Auch eine Auswertung eines deutschen Vermögensverwalters weist in diese Richtung: Der Kaufkraftverlust des Euro habe von 1999 bis Februar 2023 in Deutschland bei rund 37,6 Prozent gelegen, in der Eurozone bei 39,1 Prozent.

Austritt, EFTA, Freihandel – und der Realitätscheck

Für Österreich skizziert der Autor ein Szenario: EU-Austritt, EFTA-Beitritt, Freihandelsvertrag mit Brüssel. Die EFTA umfasst nur vier Staaten – Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island –, verfüge aber über ein dichtes Netz an Handelsabkommen. Der Wegfall des EU-Rechts wäre nach seiner Einschätzung der größte Bürokratieabbau der Landesgeschichte.

Ob diese Rechnung aufginge, ist offen – und Ökonomen widersprechen vehement. Unbestritten bleibt jedoch der Befund, der viele Bürger täglich trifft: Wer sein Vermögen ausschließlich in Papiergeld hält, verliert schleichend. Ein Leser brachte es in der Kommentarspalte auf den Punkt: Ein Haus koste, in Gold gerechnet, heute noch etwa so viel wie vor 50 Jahren.

Physische Edelmetalle sind keine Wunderwaffe – aber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen haben sie sich als Schutz vor Kaufkraftschwund über Jahrzehnte bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.

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