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Weltbank-Prognose: Gold kühlt ab, bleibt aber über 4.000 Dollar!

Weltbank-Prognose: Gold kühlt ab, bleibt aber über 4.000 Dollar!
Symbolbild: KI-generiert

Die Weltbank tritt nach der Rekordjagd bei Gold und Silber auf die Bremse. In ihrem neuen Rohstoffausblick vom 28. Oktober 2026 senkt die Washingtoner Institution ihre Preiserwartungen leicht. Einen Absturz sehen die Ökonomen aber nicht, sondern eine Abkühlung auf sehr hohem Niveau. Für 2027 rechnen sie mit einem Goldpreis von durchschnittlich 4.250 US-Dollar je Unze.

Ist das ein Abgesang auf das gelbe Metall? Wohl kaum. Wer die Zahlen genauer liest, findet darin eher eine Bestätigung als eine Warnung.

Die Zahlen im Überblick

Gegenüber der Frühjahrsprognose vom April hat die Weltbank ihre Erwartungen nur leicht angepasst:

  • 2026: durchschnittlich 4.600 Dollar je Unze, also 33,6 Prozent mehr als 2025 (April-Prognose: 4.700 Dollar)
  • 2027: 4.250 Dollar, ein Minus von 7,6 Prozent (April-Prognose: 4.300 Dollar)
  • 2028: 4.000 Dollar, noch einmal 5,9 Prozent weniger

Zur Einordnung: Laut Weltbank lag der Goldpreis 2025 im Schnitt bei rund 3.442 Dollar. Im August 2020 hatte Gold zum ersten Mal überhaupt die Marke von 2.000 Dollar überschritten. Selbst die vorsichtigste Annahme der Weltbank für 2028 liegt damit etwa doppelt so hoch. Mit einem Ende der Gold-Ära haben diese Werte wenig zu tun.

Warum die Rallye an Schwung verliert

Die Gründe dafür liegen vor allem bei den Notenbanken. Dem Bericht zufolge hatte Gold im dritten Quartal fünf Prozent verloren, und auch im Oktober hielt der Druck an. Belastet hätten den Preis höhere Renditen bei Staatsanleihen, ein stärkerer US-Dollar und die Zinserhöhung der US-Notenbank im September. Andere Zentralbanken seien diesem Kurs gefolgt.

Der Zusammenhang ist einfach: Gold bringt keine Zinsen. Wenn Anleihen mehr abwerfen, wird es teurer, Gold zu halten. Diese sogenannten Opportunitätskosten steigen dann. Wie lange die Notenbanken bei dieser Linie bleiben, ist offen. Gleichzeitig wächst die Schuldenlast vieler Staaten weiter.

Krisen als Untergrenze

Die Weltbank selbst beschreibt eine unruhige Lage. Vizechefökonom Ayhan Kose wird in der Mitteilung zum Bericht so zitiert:

„Commodity markets are being hit by several major shocks at once."

Auf Deutsch: Die Rohstoffmärkte werden von mehreren großen Schocks gleichzeitig getroffen. Der Konflikt im Nahen Osten hat laut Bericht die Ölvorräte schrumpfen lassen. Für 2026 erwartet die Weltbank einen Brent-Preis von 91 Dollar je Barrel, nach 69 Dollar im Vorjahr. Anhaltende geopolitische Spannungen und der Wunsch vieler Anleger, sich gegen Risiken im Finanzsystem abzusichern, sprechen aus Sicht der Weltbank gegen einen ungeordneten Ausverkauf.

Notenbanken als Sicherheitsnetz

Die Nachfrage bleibt stabil. In der ersten Jahreshälfte entfiel laut Weltbank rund die Hälfte der weltweiten Goldnachfrage auf institutionelle Investoren und Zentralbanken. Beide dürften künftig etwas langsamer kaufen. Die Käufe der Notenbanken hätten nach einer kurzen Schwächephase zuletzt aber schon wieder zugelegt.

Schwächer läuft dagegen das Schmuckgeschäft. Dort geht die Nachfrage seit 2023 zurück, und die hohen Preise dürften daran wenig ändern. Die Minen fördern nur wenig mehr. Dafür wird recyceltes Altgold als Quelle deutlich wichtiger.

Silber: Am Ende entscheidet die Industrie

Beim Silber fällt die Korrektur stärker aus. Nach durchschnittlich 70 Dollar je Unze im Jahr 2026 erwartet die Weltbank für 2027 nur noch 62 Dollar. Anders als bei Gold, das vor allem als Geldanlage und Währungsreserve gefragt ist, hängt der Silberpreis stark davon ab, wie gut die Industrie läuft.

Entscheidend werden drei Faktoren sein: mehr recyceltes Material, ein langsames Wachstum der Minenförderung und eine Industrienachfrage, die stark von der Konjunktur abhängt. Ob sich Silber dauerhaft über 60 Dollar halten kann, hängt laut Weltbank vom Zusammenspiel dieser Faktoren ab.

Unser Fazit

Die Weltbank sagt keinen Einbruch voraus. Sie erwartet eine Verschnaufpause auf historisch hohem Niveau. Die Gründe für Edelmetalle bleiben bestehen: Kriege, unsichere Energiepreise, hohe Staatsschulden und Notenbanken, die weiter Gold kaufen. Wer sein Vermögen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio nutzen. Kurzfristige Preisschwankungen ändern daran wenig.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Prognosen sind keine Garantie für künftige Kursentwicklungen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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