
Wenn die Argumente ausgehen: CDU-Ministerpräsident greift zur Marionetten-Rhetorik

Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt biegt in die entscheidende Zielgerade ein – und die politische Nervosität in den Reihen der etablierten Parteien ist mit Händen zu greifen. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), der sein Amt bekanntlich nie durch einen Wahlsieg als Spitzenkandidat erlangt hat, sondern über den Weg der Nachfolge, hat nun zu einer bemerkenswert schrillen Tonlage gefunden. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe attackierte er gleich zwei politische Konkurrenten in einem Aufwasch.
Der Vorwurf der Fernsteuerung
Kernstück seiner verbalen Offensive: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sei nichts weiter als eine „Marionette von Alice Weidel". Ein Satz, der viel über den Zustand einer Partei verrät, die im eigenen Bundesland offenbar keine überzeugenden Argumente mehr aufzubieten hat. Schulze warnte zudem davor, dass das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) nach der Wahl mit der AfD gemeinsame Sache machen könnte. Er sei überzeugt, dass beide Parteien kooperieren würden, sobald sich die Gelegenheit dazu ergebe.
„Ich möchte nicht, dass Sachsen-Anhalt von Frau Weidel aus der Schweiz und von Frau Wagenknecht aus dem Saarland regiert wird."
Man reibt sich verwundert die Augen. Ausgerechnet ein Vertreter jener CDU, deren Bundespartei in Berlin sitzt und die Landesverbände seit Jahrzehnten an der kurzen Leine hält, empört sich über angebliche Steuerung „von außen". Wer im Glashaus sitzt, so möchte man rufen, sollte mit dem Werfen von Steinen vorsichtiger umgehen.
Ein durchschaubares Manöver
Die Rechnung dahinter ist leicht zu entschlüsseln. Wenn eine Partei in den Umfragen bei rund 40 Prozent verharrt – und genau dort steht die AfD in Sachsen-Anhalt aktuellen Erhebungen zufolge –, dann wird der amtierende Ministerpräsident nervös. Statt mit eigenen Konzepten und einer Bilanz zu überzeugen, die Wähler tatsächlich hinter sich versammelt, setzt man auf Diffamierung und das altbekannte Muster der Angstmache. Das Argument der „Fernsteuerung" aus der Schweiz oder dem Saarland ist derart dünn, dass es fast schon rührend wirkt.
Bezeichnend ist auch, wie Schulze der Frage nach der sogenannten Brandmauer geschickt auswich. Diese Diskussion führe er nicht, erklärte er, er beschäftige sich vor der Wahl nicht damit, wie es danach weitergehe. Eine elegante Hintertür – oder ein Eingeständnis, dass man sich alle Optionen offenhalten möchte, wenn die Wähler erst einmal gesprochen haben.
Das BSW gibt sich differenzierter
Interessant ist der Kontrast zur BSW-Landesvorsitzenden Claudia Wittig, die sich deutlich sachlicher äußerte. Es gebe durchaus Projekte, die man mit der AfD anstoßen könne, so Wittig. Zugleich schloss sie eine Wahl Siegmunds zum Ministerpräsidenten mit BSW-Stimmen aus. Eine differenzierte Haltung, die zumindest den Willen zur inhaltlichen Auseinandersetzung erkennen lässt – ganz im Gegensatz zur plumpen Marionetten-Rhetorik des Amtsinhabers.
Die Wähler entscheiden am 6. September
Am 6. September werden die Bürger Sachsen-Anhalts an die Urnen gerufen. Und es dürfte spannend werden zu beobachten, ob sich die Menschen von durchsichtigen Angstkampagnen beeindrucken lassen oder ob sie sich ihre eigene Meinung bilden. Dass immer mehr Bürger die Nase voll haben von einer Politik, die lieber Gegner verunglimpft als eigene Lösungen anzubieten, ist nicht allein die Ansicht unserer Redaktion, sondern spiegelt sich in den Umfragewerten unübersehbar wider.
Denn eines ist klar: Wer im Wahlkampf zur Marionetten-Metapher greift, hat argumentativ längst kapituliert. Die eigentliche Frage lautet, ob die etablierten Kräfte bereit sind, den Souverän – die Wähler – tatsächlich ernst zu nehmen. Am 6. September gibt es darauf eine Antwort.
Politische Unsicherheit und der Wert echter Substanz
Ganz gleich, wie die Landtagswahl ausgeht: Sie ist ein weiteres Symptom für die tiefe Verunsicherung im politischen Betrieb der Bundesrepublik. In Zeiten, in denen Regierende lieber mit Etiketten um sich werfen als mit tragfähigen Konzepten zu überzeugen, wächst bei vielen Bürgern die berechtigte Sorge um Stabilität – politisch wie wirtschaftlich. Wer sein Vermögen unabhängig von den Kapriolen der Tagespolitik schützen möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber seit jeher einen verlässlichen Anker. Sie unterliegen keiner Wahlkampfrhetorik, lassen sich nicht durch Regierungswechsel entwerten und haben über Jahrhunderte hinweg ihre Rolle als krisenfeste Wertspeicher unter Beweis gestellt – eine sinnvolle Ergänzung für jedes breit aufgestellte Portefeuille.

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