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Kettner Edelmetalle
20.05.2026
04:55 Uhr

Wenn die Sonne scheint, glüht der Ofen – wenn nicht, steht die Produktion: Deutschlands Stahlindustrie im Würgegriff der Energiewende

Wenn die Sonne scheint, glüht der Ofen – wenn nicht, steht die Produktion: Deutschlands Stahlindustrie im Würgegriff der Energiewende

Was als grünes Vorzeigeprojekt gedacht war, entpuppt sich nun als wirtschaftliches Himmelfahrtskommando. Das traditionsreiche Stahlwerk Georgsmarienhütte der GMH Gruppe in Niedersachsen, einst als Pionier des sogenannten „grünen Stahls" gefeiert, steht symbolisch für die fatalen Folgen einer ideologiegetriebenen Energiepolitik, die deutsche Industriebetriebe zu Wetterabhängigen degradiert. Ein Schicksal, das exemplarisch zeigt, wohin der grüne Traum führt: in die Stilllegung.

Wetterbericht statt Produktionsplan

Vorstandsmitglied Anne-Marie Großmann schilderte jüngst in einem Podcast, in welchem absurden Zustand sich die deutsche Stahlproduktion mittlerweile befindet. Das Familienunternehmen produziert Stahl aus Schrott mittels Elektroöfen – ein Verfahren, das gigantische Mengen Strom verschlingt. Rund eine Terawattstunde pro Jahr benötige die Gruppe, so Großmann, das entspreche dem Verbrauch einer mitteldeutschen Stadt. Allein der größte Ofen am Standort Georgsmarienhütte schlucke 60 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Unternehmensgruppe.

Damit sich die enormen Investitionen rechnen, müsste eigentlich rund um die Uhr produziert werden – sieben Tage die Woche, 24 Stunden täglich. Doch genau dieser Dauerbetrieb sei mittlerweile schlicht nicht mehr möglich, klagte Großmann. Der Grund: Die Strompreise schwanken inzwischen in einem derart absurden Korridor – zwischen negativen Werten und über 400 Euro pro Megawattstunde –, dass die Produktion tagesgenau nach Spotpreisen neu kalkuliert werden müsse.

Die neue deutsche Industriewirklichkeit: Produzieren, wenn das Wetter passt

Wenn Sonne und Wind reichlich Strom liefern, heißt es: „Ofen anschmeißen, viel Stahl produzieren." Bei Dunkelflaute hingegen – also wenn weder Wind noch Sonne kooperieren, was vor allem in den Wintermonaten regelmäßig vorkommt – müsse das Werk vom Netz gehen. Was hier nüchtern beschrieben wird, ist nichts anderes als die Bankrotterklärung einer einst stolzen Industrienation: Die Produktion eines Hochleistungsbetriebs richtet sich nach der Wetterlage.

Großmann formuliert es diplomatisch: „Wir werden immer mehr da reingedrängt, nur zu bestimmten Zeiten zu produzieren." Es könne doch nicht das Ziel der Politik sein, Unternehmen dazu zu bringen, gerade nicht zu produzieren. Eine berechtigte Frage – die allerdings jeden, der die Energiepolitik der vergangenen Jahre verfolgt hat, eigentlich nicht mehr überraschen dürfte.

Atypische Netznutzung: Der zweite Strick um den Hals

Neben den volatilen Strompreisen gibt es einen weiteren Mechanismus, der die Produktionszeiten zusammenschnürt wie ein Korsett: die sogenannte „atypische Netznutzung". Großverbraucher erhalten reduzierte Netzentgelte, wenn sie ihre Spitzenlasten gerade nicht in jene Phasen legen, in denen das Netz ohnehin am Limit arbeitet. Im Klartext: Wann immer der Strom knapp und teuer ist, soll der Ofen kalt bleiben. So entstehen weitere Zeitfenster, in denen der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist.

Und damit nicht genug. Unter dem sperrigen Kürzel AgNeS bastelt die Bundesnetzagentur bereits an einer neuen Systematik für Stromnetzentgelte, die Ende 2028 die bisherigen Regeln ablösen soll. Aus den bisher durchgesickerten Details lasse sich unschwer ableiten, dass energieintensive Betriebe künftig noch stärker am Strompreis und der Netzbelastung kleben müssten. Erste Pilotprojekte seien angeblich schon angelaufen.

Der Preis eines ideologischen Großexperiments

Was hier beschrieben wird, ist nichts Geringeres als die schleichende Deindustrialisierung Deutschlands im Zeitlupentempo. Ein Land, das einst Stahl in höchster Qualität und in gewaltigen Mengen produzierte, taktet seine Industriebetriebe nun nach Wetterprognosen. Die Folgen sind absehbar: Wer rund um die Uhr produzieren muss, um die Kapitalkosten hereinzuholen, dem nutzen sporadische Produktionsfenster wenig. Investitionen rechnen sich nicht mehr, Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, und die internationale Wettbewerbsfähigkeit erodiert mit jedem Tag.

Es ist die bittere Quittung für eine Politik, die jahrelang grüne Träumereien über ökonomische Realitäten gestellt hat. Während andere Industrienationen – die USA unter Präsident Trump etwa – ihre Energiepolitik wieder auf Versorgungssicherheit und niedrige Preise ausrichten, leistet sich Deutschland den Luxus, seine Schlüsselindustrien dem Wettergott zu opfern. Die schwarz-rote Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte vor der Wahl vollmundig Besserung versprochen. Doch statt die Klimaneutralität bis 2045 aus dem Grundgesetz zu streichen, wurde sie dort sogar zementiert. Die Wirtschaft zahlt die Zeche – und mit ihr Hunderttausende Arbeitnehmer, deren Existenz vom Stromtarif des nächsten Wintertages abhängt.

Auch der Mittelstand blutet

Die Georgsmarienhütte ist kein Einzelfall. Erst kürzlich musste der Thüringer Industrieofenbauer ELIOG Insolvenz anmelden – ein weiterer Weltmarktführer, den exorbitante Energiekosten, ausuferende Bürokratie und Verwerfungen in der Autoindustrie in die Knie gezwungen haben. Hamburg rationiert mittlerweile Stromanschlüsse für Großverbraucher, weil das Netz an seinen Grenzen ist. Was wie eine Meldung aus einem Schwellenland klingt, ist deutsche Realität anno 2026.

Sachwerte als Bollwerk gegen die wirtschaftliche Erosion

Wer die langfristigen Konsequenzen dieser Politik nüchtern betrachtet, sollte sich Gedanken über den Schutz des eigenen Vermögens machen. Wenn ganze Industrien wegbrechen, Steuereinnahmen erodieren und der Staat seine Schuldenpolitik – Stichwort 500-Milliarden-Sondervermögen – weiter forciert, geraten Geldwerte unter Druck. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte hinweg als verlässlicher Stabilitätsanker erwiesen, gerade in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen handfesten Schutz gegen die Risiken, die eine fehlgeleitete Wirtschaftspolitik mit sich bringt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen selbst zu verantworten. Für individuelle Anlageentscheidungen empfehlen wir die Konsultation eines qualifizierten Beraters.

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