
40 Billionen Dollar Schulden: IWF-Chefin zerpflückt Bessents Plan!

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds widerspricht Washington offen. Auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok sagte Kristalina Georgieva am Mittwoch, Wachstum allein werde den US-Schuldenberg nicht schnell genug abbauen. Sie richtete sich damit direkt an US-Finanzminister Scott Bessent, der zum Treffen gar nicht erst angereist war.
„Wachstum hilft, reicht aber nicht“
Georgieva drückte sich diplomatisch aus, in der Sache war sie unmissverständlich. Wachstum helfe natürlich, sagte sie, aber es bringe die nötigen Anpassungen nicht schnell genug zustande. Ohne konkrete haushaltspolitische Maßnahmen gehe es nicht.
Bessent selbst sehe durchaus, dass Defizite und Gesamtverschuldung „zu hoch“ geworden seien, sagte die Bulgarin. Die US-Regierung setze aber vor allem auf ein kräftiges Wachstum der amerikanischen Wirtschaft. Bessent ließ sich in Bangkok übrigens entschuldigen. Berichten zufolge hatten ihn „innenpolitische Verpflichtungen“ in Washington festgehalten.
Bessents Wette: Sich aus den Schulden herauswachsen
Der Finanzminister hat sein Versprechen im vergangenen Monat in einem Satz zusammengefasst: Mit drei Prozent Wachstum wachse man aus dem Problem heraus. Nach seiner Darstellung könnten dauerhaft mehr als drei Prozent Wachstum zusammen mit Ausgabendisziplin die Schuldenquote senken. Antreiben sollen das der Ausbau der Künstlichen Intelligenz, zurückgeholte Industrieproduktion und Steuersenkungen für Verbraucher.
Ein schöner Plan, solange die Zahlen mitspielen. Das tun sie aber nicht. Der IWF erwartet für die USA 2026 und 2027 jeweils nur 2,3 Prozent Wachstum. Die Bruttoverschuldung des Staates soll bis 2031 auf 142 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Noch vor seinem Amtsantritt wollte Bessent das Defizit bis zum Ende von Trumps Amtszeit unter vier Prozent drücken. Im August sagte er dann, das Haushaltsdefizit habe seinen Höhepunkt wohl schon überschritten.
Sieben Milliarden Dollar neue Schulden pro Tag
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Für das Haushaltsjahr, das am 30. September endete, wird ein Defizit von über sechs Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet. 2025 waren es 5,8 Prozent. Die Staatsschulden liegen über 40 Billionen Dollar und damit über 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Rekord aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg rückt näher.
Benn Steil vom Council on Foreign Relations hat das Tempo vorgerechnet. Bei einem Defizit von sechs Prozent wachse die Verschuldung jeden einzelnen Tag um weitere sieben Milliarden Dollar. Es wäre aus seiner Sicht „rücksichtslos“, das Schuldenproblem auf Grundlage unbelegter Prognosen für gelöst zu erklären.
Die Schuldenspirale hat eine lange Vorgeschichte
Einen ausgeglichenen Haushalt hatten die USA zuletzt kurz unter Bill Clinton in den 1990er-Jahren. Seitdem hat sich das Schuldenmachen immer weiter beschleunigt:
- Trump senkte in seiner ersten Amtszeit die Steuern.
- 2020 folgten die ersten Corona-Hilfspakete.
- Joe Biden legte 2021 ein Konjunkturpaket über 1,9 Billionen Dollar nach.
Eine Rezession wurde so verhindert. Die Inflation, die damit angeheizt wurde, belastet Haushalte und Unternehmen bis heute.
Der Anleihemarkt schlägt schon Alarm
Die Investoren warten nicht auf die Politik. US-Staatsanleihen sind in diesem Jahr kräftig unter Druck geraten. Die Rendite der zehnjährigen Papiere lag am Mittwoch bei rund 5,2 Prozent und damit nahe dem höchsten Stand seit 2002. Anleger rechnen damit, dass steigende Energiekosten und die gewaltigen KI-Investitionen die Zinsen hoch halten.
Weltweit sieht es kaum besser aus. Laut IWF dürfte die globale Staatsverschuldung noch vor Ende des Jahrzehnts 100 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen. Das wäre der höchste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Georgieva fordert deshalb glaubwürdige mittelfristige Pläne, um die Defizite zu begrenzen.
Deutsche Leser kennen das Muster. Auch in Berlin wird mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen gerne versprochen, dass sich neue Schulden durch künftiges Wachstum quasi von selbst bezahlen. Bezahlen müssen am Ende in der Regel die Sparer: über Inflation, höhere Abgaben und eine schwächere Währung. Viele Anleger setzen deshalb auf physisches Gold und Silber. Edelmetalle sind keine Schuld eines anderen und können nicht per Beschluss vermehrt werden. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, Vermögen abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er für Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













