
ZF-Debakel: Wenn die E-Auto-Euphorie zur teuren Abrechnung wird

Es ist ein Lehrstück über den Größenwahn der Elektromobilität – und über die Frage, wer am Ende für die Rechnung geradesteht. Der Aufsichtsrat des Autozulieferers ZF Friedrichshafen fordert nun offenbar von zwei ehemaligen Vorständen Schadenersatz. Der Grund: Massive Verluste aus Aufträgen rund um den elektrischen Antrieb, also genau jenem Geschäftsfeld, das uns die Politik als goldene Zukunft verkauft hat. Das berichtet das „Manager Magazin" unter Berufung auf gleich vier voneinander unabhängige Quellen.
Zwei Ex-Vorstände im Visier
Konkret gehe es um Stephan von Schuckmann, der bis Juli 2024 das Ressort für elektrifizierte Antriebe verantwortet habe, sowie um den langjährigen Finanzchef Konstantin Sauer, der von 2010 bis 2022 die Zahlen des Konzerns kontrollierte. Der Vorwurf wiege schwer: Beide sollen ihre Sorgfaltspflichten als Vorstände fahrlässig verletzt haben. Von Schuckmann soll die verlustträchtigen Aufträge vergeben haben, Sauer soll diese dem Vernehmen nach trotz erkennbar fehlender Wirtschaftlichkeit durchgewunken haben.
Eine konkrete Summe für den geforderten Schadenersatz gebe es bislang nicht. Ein ZF-Sprecher hielt sich bedeckt und erklärte, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Aufsichtsratsangelegenheiten und internen Vorgängen. Auch die beiden Beschuldigten schwiegen bisher.
Das große Versprechen und die bittere Realität
Man muss kein Branchenkenner sein, um die Ironie dieser Geschichte zu erkennen. Über Jahre hinweg wurde die deutsche Automobilindustrie regelrecht in die Elektromobilität getrieben – durch Subventionen, durch Verbotsdrohungen und durch eine Politik, die meinte, den Markt besser zu kennen als die Ingenieure. Und nun? Nun stellt sich heraus, dass die teuer erkauften E-Aufträge offenbar tiefrote Zahlen produzierten.
Wer auf eine politisch verordnete Technologie setzt statt auf den freien Markt, der darf sich über Milliardenverluste nicht wundern.
Die Schlagzeilen sprechen eine deutliche Sprache. „Die erste Welle der deutschen Elektroautos ist ganz klar gescheitert", heißt es bei einem Wettbewerber. Batterie-Töchter werden geschlossen, ganze Sparten umgebaut. Es ist das Eingeständnis, dass die grüne Transformations-Romantik an der unbarmherzigen Realität von Angebot und Nachfrage zerbricht.
Ein Sündenbock für ein politisches Versagen?
Natürlich stellt sich die Frage, ob hier nicht zwei Manager zu Sündenböcken gemacht werden sollen, während die eigentlichen Brandstifter – die politischen Lenkungseuphoriker in Berlin und Brüssel – ungeschoren davonkommen. Wer hat den deutschen Konzernen denn eingeredet, dass die Zukunft ausschließlich elektrisch sei? Wer hat das Verbrenner-Aus mit der Brechstange durchgesetzt und damit jahrzehntelange Ingenieurskunst entwertet?
Die juristische Uhr tickt unterdessen: Ansprüche gegen frühere Führungskräfte verjähren nach fünf Jahren, wobei der Zeitpunkt der mutmaßlichen Verstöße entscheidend sei. ZF dürfte also unter Druck stehen, schnell zu handeln.
Die Lehre für den klugen Anleger
Diese Episode führt vor Augen, wie fragil selbst etablierte Industriegiganten werden, wenn politische Ideologie über betriebswirtschaftliche Vernunft siegt. Aktien von Unternehmen, die am Tropf staatlicher Förderprogramme und politischer Moden hängen, sind alles andere als ein sicherer Hafen. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, tut gut daran, einen Teil davon in physische Edelmetalle wie Gold und Silber zu investieren – Werte, die keine Vorstandsfehler kennen, keine gescheiterten E-Auto-Wetten und keine politischen Schnellschüsse. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bewähren sie sich seit Jahrtausenden.
Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel dargestellten Inhalte geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung erfordert eine eigene, sorgfältige Recherche. Für getroffene Investitionsentscheidungen ist jeder Anleger selbst verantwortlich. Eine Haftung für etwaige Verluste wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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