
Zoll-Poker mit Peking: Trump verlängert die Schonfrist bis November!

US-Präsident Donald Trump hat die Zoll-Waffenruhe mit China in letzter Minute um 90 Tage verlängert. Die entsprechende Verfügung unterschrieb er am Montagabend, wenige Stunden bevor die Frist abgelaufen wäre. Die neue Deadline liegt jetzt in der Nacht zum 10. November. Gelöst ist der Konflikt damit aber nicht, er ist nur vertagt.
Lob aus Washington, aber kein Durchbruch
Zur Begründung schreibt Trump in seiner Verfügung, Peking habe „bedeutende Schritte“ unternommen, um unfaire Handelsbeziehungen zu korrigieren und auf die Sicherheitsbedenken der USA einzugehen. Das klingt nach Annäherung. Ein Abkommen gibt es aber nicht.
Stattdessen steht in dem Dokument ein Satz, der wenig Begeisterung verrät:
„The United States continues to have discussions with the PRC to address the lack of trade reciprocity in our economic relationship and our resulting national and economic security concerns.“
Auf Deutsch heißt das: Man verhandelt weiter, weil man sich noch nicht einig ist. Vorausgegangen waren zwei Wochen mit widersprüchlichen Signalen aus Washington. Davor hatten die Unterhändler beider Seiten in Stockholm ihre dritte Gesprächsrunde beendet.
Die Rückkehr zu 145 Prozent ist erst einmal abgewendet
Wie viel auf dem Spiel stand, zeigt ein Blick zurück. Im April 2025 gingen die beiden größten Volkswirtschaften der Welt aufeinander los. Die USA erhöhten ihre Zölle auf chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent, Peking antwortete mit 125 Prozent. Laut Medienberichten hätte das den Handel zwischen beiden Ländern praktisch zum Erliegen gebracht.
Mitte Mai einigten sich beide Seiten in Genf auf eine 90-tägige Pause. Seitdem gilt laut Berichten Folgendes:
- Auf chinesische Importe erheben die USA insgesamt rund 30 Prozent Zoll. Darin steckt der sogenannte „reziproke“ Grundzoll von 10 Prozent, der vorerst bestehen bleibt.
- China verlangt auf US-Waren 10 Prozent.
- Peking hat ebenfalls verlängert. Das Handelsministerium setzt Strafzölle weitere 90 Tage aus und verschiebt auch die geplanten Sanktionen gegen bestimmte US-Firmen.
Erleichterung an den Märkten und im Weihnachtsgeschäft
An den Märkten in Asien stiegen die Kurse nach der Ankündigung. Medienberichten zufolge kommt die Verlängerung vor allem US-Händlern gelegen. Sie füllen im Herbst ihre Lager für Weihnachten mit Elektronik, Kleidung und Spielzeug aus China und können das jetzt noch zu den niedrigeren Zollsätzen tun.
Was das für Deutschland bedeutet
Für Deutschland ist das mehr als ein fernes Kräftemessen. Die Bundesrepublik lebt vom Export, und China wie die USA gehören zu ihren wichtigsten Handelspartnern. Jeder neue Ausschlag im Streit zwischen Washington und Peking trifft deshalb auch deutsche Unternehmen, über Lieferketten, schwankende Preise und Unsicherheit bei Investitionen.
Gleichzeitig zahlen europäische Exporteure selbst 20 Prozent US-Zoll. Und die Bundesregierung unter Friedrich Merz? Sie wirkt in diesem Machtkampf eher wie ein Zuschauer. Die Handelspolitik liegt ohnehin weitgehend in Brüssel, und bei der EU-Kommission dauern Entscheidungen bekanntlich lange.
Fazit: Die nächste Frist läuft schon
Die Pause bringt den Unternehmen etwas Zeit, aber keine Sicherheit. Bis November kann sich alles wieder ändern, mit einem Abkommen, einem Treffen von Trump und Xi oder einem neuen Streit. Für Unternehmen und Sparer bleibt die Unsicherheit damit hoch.
Wer sein Vermögen gegen solche politischen Risiken absichern will, setzt oft auf Werte, die nicht von Zollfristen oder Verhandlungsrunden abhängen. Physisches Gold und Silber haben sich in Krisen immer wieder bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie für Stabilität sorgen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.

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