
Zoll-Rauswurf: Trump verbannt Südafrika und Ruanda aus Handelsprogramm!

Washington zieht die Daumenschrauben an: Die USA schließen Südafrika und Ruanda zum 1. Januar 2027 aus dem African Growth and Opportunity Act (AGOA) aus, ihrem wichtigsten zollfreien Handelsprogramm für Afrika. Verkündet hat das US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Montag, dem 2. November. Für Pretoria ist das ein schwerer Schlag. Für die Weltwirtschaft zeigt es einmal mehr: Wer Washington verärgert, bezahlt dafür.
Was hinter dem Rauswurf steckt
Laut Greer sei Präsident Trump zu dem Schluss gekommen, dass die Regierungen beider Länder gegen die Teilnahmebedingungen des Programms verstießen. Zudem sehe Washington in beiden Staaten Gefahren für die nationale Sicherheit und die außenpolitischen Interessen der USA. Den Kongress hat Greer bereits offiziell informiert.
Gegen Südafrika richtet sich der Vorwurf, es behindere US-Handel und -Investitionen und habe ein Korruptionsproblem. Die Regierung zeigte sich nach eigenen Worten „zutiefst besorgt“. Bei Ruanda verweist Washington auf Mängel bei Rechtsstaatlichkeit, politischem Pluralismus sowie bei Arbeitnehmer- und Menschenrechten.
Ein Vierteljahrhundert Zollfreiheit vor dem Aus
AGOA gibt es seit dem Jahr 2000. Berechtigte Staaten südlich der Sahara können Tausende Produkte zollfrei in die USA liefern. Das ist kein Geschenk, sondern an Bedingungen geknüpft: Marktwirtschaft, Rechtsstaat, Kampf gegen Korruption und offene Märkte für amerikanische Firmen.
Das Programm hatte zuletzt eine Achterbahnfahrt hinter sich. Medienberichten zufolge lief es im Herbst 2025 aus, wurde im Februar 2026 vorläufig wiederbelebt und Anfang September per Gesetz bis Ende 2028 verlängert. Doch für Südafrika ist diese Verlängerung jetzt Makulatur.
Dabei geht es um viel. Laut einem Faktenblatt der US-Handelsbehörde aus dem Jahr 2023 war Südafrika mit 3,6 Milliarden Dollar der größte AGOA-Lieferant. Exportiert wurden vor allem Fahrzeuge und Autoteile, Obst, Chemikalien und Edelmetalle. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters lieferte das Land 2025 Waren im Wert von rund 1,7 Milliarden Dollar über das Programm, darunter Zitrusfrüchte und Wein.
Burenstreit als Brandbeschleuniger
Der Rauswurf kommt nicht aus heiterem Himmel. Die Trump-Regierung wirft Pretoria seit Langem vor, weiße Südafrikaner zu verfolgen, was die südafrikanische Regierung zurückweist. Bereits am 7. Februar 2025 stoppte Trump per Dekret sämtliche US-Hilfen für das Land. Gleichzeitig kündigte er die Aufnahme von Afrikaanern an, die nach US-Lesart vor staatlicher Diskriminierung und Enteignung fliehen. Am 12. Mai 2025 landeten die ersten knapp 60 weißen Südafrikaner mit Asylstatus in den USA.
Der US-Botschafter in Südafrika, L. Brent Bozell III, legte am 3. November auf X nach. Er nannte den Ausschluss bedauerlich, aber vorhersehbar und vermeidbar. Er hoffe weiter auf einen gemeinsamen Weg, betonte Bozell:
„Die südafrikanische Regierung muss den Ernst der Lage verstehen.“
Pretoria gibt sich trotzig. Das Handelsministerium will seine Exportmärkte nun noch schneller breiter aufstellen. AGOA sei wichtig, mache aber nicht die gesamte Wirtschaftsbeziehung zu den USA aus. Scharfe Kritik kommt von den US-Demokraten: Richard Neal, ranghöchster Demokrat im Steuerausschuss des Repräsentantenhauses, nannte die Entscheidung unverantwortlich und sprach von einer weiteren Handelsentscheidung aus gekränktem Groll.
Ruanda: Sanktionen wegen Kongo-Krieg
Für das kleine Ruanda ist es nicht der erste Dämpfer. Schon 2018 schränkte die erste Trump-Regierung die Bekleidungsvorteile ein, weil Kigali die Zölle auf Altkleider erhöht hatte. Am 28. Oktober verhängte das US-Finanzministerium zudem Sanktionen gegen das ruandische Verteidigungsministerium und ein Finanzinstitut. Der Vorwurf: Beide sollen die Miliz M23 unterstützt haben, die Gebiete im Osten des Kongos einschließlich Bergbauregionen besetzt hält. Ruanda bestreitet das.
Warum das auch Deutschland betrifft
Südafrika ist kein Randmarkt. BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen betreiben dort große Werke. Vor allem aber liefert das Land den Löwenanteil des weltweiten Platins. Wenn Handelsströme politisch umgeleitet werden, wackeln Lieferketten, von der Autoindustrie bis zum Edelmetallmarkt.
Die Lehre daraus: Handelspolitik ist zur Machtpolitik geworden. Wer sein Vermögen vor solchen Erschütterungen schützen will, kann physisches Gold und Silber als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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